Der Internationale Frauentag wird seit 1911 gefeiert und macht weltweit auf Frauenrechte, Gleichstellung und aktuelle Frauenthemen aufmerksam. In ihrer Begrüßung erinnerte Barbara Behrendt daran, wie viel in den vergangenen Jahrzehnten bereits erreicht wurde – aber auch daran, dass echte Gleichstellung noch immer nicht Realität ist. Heute gilt die Gleichberechtigung von Frauen und Männern vielen als selbstverständlich. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass zentrale Rechte erst vergleichsweise spät erkämpft wurden. So können Frauen in Deutschland erst seit gut 100 Jahren wählen. „Auch heute bestehen weiterhin Unterschiede, etwa bei der Bezahlung oder bei der Rente“, so die Veranstalter. „Viele Frauen erhalten im Alter weniger Geld, weil sie einen großen Teil der Care-Arbeit übernommen haben und dadurch weniger in die Rentenkasse einzahlen konnten.“ Studien gehen sogar davon aus, dass es weltweit noch mehr als 250 Jahre dauern könnte, bis vollständige Gleichstellung erreicht ist. „Es gibt also noch viel zu tun – wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus“, betonte Behrendt.
Auch aktuelle Entwicklungen zeigten, wie wichtig der Einsatz für Frauenrechte weiterhin ist: „In einem Bericht der Vereinten Nationen aus dem vergangenen Jahr wird beispielsweise vor einem weltweiten Angriff auf die körperliche Selbstbestimmung von Frauen gewarnt. Demnach gerät die Familienplanung in vielen Ländern zunehmend unter politischen Druck: Regierungen greifen mit Maßnahmen zur Erhöhung oder Senkung der Geburtenraten in die individuelle Entscheidung von Familien ein.“ Solche Eingriffe seien häufig ineffektiv, gefährlich und widersprächen grundlegenden Menschenrechten.
Neben diesen inhaltlichen Impulsen stand im Oedter Rathaus vor allem das gemeinsame kreative Tun im Mittelpunkt. An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmerinnen selbst aktiv werden: Nadine Lamertz von „Kunst & Kleber“ lud zum Basteln von 3D-Unterwasserbildern ein. Das Haus an der Dorenburg bot die Gestaltung von Trockenblumenkränzen an. Barbara Behrendt zeigte, wie sich Schmuckstücke selbst herstellen lassen. Katja Schulte von den Donnerstagsfrauen gestaltete mit den Besucherinnen Affirmationskarten und Buttons unter dem Motto „Was macht mich stark?“. Bei Barbara Thiemann drehte sich alles um Kräuter und Düfte. Wer wollte, konnte aber auch einfach bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen, ins Gespräch kommen und sich austauschen. Genau diese Mischung aus Begegnung, Kreativität und Gesprächen machte den Nachmittag für viele Besucherinnen besonders.