Die ersten warmen Sonnenstrahlen eines jeden Jahres sind stets außergewöhnlich wohltuend und von besonderem Reiz. Dass wir Menschen uns in diesem Punkt ganz offensichtlich nicht von den Tieren unterscheiden, war nun bei einem Spontan-Besuch im Krefelder Zoo sehr deutlich zu beobachten.
Wenn die ersten, zarten Knospen an den Bäumen sprießen, die ersten Pflanzen ihre Blütenpracht präsentieren, dann macht sich auch unter den Tieren eine spürbare Aufbruchsstimmung breit. Schon am Eingang liegt eine besondere Atmosphäre in der Luft. Familien, Paare und neugierige Besucher strömen durch die Wege, begleitet vom Zwitschern der Vögel, das nun wieder lauter und vielfältiger klingt. Es ist, als würde der Zoo nach den ruhigen Wintermonaten wieder tief durchatmen.
In vielen Gehegen gibt es jetzt besonders viel zu entdecken. Der Frühling ist die Zeit des Nachwuchses – junge Tiere tapsen vorsichtig hinter ihren Eltern her, erkunden neugierig ihre Umgebung oder liegen ganz einfach in der Sonne. So wie die drei putzigen Thüringer Waldziegen, die unlängst das Licht der Welt erblickten. Sie sorgen bei den Besuchern für leuchtende Augen. Das erste Highlight wartet jedoch bereits wenige Meter zuvor auf die Besucher. Das Mini-Trampeltier George, der am 5. Februar geboren wurde, zieht die Blicke auf sich. Er dürfte aktuell eines der meist fotografierten Tiere im Zoo an der Uerdinger Straße sein. Wesentlich mehr Ruhe genießen indes derzeit die Pinguine. Das großzügige und normalerweise begehbare Areal der Frackträger ist derzeit wegen der Brunftzeit geschlossen. Der Zoo hat sich schon seit geraumer Zeit die Zucht auf die Fahnen geschrieben. Alleine die Pinguine spielten da noch nicht wirklich mit. Nun haben sie ausreichend Gelegenheit und Gleichmut für die Partnersuche.
Auch die größeren Tiere zeigen sich aktiver. Selbst Flusspferd Katka streckt da den Kopf viel weiter aus dem Wasser als gewöhnlich. Mit steigenden Temperaturen kehrt Bewegung in die Anlagen zurück: Die Affen klettern ausgelassen durch ihre neuen Außengehege. Man merkt, wie sich der Rhythmus des Lebens wieder beschleunigt.
Apropos Leben: Im Forscherhaus schlüpfen täglich Küken. Die Eier liegen im Brutschrank. Besucher können mit etwas Glück sehen, wenn ein Küken von innen die Schale anpickt und schlüpft. Die Eier erhält der Zoo vom Verein der Geflügelzüchter, der die jungen Hühner in einigen Wochen wieder abholt. Etwas größere Küken sind bei den Straußen auf der „AfrikaSavanne“ zu erwarten. Der Hahn und seine Hennen haben die ersten Eier gelegt, die allerdings noch nicht stetig bebrütet werden. Für ihr Nest haben sie einen neuen Platz an der Besucherplattform neben der Pflanzenklar-Anlage der „PelikanLagune“ ausgewählt. An diesem Wochenende öffnet übrigens auch der „SchmetterlingsDschungel“ nach der Winterpause wieder für Besucher. Der Frühling im Zoo Krefeld zeigt: Das Leben kehrt nicht nur zurück – es blüht richtig auf.