42 elegante Segelflugzeuge mit rund 70 Pilotinnen und Piloten waren zu Gast auf Flugplatz Krefeld Egelsberg und fühlten sich auch bei wenig reizvoller polarer und labiler Kaltluft sichtlich wohl. Trotz herausfordernder Streckenflugbedingungen konnten in allen drei Flugzeugklassen die Sieger/-innen ermittelt und am Sonntag gebührend gefeiert werden. Organisiert und veranstaltet wurde dieser überregionale Segelflugwettbewerb gemeinsam von beiden Krefelder Segelflugvereinen, also vom Aero Club Krefeld e. V. und vom Verein für Segelflug Krefeld e. V. Aber der Reihe nach: Schon früh war klar, dass sich an Christi Himmelfahrt, dem ersten RHEIN GLIDE-Tag, kein Streckenflugwetter einstellen würde.
Insofern ließ es die sechsköpfige Wettbewerbsleitung entspannt angehen und setzte das obligatorische Eröffnungsbriefing erst um 11 Uhr an, um alle Teilnehmer/-innen . bzw. Teams zu begrüßen. Nachdem die Gegebenheiten auf dem Egelsberg geklärt waren, gab es bei bester kulinarischer Versorgung viel Gelegenheit, um sich in der Community auszutauschen und „alte Bekannte“ wiederzusehen. Gegen Abend kam dann doch die Sonne noch heraus, so dass schon für Freitag viele Segler aufgerüstet und präpariert werden konnten. Viele bevorzugten es allerdings, sich in der kurzerhand organisierten Fass-Sauna samt Bade-Fass aufzuwärmen.
Der Freitag versprach trotz einer gewissen Schauerneigung etwas Thermik und einen ersten, wenn auch herausfordernden Wertungstag. Alle drei Flugzeugklassen waren schon früh startbereit, als die Aufgaben bekannt gegeben wurden. Um den angesagten Schauern „entkommen“ zu können, wurden Wendepunktzonen und eine Mindestwertungszeit von 90 Minuten in das Münsterland und das nördliche Ruhrgebiet ausgeschrieben. Wer in dieser Zeit die weiteste Strecke und somit die schnellste Runde erfliegen würde, sollte die „Nase vorne“ haben. Leider gelang es nicht allen Pilotinnen und Piloten, mit ihren Seglern den Egelsberg fliegerisch wieder zu erreichen. So waren die Flugplätze „Dinslaken Schwarze Heide“ oder „Dorsten am Kanal“ begehrte Außenlandeplätze. So mancher Segler musste sich sogar mit einer Ackerlandung zufrieden geben und per Rückholteam samt Transportanhänger den Weg zurück zum Egelsberg finden. In der „Clubklasse“, mit den nicht ganz so modernen Seglern, erkämpfte sich das Doppelsitzer-Team Robin Barzen & Mark Ohligs vom LSV Grenzland den Tagessieg mit knapp 110 km Wertungsstrecke. In der „Gemischten Klasse“ wurde nicht weniger gekämpft. Dort sicherte sich Elisa Benkens mit D-Kader-Trainer Timo Angenendt (FPG Krefeld) mit 124,4 km und einer Wertungsgeschwindigkeit von 79,71 km/h (also mit Rückkehr zum Egelsberg) den Tagessieg. In der leistungsstärksten „Großen Klasse“ gewann das Team Josh Jarosch & Fabian Käsberg vom LSV Radevormwald den obersten Podestplatz. Sie kehrten mit ihrem größten Segler im Feld (einer ASH 25 mit mehr als 26 m Spannweite) nach 161,3 km und einer 80,46 km/h Geschwindigkeitswertung zurück nach Krefeld. Auch dieser spannende erste RHEIN GLIDE-Wertungstag auf dem Egelsberg fand seinen gemütlichen und stilvollen Ausklang bei einem selbst gezauberten „mexikanischen Buffet“ mit allerlei Köstlichkeiten. Schwer beeindruckt gab es schon da die ersten lobenden Worte für das bestens eingespielte Catering-Team Janina Stimming (VfS Krefeld) und Mathias Kall (AC Krefeld), die mit viel Liebe voll auf Selbstversorgung gesetzt hatten.
