Niederrhein. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat das Rohstoffmonitoring im vergangenen Jahr erstmals beim Essener Wirtschaftsforschungs-Institut RWI in Auftrag gegeben. Die Wissenschaftler sollen unter anderem ermitteln, wie hoch der Bedarf an Kies in Nordrhein-Westfalen künftig ist.
„Das Rohstoffmonitoring hat also massiven Einfluss darauf, ob bei uns am Niederrhein künftig noch mehr Kies abgegraben wird“, sagt der Kamp-Lintforter Schneider. „Auf Grundlage des Monitorings möchte die Grüne Wirtschaftsministerin für ihre Landesplanung einen Degressionsfaktor bestimmen. Das wird das Bekenntnis, ob und wie viele Kieslöcher das Land NRW künftig ausweist. Sieht das Rohstoffmonitoring einen hohen Bedarf und wenig Alternativen wie Recycling, wird das bitter für den Niederrhein“, sagt Schneider.
Laut Ausschreibung der Landesregierung musste das RWI spätestens zum 31. Dezember einen ersten Entwurf für sein Monitoring an das Wirtschaftsministerium senden. Daher hat Schneider nun umgehend zu Jahresbeginn eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, in der er unter anderem fragt: „Welche Aussagen zu einer möglichen Degression trifft der Entwurf des ersten Rohstoffmonitorings?“ Dazu erklärt Schneider: „Ich möchte für unsere Region so schnell wie möglich herausfinden, wohin die Reise geht. Mit dem Rohstoffmonitoring hat das Schicksalsjahr für den Kies-Abbau am Niederrhein begonnen. Die Betroffenen haben verdient, so schnell wie möglich zu erfahren, was auf sie zukommt und wie das RWI zu seinen Ergebnissen kommt.“
Ehe das Monitoring offiziell fertiggestellt und veröffentlicht wird, hat die Landesregierung jetzt die Möglichkeit, Änderungswünsche an das RWI zu richten. Auch danach fragt Schneider. Ebenso könne das Land weitere Akteure bei der Prüfung des ersten Entwurfs einbeziehen. „Das behält sich das Wirtschaftsministerium explizit vor. Ich will wissen, wer da nun Einfluss nimmt. Sollten etwa der Branchenverband oder einzelne Unternehmer ihre Finger im Spiel haben, ist dieses Monitoring nicht mehr neutral“, sagt Schneider: „Ich werde genau hinschauen und darauf drängen, dass die Landesregierung zu ihrem Versprechen steht, den Kies-Raubbau zu beenden.“