Sternstunde in der Eifel: Mercedes-AMG hat erstmals nach zehn Jahren wieder die das24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen. Maro Engel, der schon 2016 beim bis dato letzten Erfolg mit an Bord war, feierte im Mercedes-AMG #80 seinen zweiten Gesamtsieg in der „Grünen Hölle“ und jubelte nach der Zieldurchfahrt mit seinen Fahrerkollegen Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin. Bis knapp dreieinhalb Stunden vor Rennende hatte noch Formel-1-Superstar Max Verstappen direkt bei seinem ersten Auftritt bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring auf Siegkurs gelegen, bis ein Antriebswellenschaden seinen „eigenen“ Verstappen-Mercedes-AMG #3 stoppte. 352.000 Zuschauer – so viele wie noch nie zuvor – verfolgten an den vier Tagen das Rennen und sorgten auch abseits der Strecke für ein einzigartiges Spektakel.
Die beiden weiteren Podiumsplätze sicherten sich nach einem spannenden Vierkampf der von der Pole-Position gestartete Abt-Lamborghini #84 mit Luca Engstler, Mirko Bortolotti und Patric Niederhauser vor dem Walkenhorst-Aston-Martin #34 mit Christian Krognes, Mattia Drudi, Nicki Thiim und Felipe Fernandez Laser. Für beide Marken war es jeweils das erste Podium bei den 24h Nürburgring. Für den Rowe-BMW #99 mit Dan Harper, Max Hesse, Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor und den Schubert-BMW M3 Touring #81 mit Jens Klingmann, Ugo de Wilde, Connor De Phillippi und Neil Verhagen blieben am Ende die Plätze vier und fünf.
Nach einer turbulenten Anfangsphase hatten sich die beiden Mercedes-AMG #3 und #80 schon am frühen Samstagabend an der Spitze abgesetzt, nachdem sie vor einem heftigeren der zahlreichen Regenschauer einen perfekten Zeitpunkt zum Boxenstopp erwischt hatten. Danach verwalteten sie bequem mit mehreren Minuten Polster im „Doppelpack“ das Geschehen und kamen sich dabei einige Male nur selbst ein bisschen ins Gehege. Danach hielten die beiden exakt im gleichen Rhythmus fahrenden Autos etwas mehr „Sicherheitsabstand“, bis Dani Juncadella den Verstappen-Mercedes-AMG für eine längere Reparatur in der Box abstellen musste. Erst in der Schlussphase ging Juncadella mit dem reparierten Verstappen-Auto noch einmal auf die Strecke und genoss die Ovationen der Fans, die zuvor vor allem Verstappen elektrisiert hatte.
Max Kruse Racing Duisburg
„Inmitten dieses spektakulären Rennens zeigte Max Kruse Racing erneut eine starke Performance. Das Team aus Duisburg brachte drei VW Golf VIII GTI Clubsport 24h sowie zwei Audi R8 LMS GT3 Evo II an den Start und überzeugte mit einem Klassensieg, einem Podium und erstklassiger Teamleistung. Die drei VW Golf VIII GTI Clubsport 24h starteten in zwei verschiedenen Klassen: In der SP3T ging die Startnummer 10 mit Matthias Wasel, Christoph Lenz, Jens Dralle und Teammitgründer Max Kruse ins Rennen. Das Quartett meisterte die Herausforderungen der Nordschleife souverän und sicherte sich am Ende einen starken vierten Platz in der Klasse. In der SP4T starteten zwei weitere Golf VIII GTI Clubsport 24h: Die Startnummer 76 mit Timo Hochwind, Nico Otto, Fabian Vettel und Jonathan Mogotsi zeigte bis zu einem technischen Defekt eine vielversprechende Leistung, musste das Rennen jedoch vorzeitig beenden. Das Schwesterauto mit der Startnummer 50, pilotiert von Heiko Hammel, Johann Kristoffersson, Nico Otto und Benny Leuchter, wurde trotz zwischenzeitlicher technischer Hürden mit dem zweiten Platz innerhalb der Klasse belohnt. Leuchter griff zudem gemeinsam mit den Brüdern Dominik und Marcel Fugel als auch Tom Coronel im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 75 ins Lenkrad. Nach einem starken Qualifying und einer ausgezeichneten Anfangsphase innerhalb des Rennens bedeutete ein Reifenschaden jedoch das vorzeitige Aus für das Fahrzeug. Das Schwesterauto mit der Startnummer 19, besetzt mit Jan Jaap van Roon, Tom Coronel, Duncan Huisman und Christian Kohlhaas, blieb hingegen von größeren Zwischenfällen verschont. In der AT1Klasse, die durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe geprägt ist, sicherte sich das Quartett den Klassensieg.“ Leuchter resümiert: „Es war ein sehr anstrengendes und hartes Wochenende, das uns allen in den Knochen steckt. Ich bin sehr stolz auf das Team, was niemals aufgegeben und unermüdlich gearbeitet hat, um die Fahrzeuge während des Rennens wieder einsatzfähig zu machen. Wir sammeln nun unsere Kräfte und bereiten das nächste Rennevent vor. Wir möchten uns bei all unseren Partnern für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken und freuen uns 2027 erneut anzugreifen.“
Peter Posavac aus Duisburg hatte die schwierige Aufnahme, mit seinen Teamkollegen Funke / Strycek / Carmona Chavez auf einem BMW E89 Z4 (EVO 2013)), genannt „Zetty“ einen akzeptablen Platz im Klassement zu erzielen, gleichzeitig aber auch die BMW-Ikone heil zurückzubringen. Am Ende blieb ein 99. Platz das Ergebnis.
Kenneth Heyer vom AMC Duisburg und seine Teamkollegen Jannes Fittje, Jay Mo Härtling und Philip Ellis hatten wenig Glück beim diesjährigen 24h-Rennen. Im Training lag der Mercedes-AMG GT3 von Schnitzelalm #11 noch auf Platz 19, im Rennen selbst reichte es nach einem schwierigen Rennverlauf nur zu Platz 101.
Der gebürtige Duisburger Lance David Arnold, gestartet auf einem Mercedes HWA EVO.R #61, belegte mit seinen Kollegen Adam Adelson, Jamie Green und Renger Van der Zande im Qualifying Rang 45. Im Rennen konnte man diesen Platz nicht halten und musste sich nach hartem Kampf mit Platz 48 zufriedengeben.
Nach der spektakulären 54. Auflage der „24h Nürburgring“ können sich alle Fans bereits den Termin für das nächste Jahr vormerken. Dann steigt das Rennen vom 27. bis 30. Mai 2027.