Für den Samstag konnte Chefmeteorologe Timo Angenendt beim Briefing nochmals etwas weniger Schauerneigung, mehr Sonneneinstrahlung und früh einsetzende Thermik verkünden. Die Wettbewerbsleiter Markus Linkenbach, Marcus Haas und Marco Tervoort stellen basierend auf dieser Prognose drei Aufgaben mit festen Wendepunkten zusammen: Die „Clubklasse“ musste sich einer Strecke von 175 km von Krefeld über Straelen, Stollberg, Weisweiler, Straelen und zurück nach Krefeld stellen. Die „Gemischte Klasse“ durfte die Strecke von Krefeld über Straelen, Linnich, Niederaußem, Stollberg, Straelen und zurück nach Krefeld mit rund 223 km in Angriff nehmen.
Last but not Least hatte die „Große Klasse“ die Herausforderungen, sich die Strecke von Krefeld über Straelen, Linnich, Langenfeld, Stollberg, Straelen und zurück nach Krefeld mit rund 277 km vorzunehmen. Schon um 11:00 Uhr waren alle Segler startbereit und konnten in die Luft geschleppt werden. Nach öffnen der Startline ging es dann um 11:15 Uhr los. Auch am Samstag war das Wetter mit einigen Herausforderungen versehen. Durch die schnelle Wolkenentwicklung kam es teilweise zu großen Abschattungen, die für lange Gleitstrecken sorgten. So mancher Segler musst daher in rel. geringer Höhe mit schwacher Thermik auskommen, bevor nach zähem Höhengewinn weitergeflogen werden konnte. Auch am Samstag reichte es leider nicht für alle, um wieder in Krefeld zu landen. Schon auf dem Flugplatz in Grefrath war für manche Schluss. Auch die ein oder andere Rückholung von diversen niederrheinischen Ackerflächen oder Wiesen war vereinzelt erforderlich. („Eine Ackerlandung ist im Segelflug übrigens keine große Besonderheit – die Flugzeuge sind dafür ausgelegt“). Die jeweiligen Tagessieger konnten aber alle nach rund 2 bis 3 Stunden Flugzeit wieder auf dem Egelsberg einschweben. In der „Clubklasse“ holte sich Patrick Wahlscheidt (LSC Bayer Leverkusen) in seiner DG 400 mit 84,93 km/h den Platz 1. Elisa Benkens & Timo Angenendt gewannen am Samstag erneut im Vereinsdoppelsitzer vom Typ Duo Discus mit 90,05 km/h in der „Gemischte Klasse“. In der „Großen Klasse“ holte das Vater-Sohn-Team Ranko und Nils Fecker von der LSG Erbslöh Langenfeld in ihrem Arcus M den Tagessieg mit 92,07 km/h. Schon am Samstagabend war die Wetterprognose für Sonntag eindeutig und es war klar, dass es leider bei nur zwei Wertungstagen bleiben sollte. Umso ausgiebiger konnte daher am Samstagabend die „RHEIN GLIDE Party“ mit großem und köstlichem Grill- und Salatbuffet starten. Das an diesem Abend rundum für alles gesorgt sein würde, hatte sich schon im Vorfeld herumgesprochen, so dass sich auch weitere Gäste aus der regionalen „Segelfluggemeinde“ spontan dazugesellten. Kein Wunder, dass es ein gelungener Abschlussabend wurde.
Mit einem großzügigen Geschenk aller Teilnehmer/-innen bedankte sich die Pilotensprecher Paul Gertzmann und Patrick Wahlscheidt zum guten Schluss ausdrücklich beim ganzen RHEIN GLIDE-Orga-Team beider Krefelder Segelflugvereine. Beide lobten insbesondere die perfekte Organisation und außerordentliche Gastfreundschaft. Kein Wunder, dass sich beide nur für ein Jahr, also bis zur nächsten RHEIN GLIDE am langen Fronleichnamswochenende 2027 verabschiedeten. Alle Aufgaben und Wertungsergebnisse der „RHEIN GLIDE Soaring Competition“ sind übrigens auf https://www.soaringspot.com/de/kappes-vergleichsfliegen-2026-krefeld-egelsberg-2026/ veröffentlicht und alle Flüge im Detail auf https://www.weglide.org/flight?airport=KrefeldEgelsberg,152608&scoring_date_start=2026-05-14&scoring_date_end=2026-05-17 zu sehen, teilen die Vereine mit: „Und wer sich vielleicht gerade jetzt mit dem Gedanken trägt, mit dem faszinierenden Hobby Segelfliegen selbst zu beginnen und Fliegen zu lernen, der ist natürlich bei beiden Vereinen auf dem Krefelder Egelsberg jederzeit herzlich willkommen!“