Über 100 Bürgerinnen und Bürger wollen an diesem Abend erfahren, ob und wie die gefährdete Demokratie bewahrt werden kann. Zu Beginn erläutert der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Peter Hufer, Gründungsmitglied der vor fünf Jahren gegründeten Initiative, warum der 18. März ein historischer Tag für die Demokratie ist. „1793, 1848, 1990 – in diesen Jahren ist der 18. März untrennbar mit der Demokratiegeschichte unseres Landes verbunden“, berichtet Hufer und erinnert unter anderem an die erste freie Wahl zur Volkskammer der DDR am 18. März 1990.
Eva Kirbisch berichtete, wie es das Langenfelder Bündnis „Wir für Demokratie“ binnen zwei Wochen geschafft hat, quasi aus dem Nichts am 3. Februar 2024 eine Demo pro Demokratie auf die Beine zu stellen, die 4000 Menschen in der Langenfelder Innenstadt besuchten. Mittlerweile hat das Bündnis 61 Partner von Parteien über Firmen, Vereine, Sozialeinrichtungen und losen Vereinigungen wie „Omas gegen Rechts“ und begeistert mit Aktionen wie Demokratie-Songcontests, Demokratie-Preisverleihung, Werkstätten, Stammtischen und Kinoreihen die Menschen in der Stadt.
„Das ist vorbildlich, wir können viel von euch lernen“, zieht Hufer den Hut vor so viel Zivilcourage und frischem Mut in einer rheinischen Kleinstadt. „Demokratie muss Spaß machen, das ist der Schlüssel“, verrät Eva Kirbisch. Fragen tun sich auf aus dem Publikum: „Wie erreichen wir die Kinder und Jugendlichen in den Schulen?“ oder „Wie schaffen wir es, unsere Aktionen zu finanzieren?“ Die Antworten von Eva Kirbisch sind einfach wie plausibel: Analog ins Gespräch kommen; dafür sein statt dagegen; positiv unterwegs sein. Am Ende traut sich eine Besucherin aus der Mitte des Saals, steht auf und sagt: „Dieser Abend hat mir Mut und Hoffnung gemacht – vielen Dank!“
Das parteiunabhängige Bündnis „Demokratie gerade jetzt!“ in Kempen startete im Frühjahr 2021 mit acht Erstunterzeichnern, um auf den Zustand der Demokratie in Deutschland zu reagieren: Ute Gremmel-Geuchen, Peter Hufer, Martin Kamp, Stefan Kiwitz, Roland Kühne, Axel Küppers, Marcel Rau und Edith Stefelmanns. Die Initiative lädt zu einer Ausstellungseröffnung „Die Mütter des Grundgesetzes“ in Kooperation mit dem Gymnasium Thomaeum am 6. Mai um 16 Uhr ins Rathaus am Buttermarkt ein. Geplant ist ferner ein World-Café, bei dem in entspannter Atmosphäre an Tischen Wissen ausgetauscht und kreative Lösungen entwickelt werden. Kontakt und Info unter [email protected] .