Schützenverein Klein Jerusalem feiert Schützenfest Die erste Königin für die Kapelle

Neersen · An der Kapelle Klein Jerusalem herrscht zum ersten Mal ein rein weibliches Königshaus. Um ihre Majestät Johanna Peter gruppieren sich die Minsterinnen Karin Brähler und Manuela Gietmanns sowie Königsoffizier Rosi Holter.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Kapeller Schützen werden diese von einer Königin angeführt: Das Königshaus mit den Ministerinnen Rosi Holter, Karin Brähler, Königin Johanna Peter und Ministerin Manuela Gietmanns.

Foto: Dennis & Peter Mackes

Dabei ist Königin Johanna I. in ihrem reich eigentlich noch recht neu. Erst drei Jahrzehnte ist es her, dass die Hauswirtschafterin aus Lienz im malerischen Osttirol an den Rhein gezogen ist. In Neersen fühlt sich das gekrönte Haupt allerdings seither pudelwohl und arbeitet heute in der OGS Neuwerk und im Pfarrzentrum Neersen. In ihrer Freizeit ist die Königin vor allem der Handarbeit zugewandt: Stricken, Häkeln und Nähen gehören ebenso dazu wie Bastelarbeiten.

Trotz der gelungenen Integration, die mit dem Königsschuss nun geadelt wurde, zieht es die Österreicherin zum Bergwandern und Skifahren in ihre alte Heimat. Die Berge und das Edelweiß zieren denn auch die Königinnenplakette für das Schützensilber. Bereits seit Kindheit mit dem Tiroler Schützenwesen vertraut, hatte Johanna Peter mit ihrem Mann Wolfgang den perfekten Guide im rheinischen Schützenwesen, war der Prinzgemahl doch 20 Jahre als Vorsitzender die Leitfigur der Schützen an der Kapelle. Einen Höhepunkt bezeichnete hier das Jahr 2006, als die beiden König Peter Silkens als Ministerpaar zur Seite standen.

Dem eigenen Königsschuss stand nach der nötigen Satzungsänderung dann auch nichts mehr im Wege, denn beide sind nicht nur Vollblutschützen, sondern Königin Johanna ist auch noch in der Schießsportabteilung erfolgreich. Der Vogel hatte also keine Chance und setze der ersten Königin von Klein Jerusalem auch keinen Widerstand entgegen.

Nachdem die Personalien im Königshaus schnell geklärt waren, fanden sich mit den „Jungen Jägern“ und den „Jungen Kameraden“ schnell auch die nötigen beiden Wachzüge ein, so dass – so sagen es die Tiroler – einem „Bärigen Schützenfescht“ nichts mehr im Wege steht.

Als 1. Ministerin steht mit Karin Brähler die Schützenkönigin des Vorjahres an der Seite der ersten Schützenkönigin. Neben ihrem Mann Ralf hatte sie da aber zunächst noch nichts vom anstehenden Rollenwechsel geahnt. Erst im Rahmen der Gastschützenfeste kam das Thema auf. Das Schützenfest begeistert dabei die ganze Familie. Während der Ehemann als Generaladjutant in der Regimentsführung ist, engagieren sich die Söhne Julian und Magnuns bei den „Vinhovenjägern“.

Die 2. Ministerin Manuela Gietsmann kennt das Schützenfest in Klein Jerusalem seit ihrer Kindheit. Vater Heinz Kivelip war schließlich 51 Jahre lang Schütze. Sie selbst hat ihre Leidenschaft eingebracht und vielen Schützenkönigspaaren Tanzunterricht gegeben. Privat ist die Ministerin Borussia-Fan und hat bei unzähligen Spielen und Wintersportübertragungen fleißig Socken gestrickt. Ansonsten erfreut sie sich an ihrem Garten.

Rosi Holter zeichnet sich als Königsoffizier für die Organisation des Königshauses verantwortlich. Das Terrain ist der rennsportbegeisterten Frau nicht unbekannt. An der Seite ihres Mannes war sie 1999 Ministerin und im Jahr darauf die erste Schützenkönigin des neuen Jahrtausends.