Autorin aus St. Hubert: Stefanie Grönegres hat zwei Romane veröffentlicht Aus dem „Schreibchaos“ den Sprung in die Buchhandlung geschafft

Kempen-St. Hubert · „Chaos küsst besser“ und „Der Mann aus Zimmer 9“: Stefanie Grönegres aus St. Hubert hat in diesem Jahr zwei Romane veröffentlicht und es damit aus dem Stand heraus in die Buchhandlungen in ihrem Heimatort sowie nach Kempen, Viersen und Geldern geschafft.

Foto: Stefanie Grönegres

Mit handgeschriebenen Seiten am Esstisch und ziemlich viel Papierchaos fing alles an: „Ich schreibe meine Geschichten nämlich tatsächlich zuerst mit der Hand“, erzählt Stefanie Grönegres. „Seite für Seite, mit Notizen dazwischen, durchgestrichenen Sätzen und Ergänzungen am Rand. Irgendwann liegen dann überall Blätter herum, die anschließend sortiert, abgetippt und zu einem richtigen Manuskript zusammengesetzt werden müssen.“

Eine ganze Weile habe sich ihr Mann dieses Chaos angesehen, bis ihm der Geduldsfaden riss: „Er sagte: Jetzt mach endlich etwas daraus – oder ich schmeiß das ganze Zeug weg. Im Grunde war genau das der Schubs, den ich gebraucht habe.“ Für die vierfache Mutter, die außerdem noch berufstätig ist, war das Schreiben schon immer eine heimliche Liebe: „Geschichten und Ideen hatte ich ständig im Kopf, aber daraus wirklich ein Buch zu machen und es zu veröffentlichen – dafür hat mir lange der Mut gefehlt.“ Doch dann ging auf einmal alles ganz schnell, so dass sich Stefanie Grönegres mit Dingen beschäftigen, von denen sie nach eigenen Worten vorher überhaupt keine Ahnung hatte: Buchsatz, Cover, Veröffentlichung und allem, was sonst noch dazugehört. Und dann durfte sie ihre ersten beiden Romane in gedruckter Form in der Hand halten: „Chaos küsst besser“ und „Der Mann aus Zimmer 9“.

Besonders viel Überwindung habe es sie gekostet, mit den eigenen Büchern in Buchhandlungen zu gehen und sie dort vorzustellen: „Zu Hause an einem Manuskript zu arbeiten, ist eine Sache, aber vor jemandem zu stehen, das eigene Buch in der Hand zu halten und zu sagen: ‚Das habe ich geschrieben’, ist etwas völlig anderes. Umso schöner war es für mich, zu erleben, wie offen und herzlich ich hier in der Region aufgenommen wurde.“ Die örtliche Buchhandlung sei sofort bereit gewesen, sie zu unterstützen. Inzwischen sind ihre Bücher nicht nur in St. Hubert, sondern auch in Buchhandlungen in Kempen, Viersen und Geldern erhältlich: „Für Außenstehende sind das vielleicht kleine Erfolge. Für mich sind sie riesig. Wenn ich daran denke, dass das Ganze mit handgeschriebenen Seiten auf unserem Esstisch angefangen hat und heute tatsächlich Menschen meine Bücher kaufen und lesen, macht mich das schon ziemlich stolz.“

Der erste Termin für eine Autorenlesung steht auch schon in ihrem Kalender: Am Montag, 23. November 2026, um 18.30 Uhr wird Stefanie Grönegres ihre Erstlingswerke in Mo’s Bücherkiste in Kempen-St. Hubert vorstellen. Auch auf TikTok und Instagram ist sie unterwegs und präsentiert ihre Bücher, mit denen sie direkt in zwei ziemlich unterschiedliche Richtungen gegangen ist:

„Chaos küsst besser“ ist eine leichte und humorvolle Story. Im Mittelpunkt steht Mila Sommer, die eigentlich ständig zu spät kommt – zu Terminen, zu Rückrufen und manchmal auch zu ihren eigenen Gefühlen. Als sie versehentlich auf einer fremden Verlobungsfeier landet und dem Architekten Ben König auch noch Himbeer-Baiser-Torte aufs Hemd befördert, nimmt das Chaos seinen Lauf. Dazu kommen ein altes Kino, das gerettet werden soll, virale Posts, ein Hund namens Beyoncé und natürlich jede Menge Gefühle. Ein Buch zum Lachen, Mitfiebern und Abschalten – aber auch eine Geschichte darüber, dass das Leben manchmal gerade dann die schönsten Überraschungen bereithält, wenn überhaupt nichts nach Plan läuft.

Die Geschichte des Romans „Der Mann aus Zimmer 9“ kommt deutlich düsterer und geheimnisvoller daher: Die Historikerin Isabelle Neumann kommt in das abgelegene Hotel Aurelia und stößt dort auf Dinge, die überhaupt nicht in ihre rationale Welt passen: verschwundene Spuren, alte Geheimnisse und eine Zimmernummer, über die niemand sprechen möchte – Zimmer 9. Dort begegnet sie Rafael Morand, einem Mann, der seit Jahrzehnten an das Hotel gebunden ist und mehr über dessen Vergangenheit weiß, als Isabelle zunächst ahnt. Je tiefer sie gräbt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit, Gefahr und Anziehung.

„Dass meine ersten beiden Bücher so unterschiedlich geworden sind, passt eigentlich ziemlich gut zu mir“, sagt Stefanie Grönegres. „Ich möchte mich im Moment noch gar nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen. Ich habe einfach Spaß daran, unterschiedliche Geschichten zu erzählen und auszuprobieren, was mir liegt.“ Und inzwischen stehe tatsächlich schon ein drittes Buch in den Startlöchern: „Dieses Mal geht es wieder in eine ganz andere Richtung. Wie das ankommt und wohin mich das Schreiben am Ende noch führt, weiß ich selbst nicht. Aber genau das macht es gerade so spannend.“ Und was sagt ihre Familie dazu? „Mein Mann unterstützt mich in jeder Hinsicht, und meine Kinder sind auch stolz auf mich, auch wenn sie mit dem ganzen Bücher- und Autorenleben selbst nicht unbedingt besonders viel anfangen können.“ Man darf also gespannt sein, welche tollen Geschichten dem „Schreibchaos“ auf dem Esstisch noch entspringen werden.