Spatenstich Eisspeicher bei der Feuerwehr Willich Energie mittels Eisspeicher

Willich · Am Donnerstagmorgen gab es den Spatenstich für den sogenannten Eisspeicher an der Feuerwache der Feuerwehr Willich an der St. Töniser Straße. Dieser soll zukünftig mittels Wärmepumpe für angenehmes Klima im Neubau, aber auch im Altbestand sorgen.

Spatenstich für den Eisspeicher an der Feuerwache St. Töniser Straße in Willich. Unser Foto zeigt von links Sascha Dohmen (Teamleiter Teamschutz), Bernd Teschen (stellv. Löschzugführer Feuerwehr Willich), Dirk Schumacher (Sparkasse Krefeld), Gregor Nachtwey (Tech. Beigeordneter), Bürgermeister Christian Pakusch, Stefan Grunwald (Sparkasse Krefeld), Thomas Metzer (Leiter Feuerwehr Willich), Markus Schops (Objekt- und Wohnungsbau), Raimund Berg (Kämmerer) und Björn Rippegarten (Bauleiter(mit Sohn)). Foto: Grammatikou

Foto: Kellys Grammatikou

Ein Eisspeicher der für Energie sorgen soll - was im ersten Moment kontrovers klingt, ist aber mittlerweile bewährte Technik. „Im Kreis Viersen werden bereits zwei Gebäude mit Heizenergie über einen Eisspeicher versorgt“, erklärt Bauleiter Björn Rippegarten am Donnerstagmorgen auf der Baustelle an der Feuerwehr an der St. Töniser Straße. Sowohl das Kreisarchiv als auch das Förderzentrum in Viersen nutzen die Kombination aus Eisspeicher und Wärmepumpe, um das Klima in den Gebäuden zu regulieren. Ebenso würde die Technik auch bereits für Hamburger Schulgebäude genutzt. „Ein Eisspeicher nutzt im Prinzip dasselbe technische Grundprinzip wie ein Kühlschrank – allerdings genau umgekehrt“, erklärt Heinzungs- und Sanitär-Ingenieur Achim Rückner von der ausführenden Planungsgesellschaft Koch.

Dort, wo aktuell noch brache Baufläche ist, wird später mal ein Parkplatz entstehen. Dann weist nur noch ein Gullydeckel großer Zugang darauf hin, dass sich darunter eine große Zisterne aus Stahlbeton von 16 Metern Durchmesser und drei Metern höhe befindet, die bis zu 80 Prozent mit Wasser gefüllt wird und als Eisspeicher dient. Hierbei nutzt der Eisspeicher die sogenannte Kristallisationswärme (latente Wärme) von Wasser. Das System entzieht dem Wasser im unterirdischen Tank Wärme. Gefriert das Wasser dabei zu Eis, wird enorm viel Energie freigesetzt, die das Heizen hocheffizient macht. „Im Grunde ist der Eisspeicher die Energiequelle für unsere Wärmepumpe“, so Rippegarten weiter. Ein in die Zisterne integriertes Rohrleitungssystem sorgt für die entsprechende Kühlung über die Wärmepumpe. Im optimalen Fall gefriert das Wasser bis Ende des Winters zu einem Eisblock. „Die abgeleitete Kälte kann dann zur Kühlung für die Gebäude genutzt werden“, erläutert Rückner. Mit dem Spatenstich haben die Arbeiten begonnen, abgeschlossen sein wird das Projekt Eisspeicher Ende September. Die Gesamtkosten für das zu installierende Heizsystem belaufen sich auf 1,45 Millionen Euro, 100 000 Euro werden über eine Stiftung der Sparkasse Krefeld subventioniert. Zum Ende des Jahres sollen die gesamten Bauarbeiten auf dem Gelände der Feuerwehr abgeschlossen sein: Parkplatz, die Übungshalle und das Feuerwehrgerätehaus. Über das neue installierte Heizsystem sollen sowohl die neuen Gebäude als auch das alte Bestandsgebäude mit Heizenergie versorgt werden. Mittels Solarpanels und einer Netzersatzanlage (Dieselaggregat) kann sich der Feuerwehrstandort in Willich in einem Notfall für mehrere Tage autark mit Strom und Energie selbst versorgen.