Vor dem Sonderausschuss am 13. Mai „Echte Lösungen jetzt!“

Meerbusch · Die SPD-Fraktion Meerbusch fordert für den Sonderausschuss am 13. Mai eine deutliche Kehrtwende in der Schulentwicklungsplanung. In einem aktuellen Antrag spricht sich die Fraktion für die Einrichtung eines breit aufgestellten Arbeitskreises aus, der die bisherige Strategie der Verwaltung grundlegend überarbeitet und durch eine realistische, umsetzbare Gesamtplanung ersetzt.

Fordern einen Kurswechsel in der Schulplanung: Chantal Messing (l.) und Nicole Niederdellmann-Siemes.

Foto: Clara Ter Huerne

Hintergrund ist nicht zuletzt die massive Kritik der Stadtschulpflegschaft an den bisherigen Planungen. Insbesondere das sogenannte „Schul-Hopping“ stößt auf breite Ablehnung. Während das Städtische Meerbusch Gymnasium (SMG) laut Gutachten bereits 2020 einen Neubau benötigte, soll dieser nach aktuellem Stand erst in rund 15 Jahren realisiert werden. Gleichzeitig kommt die dringend notwendige Entwicklung der Maria-Montessori-Gesamtschule (MMGE) seit über einem Jahrzehnt kaum voran. Die SPD betont, dass ein „Weiter so“ keine Option sei: „Wir brauchen endlich eine Planung, die Realität und Dringlichkeit anerkennt und nicht weitere Verschiebungen produziert.“

Zentraler Bestandteil des Antrags ist die verbindliche Einbindung aller Beteiligten. Die SPD stellt klar: Die Perspektiven von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften sind keine Ergänzung, sondern Grundlage jeder funktionierenden Schulplanung insbesondere bei Fragen wie Schulwegsicherheit, Verkehrsbelastung und pädagogischen Raumkonzepten.

Fraktionsvorsitzende Nicole Niederdellmann-Siemes erklärt: „Seit Jahren werden notwendige Entscheidungen zur Schulentwicklung verschoben oder nicht konsequent umgesetzt, während sich der bauliche Zustand weiter verschlechtert. Die Einbindung von Eltern und Lehrkräften ist dabei kein optionaler Schritt, sondern entscheidend für tragfähige und praxistaugliche Lösungen. Wir benötigen ein verbindliches, zeitlich abgestimmtes Gesamtkonzept für alle Schulstandorte, anstatt weiterer Übergangslösungen.“

Besonders kritisch bewertet die SPD auch mögliche Großstandorte mit bis zu 2 300 Schülerinnen und Schülern. Ohne ein tragfähiges Konzept für Schulwegsicherung und Verkehrsinfrastruktur seien solche Lösungen nicht verantwortbar. „Sichere Schulwege und ausreichende Buskapazitäten sind keine Nebensache, sondern Voraussetzung für jede Standortentscheidung“, so die Fraktion.

Neben strukturellen Änderungen fordert die SPD auch die Prüfung neuer Bauansätze. Moderne serielle Bauweisen und modulare Schulen in Holz- oder Holz-Hybridbauweise könnten Bauzeiten erheblich verkürzen. „Eine komplette Schule kann heute in rund 14 Monaten entstehen – und das in hoher architektonischer und pädagogischer Qualität. Das hat mit den alten Containerlösungen nichts mehr zu tun“, betont die SPD.

Auch auf Landesebene sieht die SPD Handlungsbedarf. Chantal Messing, Parteivorsitzende, Landtagskandidatin und Ausschussmitglied: „Das zögerliche Vorgehen in Meerbusch ist kein rein lokales Ärgernis, sondern ein ökonomisches Warnsignal. Jedes Jahr Planungsverzug treibt die Baukosten für Projekte wie die MMGE oder das SMG unkontrolliert nach oben – eine Rechnung, die jeder Steuerzahler begleicht, unabhängig vom eigenen Elternstatus. NRW muss den Kommunen endlich den rechtlichen Rahmen geben, um Investitionen ohne jahrzehntelange Bürokratie-Schleifen umzusetzen.“

Die SPD appelliert an alle Fraktionen, den vorgeschlagenen Kurswechsel mitzutragen: Ziel sei eine schnelle, gemeinsame und zukunftsfähige Lösung ohne weitere Jahre im Provisorium.