Sicherheit bei Veranstaltungen „Gegenseitiges Verständnis entwickeln“

Tönisvorst · Die Stadt Tönisvorst hatte Vereine und Veranstalter zu einem „Runden Tisch Veranstaltungen” eingeladen. Das Ziel der Gespräche, die in Zukunft regelmäßig stattfinden sollen, ist laut Ordnungsbehörde, Sicherheitsmaßnahmen bestmöglich umzusetzen.

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Love-Parade Duisburg, Weihnachtsmarkt Berlin, Magdeburg: Ereignisse, die dazu geführt haben, dass die Sicherheitsbehörden landesweit über Jahre hinweg Richtlinien erneuert und Sicherheitsmaßnahmen immer wieder an aktuelle Ereignisse anpassen mussten. Zu einem Runden Tisch “Veranstaltungen” hatte die Stadt Vereine und Veranstalter aus Tönisvorst eingeladen. Ziel? Informieren und gemeinsam schauen, wer was von wem braucht - um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für alle bestmöglich umzusetzen. Rund zwanzig Vereine waren der Einladung in den Ratssaal gefolgt. Mit dabei die Vorsitzenden des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Mobilität, Michael Landskron und Timo Schönen.

„Mir geht es darum, ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln“, betonte Christian Jäger, Leiter der örtlichen Ordnungsbehörde. Anhand einer ausführlichen Präsentation erläuterte er Entwicklungen, Rechtsgrundlagen und Zuständigkeiten auf beiden Seiten. „Rund 100 Veranstaltungen wurden 2025 in Tönisvorst durchgeführt -davon 70 in St. Tönis und 27 in Vorst. Im Jahr 2026 wurden bereits 65 Veranstaltungen angemeldet“.

Jäger erklärte zudem, welche Wege und Abstimmungen mit anderen Abteilungen und Behörden notwendig sind. In dem Zusammenhang wurde deutlich, warum handgezeichnete oder unvollständige Unterlagen sowohl hausintern als auch bei den Abstimmungen zu Problemen führen können – und warum auch deshalb die Einhaltung von Fristen so wichtig sei.

Deutlich wurde Jäger beim Thema Ermessensspielraum und Verhältnismäßigkeit: Er erläuterte, weshalb ein Abweichen von Empfehlungen der Polizei für die Ordnungsbehörde – nach dem Motto „die Kirche im Dorf lassen“ – nicht empfehlenswert sei: „Am Ende ist derjenige aus der Ordnungsbehörde, der die Genehmigung unterzeichnet, persönlich haftbar – mit allen Konsequenzen. Auch für das Verschulden, wenn Menschen zu Schaden kommen. Das will keiner – auch keiner der Veranstalter.“

Prozessoptimierungen seitens der Stadt

Um Veranstalter zu unterstützen, hatte die Stadt unter anderem Einfahrsperren gestellt – zum Beispiel in Form ausrangierter, mit Beton gefüllter Blumenkübel. 2026 sind nun der Kauf sogenannten „Truck-Stopp-Sperren“ sowie weitere Verbesserungen geplant: Der Erhebungsbogen wird digitalisiert, der dazugehörige Leitfaden überarbeitet, und künftig teilen sich zwei Ansprechpersonen die Aufgabe.

Im Anschluss an die Präsentation ging es darum, was die Veranstalter von der Stadt benötigen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass gar nicht die festen Sperren – wie Blumenkübel oder Truck-Stopp-Sperren – das Thema sind, sondern die mobilen. „Unser Vorstand besteht nur aus sechs Personen. Wir können uns das Personal für die mobilen Sperren - die sich schnell zur Seite fahren lassen etwa für Rettungswagen oder die Feuerwehr – nicht leisten“, so einer der Teilnehmenden. Zudem stellte sich die Frage nach dem Versicherungsschutz für mobile Sperren. Die Veranstalter wiesen zudem auf die Sorge hin, kurzfristig Auflagen zu erhalten, und betonten die Bedeutung von Veranstaltungen für die Belebung der Stadt.

„Vielen Dank für Ihr Engagement und die ehrlichen Worte“, so Bürgermeister Kevin Schagen nach gut zwei Stunden Austausch. „Es wird nicht der letzte Austausch dieser Form gewesen sein, sondern wir möchten das in regelmäßigen Abständen anbieten“, so der Bürgermeister abschließend.

Nähere Informationen zum Thema Veranstaltungen und Veranstaltungssicherheit gibt es auf der Website der Stadt unter: www.toenisvorst.de/leben-toenisvorst/sicherheit-und-ordnung/veranstaltungssicherheit.