Vortrag gut besucht Geschichte der Dialekte

Lank · Sprache, wie sie nicht im Duden steht: Damit beschäftigt sich der Heimatkreis Lank seit mehr als 50 Jahren. So auch in einem Vortrag, der kürzlich in der Lanker Teloy-Mühle stattfand.

Josef Spennes beim Vortrag in der Teloy-Mühle.

Foto: Heimatkreis Lank

Das aktuelle Heimatkreis-Mundart-Team um Jürgen Fallack, Reiner Cziczkus und Josef Spennes hatte jenseits aller bekannten Mundartstammtische den Vortrag vorbereitet, der sich sehr grundsätzlich mit der Entstehungsgeschichte der Dialekte in der gesamten Republik, im Rheinland über Meerbusch bis in den Lanker Raum zum Länkter Platt beschäftigte. Insoweit war das Interesse groß. Felix Drewes, der Leiter des Heimatkreisforums für Orts- und Regionalgeschichte, konnte rund 40 interessierte Gäste im Mühlenrund begrüßen.

Da Reiner Cziczkus leider erkrankt war, trugen Jürgen Fallack und Josef Spennes die Ergebnisse ihrer Recherchen und gemeinsamen Arbeit vor. Der Bogen spannte sich über die Entstehung der Sprache und insbesondere der Dialekte bis zu unserem lokalen Plattdeutsch in der heutigen Zeit. Die Gäste erfuhren, dass wir auf Dauer leider mit dem Aussterben des rheinischen Dialektes und damit auch des Länkter Platt rechnen müssen.

Während Jürgen Fallack die Entwicklung der Sprache und insbesondere der Dialekte über die Jahrhunderte bis heute und die Geschichte der Mundart-Aktivitäten im Heimatkreis Lank vortrug, berichtete Josef Spennes von den sogenannten Wenker Briefen. Hierbei handelt es sich um einen historischen Sprachatlas, der Ende des 19. Jahrhunderts von Georg Wenker erstellt wurde, um die Dialekte im Deutschen Reich zu erfassen. Die Briefe bestehen aus 40 Sätzen, die Lehrer in ganz Deutschland in ihre lokale Mundart übersetzten, um Sprachgrenzen zu kartieren. Spennes berichtete, dass sich der Heimatkreis Lank im Gesamtzusammenhang an einer aktuellen Untersuchung der Uni Bonn beteiligt habe, die zu einer Fortschreibung der Ergebnisse des von Wenker konzipierten Sprachatlasses aus den Jahren 1876 und 1877 geführt habe. Die Ergebnisse sind im Internet, auch in Bezug auf Lank-Latum, einzusehen.

Darüber hinaus stellten die Referenten viele Beispiele der Schreibregeln und Sprechweisen des Länkter Platt vor. Die Ausführungen, die teilweise schon einen wissenschaftlichen Charakter hatten, kamen bei den Gästen gut an und wurden mit sehr viel Beifall belohnt.