Neujahrsempfang der SPD Willich im Gründerzentrum „Ich weiß, Willich kann es!“

Stadt Willich · Traditionsgemäß hat auch die SPD im Januar zum Neujahrsempfang geladen, wie im letzten Jahr wieder im Gründerzentrum im Stahlwerk Becker. Einziger Redner des Abends war Lukas Maaßen, SPD-Fraktionsvorsitzender.

Auch die SPD hatte zum Neujahrsempfang geladen - traditionell freitagsabend im Gründerzentrum in Willich. Unser Foto zeigt Lukas Siebenkotten, Andreas Winkler und Lukas Maaßen.

Foto: Kellys Grammatikou

Es war leider dem eisigen Wetter und den rutschigen Straßen geschuldet, dass sich auf Einladung der SPD Willich nicht so viele Gäste im Gründerzentrum einfanden wie noch im letzten Jahr. Lukas Maaßen, Fraktionsvorsitzender der SPD, konnte daher einige kurzfristige Absagen durchaus verstehen.

Trotz des Winterwetters waren doch einige Willicher Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Brauchtum der Einladung gefolgt, um zusammen mit den Willicher Genossen einen gemeinsamen Abend des Austausches zu verbringen. Wie auch im letzten Jahr war der Fraktionsvorsitzende der SPD der einzige Redner des Abends, der sich in seiner knapp 18-minütigen Rede kurz und knackig hielt „... wir sind ja hier nicht, um nur mir zuzuhören, sondern wir wollen miteinander ins Gespräch kommen“, so der Willicher SPD-Vorsitzende zu Beginn seiner Rede. Dabei erinnerte er an das ehemalige Vorstandsmitglied Klaus Olaf Platz, der überraschend im April letzten Jahres verstorben war. „Die Nachricht über seinen Tod macht Dir brutal klar, worum es eigentlich geht und was wirklich zählt: Das Leben ist nicht endlos und Zeit auch nicht selbstverständlich“, so Maaßen weiter. Und darum solle es in der Politik auch immer um etwas Konkretes gehen, resümierte Maaßen. Es ginge immer um die Menschen in einer Stadt und ob diese Stadtgemeinschaft zusammenhält.

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Darum sei Zynismus das Gift in der Politik. „Das können wir uns nicht leisten, auch wenn ich die Menschen verstehe, die sagen - ‚ihr macht in der Politik doch eh, was ihr wollt‘.“

Er verstehe die Menschen, die sich im Leben engagieren und viel arbeiten, aber das Gefühl haben, nicht weiterzukommen. Auch die Inflation trage zu diesem Gefühl bei. Doch trotzdem möchte er mit Zuversicht ins neue Jahr gehen „... auch weil ich weiß, Willich kann es.“ Dabei heiße Zuversicht nicht nur, dass alles leicht wird, sondern „... wir packen es an“. Das Gründerzentrum sei dafür der richtige Ort - ein Ort mit Gründergeist, an dem man Dinge anpackt. „Ein Gründergeist, den wir in 2026 spüren“. Dazu nannte er drei wesentliche Dinge: Finanzen, Wohnen, Mobilität!

Zum Thema Finanzen klärte Lukas Maaßen auf, dass der Stadt in diesem Jahr 30 Millionen Euro im Haushalt fehlen, 600 Euro pro Einwohner in Willich. Maaßen mahnte dazu, die Finanzhoheit zu halten. „Das geht nur, wenn wir Klarheit in Sachen Finanzen haben. Was kostet es, was können wir leisten, wo können wir besser werden, ohne die Menschen übermäßig zu überfordern? Wir dürfen unsere Stadt nicht kaputt sparen“.

Dabei zitierte er auch MdL Guido Görtz aus der Neujahrsrede der CDU: „Mit dem Streichen der Gelder bei Vereinen, rettet man keinen Haushalt.“ Und er ging noch weiter: „Wenn man bei allem spart was das Leben lebenswert macht, rettet man eine Zahl, aber zerstörst die Gemeinschaft.“ Es brauche daher kluge Prioritäten - sozial, gerecht und finanziell sauber. Daraus folgen aber auch Entscheidungen, die nicht angenehm, aber notwendig seien.

Im Bereich Wohnen fasste Lukas Maaßen zusammen: „Wer heute eine Wohnung sucht, merkt schnell, das ist nicht einfach Markt, das ist harte Realität, die die Menschen aus der eigenen Stadt drängt.“ Daher müsse hier die Politik liefern. Als positive Beispiele nannte er Schiefbahn-Diepenbroich, wo mit Hilfe der SPD 30 geförderte Wohnungen entstanden sind. „Sozialpolitik ist nicht ‚nice to have‘, sondern ist Standortpolitik.“ Es müsse Wohnraum geschaffen werden für die, die in Willich arbeiten.

Mobilität war ebenfalls ein zentrales Thema für die SPD. Lukas Maaßen begrüßte den „Rückenwind“ aus Krefeld, für die Verlängerung der S042, die in der Krefelder Planung „... deutlich nach vorne gezogen ist. Da bewegt sich was.“ Wenn Krefeld bereit sei, voran zu gehen, sollte Willich mitziehen. Immerhin ginge es um mehr Mobilität für die Menschen in Willich.

„Am Ende geht es aber auch um Vertrauen. Vertrauen entsteht, wenn Politik drei Dinge macht: ehrlich sein, gerecht sein und sichtbar ins Handeln kommen. Ich möchte am Ende des Jahres hier stehen und sagen: Wir haben als Politik gehandelt mit Klarheit und einem fairen Kompass.“

Maaßen rief dazu auf, im politischen Umgang respektvoll zu sein, aber immer in der Sache klar. „Lassen Sie uns eine Politik machen, die Probleme angeht und löst.“ Zum Schluss appellierte Maaßen an Willicher Vereine und Institutionen, das Leben in der Stadt weiterhin aktiv mitzugestalten und direkt auf Probleme hinzuweisen.