Jugendclub des Stadttheaters „Farm der Tiere“ auf der Bühne

Krefeld · Der Jugendclub des Stadttheaters führt in jeder Spielzeit ein selbst inszeniertes Stück auf. Diesmal ist es die Theatralisierung des berühmten Romans „Farm der Tiere“. Eine Parabel über Diktatur und Machtmissbrauch.

Beim Aufbau in der Shedhalle: (v.r.) Regisseurin Maren Gambusch, Bühnenbildner Matthias Stutte und Dramaturgin Esther Wissen richten zusammen mit den Technikern des Stadttheaters die Bühne her.

Foto: Müller

„Es gab bei den jungen Spielern ein Verlangen nach einer Aussage, nach einem politischen Theater“, berichtet Maren Gambusch über die Vorbereitungen im Jugendclub des Stadttheaters. Die Theaterpädagogin bot deshalb den 16 Freizeitschauspielern im Alter zwischen 15 und 26 Jahren das Buch „Farm der Tiere“ von George Orwell als Grundlage an.

Das Buch enthält eine Parabel auf Machtmissbrauch. Orwell schrieb es 1945 und spielte auf die brutale Diktatur der damaligen Sowjetunion an. In seinem Roman erheben sich auf einer Farm die Tiere gegen die schlechte Herrschaft der Menschen. Dann jedoch, nach geglückter Revolution, ergreifen die Schweine die Macht und errichten eine neue Diktatur. Der ursprüngliche Drang nach Freiheit ist gescheitert.

Die Jugendlichen des Jugendclubs haben sich mit der Problematik beschäftigt und offenbar Parallelen zur Gegenwart erkannt. „Wir sind mit einem Gerüst in die Proben gegangen und haben den Text beim Machen immer wieder verändert“, erklärt Gambusch, die in dem Stück auch die Regie führt. Die Texte hat sie meist selbst geschrieben. Teile wurden auch aus anderen Quellen übernommen. So blieb dem Jugendclub die Freiheit, eine selbst erarbeitete Fassung zu erstellen.

Dazu gehören auch Songs, die die jungen Schauspieler einzeln oder als Chor gesanglich darbieten. Als Live-Musiker steht Patrick Wanders mit auf der Bühne und begleitet mit seinen Instrumenten die Handlung.

Das Bühnenbild schuf Matthias Stutte. Ein drehbares Element, das er vom letzten Weihnachtsmärchen des Stadttheaters ausgeliehen hat, dient sowohl als Misthaufen wie als Bauernhaus. „Eine Windmühle dient als Zeichen der Hoffnung“, deutet er seine Aufbauten.

Die Kostüme der Schauspieler bleiben dezent. Kostümbildnerin Tsvetelina Brinkmann Scavone hat sie nicht als Tiere verkleidet, sondern ihnen Symbolzeichen aufgetragen, die sie als Schweine oder Esel erkennbar werden lassen. Ansonsten tragen sie bewusst Kleidung aus dem Arbeitsleben. Passend zum Ambiente einer Farm.

Eine Besonderheit der Aufführung ist der Ort. Wegen der Bauarbeiten in der Fabrik Heeder ist der Jugendclub in die Shedhalle der Alten Samtweberei an der Lewerentzstraße umgezogen. Hier errichten die Techniker des Stadttheaters die Bühne sowie den Zuschauerraum mit 80 Plätzen. „Für die Besucher gibt es gekühlte Getränke“, lockt Maren Gambusch.

Die Premiere des Stücks, das ca. 75 Minuten dauert, ist am Sonntag, 12. Juli, um 20 Uhr. Die Vorstellung ist bereits ausverkauft.

Die weiteren Vorstellungen liegen dicht aufeinander: Dienstag 14. Juli, Mittwoch 15. Juli, Donnerstag 16. Juli, sowie Freitag 17. Juli. Beginn jeweils 20 Uhr.

Karten sind an der Kasse des Stadttheaters am Theaterplatz erhältlich, Tel.: 02151/805 125 oder online unter www.theater-kr-mg.de. Es wird zudem eine Abendkasse in der Shedhalle eingerichtet.