Verabschiedung von Hans Holtschoppen und Michael Steeg Die Städtepartnerschaft mit Leben erfüllt

Tönisvorst · „Es gibt Menschen, die ein Amt übernehmen. Und es gibt Menschen, die ein Amt mit Leben füllen. Heute verabschieden wir zwei Persönlichkeiten, die unsere Städtepartnerschaften über viele Jahre geprägt haben“, so Bürgermeister Kevin Schagen anlässlich der Verabschiedung der beiden Städtepartnerschaftskomitee-Vorsitzenden Hans Holtschoppen und Michael Steeg.

Foto: Stadt Tönisvorst

2016 übernahm Hans Holtschoppen den Vorsitz des Städtepartnerschaftskomitees Staré Město. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits viele Jahre langjähriger Löschzugführer sowie stellvertretender Leiter der der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst. Weitere umfassende Organisationserfahrung brachte der ehrenamtliche Schöffe als Vorsitzender der Rumänienhilfe Vorst und durch seine Mitgliedschaft im Kolpingswerk auf Stadt- und Landesebene mit. Zudem hatte er als Mitglied im Partnerschaftskomitee Laakdal-Vorst/Vorst bereits unmittelbare Erfahrung mit der Thematik Städtepartnerschaften.

In seine Zeit als Vorsitzender des Partnerschaftskomitees mit Staré Město fiel das 20-jährige Jubiläum. Anlässlich des Jubiläumsbesuchs in Staré Město Anfang September 2018 nahmen 56 Tönisvorster teil – alles organisiert durch Hans Holtschoppen. „Über viele Jahre koordinierte er mit seiner ruhigen und besonnenen den wechselseitigen Austausch und fand manch eine kreative Lösung, damit auch jeder teilnehmen konnte“, teilt die Stadt Tönisvorst mit: „Als jemand nicht fliegen konnte, organisierte er kurzerhand ein Fahrzeug und fuhr denjenigen selbst runter – mit ausreichend Platz für weitere Gastgeschenke.“ „Durch Partnerschaften können Städte unmittelbar durch echte persönliche Kontakte Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Sie sind auch ein wichtiges Zeichen für Frieden und bilden in Zeiten politischer Spannungen ein wichtiges Gegengewicht zu Nationalismus und Abschottung“, so Hans Holtschoppen.

Über die Freiwillige Feuerwehr Tönisvorst lernte Michael Steeg die Tönisvorster Partnerstadt kennen. So nahm 1980 an einer der ersten offiziellen Fahrten nach Sées eine große Delegation Feuerwehrleute teil. „Auf diese Weise lernten die Tönisvorster Blauröcke ihre Séeser Feuerwehrkollegen mit ihren Familien näher kennen. Man übernachtete nicht in Hotels, sondern war bei seinen Séeser-Feuerwehrkameraden privat untergebracht“, erzählt Michael Steeg. Im nächsten Jahr erfolgte dann der Gegenbesuch der französischen Feuerwehrkollegen samt Ehepartnerin in Tönisvorst. „Aus den anfänglichen Begegnungen entwickelten sich über die Jahre hinweg enge Freundschaften, die bis heute vielfach noch bestehen“, so Steeg.

Seit Anfang der 1990er engagiert sich Steeg im Partnerschaftskomitee, übernahm 2015 gemeinsam mit Silvia Gülich den Vorsitz der Städtepartnerschaft, die bereits seit 1979 besteht. Im Lauf der Jahrzehnte gab es über zwanzig offizielle Besuche von Bürgern und Vereinen aus Tönisvorst in Sées und umgekehrt – ergänzt um den regelmäßigen Austausch der weiterführenden Schulen. 2019 schließlich das 40-jährige Jubiläum in Sées: Über 100 Mitreisende aus Tönisvorst besuchten die Partnerstadt. In Rahmen eines Festaktes im Rathaus wird die „Geburtstagsurkunde“ unterzeichnet. 2020 musste der geplante Gegenbesuch aus Sees wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Einer von vielen besonderen Momenten ereignete sich 2017, als man gemeinsam die D-Day-Küste besuchte. Auf einem Soldatenfriedhof in Küstennähe legte man gemeinsam einen Kranz nieder. „Die Tatsache, dass wir das schließlich tun konnten, zeigt deutlich, dass Städtepartnerschaften mehr sind als Symbolik. Durch die persönliche Begegnung auf lokaler Ebene wurde Versöhnung konkret und erlebbar gemacht. Städtepartnerschaften haben über Jahre Brücken gebaut- so dass schließlich in unserem Falle aus Fremden Freunde wurden“, erinnert sich Michael Steeg. „Auch in der heutigen Zeit, in der Kriege und Auseinandersetzungen leider alltäglich sind, sollten und müssen Städtepartnerschaften zwischen Völkern unterschiedlichster Nationen aktiv gelebt werden, um das friedliche Miteinander zu fördern.“

Vom 10. bis 14. September 2026 ist eine Reise nach Staré Město geplant. Es geht mit dem Zug nach Wien und von dort mit einem Reisebus nach Stare Mesto. In Tschechien selber ist ein buntes Programm durch die Gastgeber geplant. Dazu gehört unter anderem der Besuch des dortigen Weinfestes. Die Eigenbeteiligung beträgt 150 Euro pro Person. Wer an diesem Städtepartnerschaftsaustausch teilnehmen möchte, kann sich an die Abteilung Sport und Kultur der Stadt Tönisvorst unter [email protected] oder aber 02151/999-185 wenden.