Krefeld Neue Spielzeit: Erstmals Liveschalte von Bühne zu Bühne

Krefeld · Die nächste Spielzeit im Stadttheater steht im Zeichen eines Jubiläums: vor 75 Jahren gingen Krefeld und Mönchengladbach ihre „Theaterehe“ ein.

Markant: Das Krefelder Stadttheater mit seiner Glasfassade an der Vorderseite und dem grünen, versetzten Kupferdach.

Markant: Das Krefelder Stadttheater mit seiner Glasfassade an der Vorderseite und dem grünen, versetzten Kupferdach.

Foto: Müller

„Am 18. April 1950 schlossen Krefeld und Mönchengladbach die nunmehr älteste Theaterehe im deutschsprachigen Raum“, wirft Intendant Michael Grosse den Blick zurück auf das „Modell für gelungene Fusionen“. Seitdem präsentieren die Ensembles ihre Schauspiele, Opern und Konzerte in beiden Städten; jeweils um eine Saison zeitversetzt.

Die kommende Spielzeit 2024/25, die im Herbst beginnt, steht ganz im Zeichen des Jubiläums: 75 Jahre Theaterehe. Vom 5. April 2025 bis 18. Mai 2025 soll es sogar eigene Festwochen geben.

Das Jubiläum fällt zusammen mit dem 80. Geburtstag von Ballettdirektor Robert North. Der beliebte Choreograph, dem das Publikum vielfach geradezu poetische Tanzstücke verdankt, nimmt zum Ende der Spielzeit Abschied von seinem Chefposten. „Bis 2028 wird er aber noch jeweils ein Ballett choreographieren“, freut sich Intendant Grosse.

Die angespannte Finanzsituation bringt es aber mit sich, dass das Gemeinschaftstheater ausgerechnet zum Jubiläum die Preise erhöht, durchschnittlich um 20 Prozent. Allerdings nicht pauschal, sondern gestaffelt. „In günstigen Kategorien soll es günstig bleiben“, versichert Marketingleiter Philipp Peters. „Außerdem führen wir an sieben Terminen einen Familientag ein“, spendet Peters weiteren Trost. Dabei zahlen die Eltern jeweils 25 Euro und jedes Kind 10 Euro.

Das neue Programm 2024/25

Schauspieldirektor Christoph Roos hat sich zum Jubiläum eine Besonderheit ausgedacht: Am 10. Mai 2025 wird es via Videoschalte eine zeitgleiche Premiere in den Theatern Krefeld und Mönchengladbach geben. Und zwar von dem Stück „Merlin oder das wüste Land“ des Dramatikers Tankred Dorst. Roos inszeniert das szenenreiche Stück auf der großen Bühne in Krefeld, der Regisseur Luis Liun Koch gestaltet seine Version auf der Studiobühne in Gladbach. Einzelne Elemente beider Inszenierungen werden dann über Bildschirm auf die jeweils andere Bühne übertragen. Ein aufregendes Experiment.

Ein weiteres Highlight der Schauspielsparte: Friedrich Schillers Königinnendrama „Maria Stuart“. Schon am 14. September 2024 ist Premiere. Auch Max Frischs Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ (15. Februar) steht auf dem neuen Spielplan. Freuen darf man sich ebenso auf die Theatralisierung des Jane-Austen-Romans „Stolz und Vorurteil“ (23. März 2025).

Jazzige Operette

Die Musiksparte eröffnet die neue Spielzeit am 4. Oktober 2024 mit der munteren Operette „Ball im Savoy“ von Paul Abraham. „Sie hat einen jazzigen Klang“, weckt Operndirektor Andreas Wendholz die Vorfreude. Dieser Klang war einer der Gründe, warum die leichte und etwas freche Operette nach ihrer Uraufführung im Jahre 1932 von den Nazis verboten wurde.

Es folgen die Oper „Eugen Onegin“ von Tschaikowsky (16. November 2024) und das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, das die Geschichte des biblischen Propheten erzählt (25. Januar 2025). Regie führt Kobie van Rensburg, der für seine fantasievollen Videoeinspielungen bekannt ist (man denke an die „Star Wars“-Version seiner „Zauberflöte“).

Der Massenmord an den Juden in den KZs der Nazis ist Thema der polnischen Oper „Die Passagierin“, die am 19. April 2025 in Erstaufführung auf die Krefelder Bühne kommt. „Wir haben dafür bewusst eine israelische Regisseurin ausgewählt“, betont Andreas Wendholz. Dedi Baron, die in Krefeld bereits Shakespeares „Wie es euch gefällt“ inszenierte, führt Regie.

Ballettdirektor Robert North präsentiert in seiner letzten Spielzeit zwei Eigenproduktionen: „Tschaikowskys Träume“ (9. November 2024) und „Carmen“ (1. Juni 2025). Mit „Tschaikowskys Träume“ schließt sich für ihn ein Kreis. Dieses Ballett nämlich choreographierte North 2008 in seiner ersten Spielzeit als Ballettdirektor in Krefeld.

Übersicht

Die Spielzeit 2024/25 hält noch viele weitere Programmpunkte bereit. Die komplette Übersicht sowie das neue Programmheft mit allen Informationen stehen auf der Homepage des Stadttheaters www.theater-kr-mg.de

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