Bezirksverband Kempen der Schützenbruderschaften Karitatives Engagement lohnt sich

Kempen / Grefrath / Tönisvorst · Die Altkleidersammlung stellt die Schützen vor immer größere Herausforderungen. Doch das ehrenamtliche Engagement lohnt sich.

Karitatives Engagement im Bezirksverband Kempen, dem die Schützenbruderschaften aus Kempen, Tönisvorst und Grefrath angehören: Brudermeister Heiner Achten, Bezirksgeschäftsführerin Petra Volgmann und Bezirksbundesmeister Uli Loyen, der gleichzeitig Vertreter für die ca. 417 Schützenbruderschaften aus dem Diözesanverband Aachen im karitativen Ausschuss ist (v.l.).

Foto: Bezirksverband Kempen e.V.

Die Arbeit des karitativen Ausschusses im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften erfreut sich weiterhin großer Anerkennung. Bei der jüngsten Präsidiumssitzung in Viersen wurde das ehrenamtliche Engagement der Ausschussmitglieder ausdrücklich gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurden der Einsatz für schwerstkranke und sterbende Menschen durch die Unterstützung der ambulanten Palliativhilfe der Malteser sowie der Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz durch die bundesweite Altkleidersammlung.

„Der europäische Altkleidermarkt befindet sich allerdings in einem tiefgreifenden Wandel, was auch die ehrenamtlich tätigen Schützen zu spüren bekommen. Zahlreiche gewerbliche und karitative Sammler haben ihre Tätigkeit eingestellt oder mussten Insolvenz anmelden. Infolgedessen ist das Aufkommen an Alttextilien an den verbliebenen Sammelstellen erheblich gestiegen. Nach Angaben aus der Branche wurden an vielen Standorten Zuwächse von mehreren hundert Prozent verzeichnet.

Diese Entwicklung stellt auch die Entsorgungs- und Verwertungsunternehmen vor große organisatorische Herausforderungen. Zusätzliche Fahrzeuge, neues Personal und angepasste Tourenpläne sind notwendig, um den deutlich gestiegenen Mengen gerecht zu werden. Auch der Vertragspartner des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften hat bereits auf diese Entwicklung reagiert und seine Kapazitäten durch zusätzliche Fahrzeuge und Fahrer erweitert. Ziel bleibt eine möglichst regelmäßige und zuverlässige Leerung aller Container.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften im Jahr 2025 rund 17.000 Euro für soziale Zwecke ausschütten – die zweithöchste Spendensumme aus der Altkleidersammlung in den vergangenen 15 Jahren. „Auch die Entwicklung des laufenden Jahres lässt auf ein ähnlich gutes Ergebnis hoffen“, teilen die Schützen mit.

Die Erlöse aus der Sammlung kommen der ambulanten Palliativversorgung der Malteser zugute. Damit werden schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen in einer besonders belastenden Lebensphase unterstützt. Darüber hinaus konnten für die verbandseigenen Container wieder verbesserte Erlöse erzielt werden, was die langfristige Finanzierung der karitativen Arbeit stärkt.

Auch auf regionaler Ebene wird diese wichtige Arbeit mit großem Herzblut gelebt. Der Bezirksverband Kempen engagiert sich im karitativen Sinne gleich an mehreren Fronten: Neben der Altkleidersammlung und der Ukraine-Hilfe von Heribert Welter steht die Brillen-Spendenaktion „Brillen spenden – Sehen schenken“ im Fokus. Aktuell betreibt der Bezirksverband der Schützen aus Kempen, Grefrath und Tönisvorst drei Altkleidercontainer sowie mehrere Sammelboxen für gebrauchte Brillen. Sämtliche Standorte und Abgabestellen sind auf der Homepage unter www.bezirksverband-kempen.de zu finden.

Ein doppelter Standort für Altkleidercontainer befindet sich beispielsweise in der Honschaft Unterweiden an der Kindertagesstätte „Unter den Weiden“ am Krefelder Weg. Hier hat die örtliche St. Josefs Schützenbruderschaft Unterweiden bereits seit 2017 die Patenschaft übernommen. Die Bruderschaft um Brudermeister Heiner Achten kümmert sich verlässlich darum, dass die Containeranlage und das Umfeld stets einen gepflegten Eindruck hinterlassen.

Die enge Verzahnung zwischen der Arbeit vor Ort und der Bundesebene zeigt sich auch in den Personen, die das Projekt tragen: Aus dem Bezirksverband Kempen engagieren sich Bezirksbundesmeister Uli Loyen und Bezirksgeschäftsführerin Petra Volgmann aktiv im karitativen Ausschuss im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. „Für beide ist es eine absolute Herzensangelegenheit, direkt in ihrer Heimat Gutes zu tun“, sagt Bezirksbundesmeister Uli Loyen. „Sie beweisen damit eindrucksvoll, dass das Schützenwesen weit über das Feiern, das Vogelschießen und das Marschieren hinausgeht. Es ist eine echte Lebenseinstellung und – wie sie es selbst treffend formulieren – ‚das Salz in der Familie und der Suppe’.“

Der karitative Ausschuss wirbt deshalb weiterhin für Geduld, Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis: „Wo örtliche Probleme an einzelnen Containerstandorten auftreten, werden gemeinsam mit den betroffenen Bruderschaften praktikable Lösungen gesucht.“ Das gemeinsame Ziel sei klar: Mit den Erlösen der Altkleidersammlung christliche Nächstenliebe konkret werden zu lassen und Menschen in ihrer letzten Lebensphase würdevoll zu begleiten, so dass der Wahlspruch „Schützen helfen“ keine leere Formel bleibe, sondern täglich durch das ehrenamtliche Engagement vieler Schützenschwestern und Schützenbrüder mit Leben erfüllt werde.