Neue Spielplatz Map der Spielplatz-Testerin mit Gladbacher Spielplätzen Die schönste Zeit kostet nichts

Mönchengladbach · Seit über vier Jahren testet Claudia Franzen aus Heinsberg zusammen mit Tochter Lili (7) Spielplätze in der Region – von Aachen und Heinsberg bis rüber in die Niederlande. Seit rund zwei Jahren verschlägt es die beiden auch immer wieder nach Mönchengladbach. Warum die „Spielplatz-Testerin“ die Gladbacher Spielplätze unbedingt in ihrer neu aufgelegten Spielplatz Map haben wollte, verrät sie im Extra-Tipp.

Spielplatz-Testerin Claudia Franzen auf einem ihrer Lieblings-Spielplätze – im Geropark. Kleines Foto: Ganz in der Nähe und auch zu empfehlen: der Spielplatz Hügelstraße im Westend. Fotos: Petra Käding, Claudia Franzen

Foto: Petra Käding/privat

„Meine Tochter sagt immer ‚Ich bin die Spielplatz-Testerin, du machst nur die Fotos’, lacht Claudia Franzen und erzählt, wie alles angefangen hat. „Das war im Februar 2022, als Lili gerade drei Jahre alt war und wir nach einem Umzug keinen Kita-Platz hatten. Wir haben sehr viele Spielplätze besucht, erst im Kreis Heinsberg, dann auch niederländische Spielplätze, weil wir direkt an der Grenze wohnen. Da habe ich festgestellt, wie anders die die Spielplätze bauen, wie selbstverständlich da Barrierefreiheit und Inklusion immer schon mitgedacht werden.“

Die Lust auf Recherche war in der WDR-Journalistin geweckt. Aus Spielplatz-Besuchen wurden Spielplatz-Tests. Auf dem Prüfstand: Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Zuwegung, Spielangebote, speziell auch für U3-Kinder, Beschattung, Umgebung. „Sogar eine Fortbildung zur Sachkundigen für visuelle und Routineinspektion auf Spielplätzen habe ich gemacht“, sagt Franzen. „Mit Abschlussprüfung. Da kriegt man das technische Verständnis und lernt die Spielplatznormen kennen, etwa was Fallschutz angeht.“

Heraus kam die erste Spielplatz Map, eine anschauliche Faltkarte mit allen von Mutter und Tochter geprüften und für gut befundenen Spielplätzen in der Region. Allen? Nein. Mönchengladbach fehlte auf der Karte. Für die Spielplatz-Testerin, deren Aktionsradius die Vitusstadt längst einschloss, war klar: Eine erweiterte Neuauflage muss her.

„Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass Mönchengladbach unheimlich viel in neue Spielplätze investiert – und das, wo alle Kommunen sagen, sie haben kein Geld, und immer zuerst an den Kindern gespart wird. Respekt!“

Einer ihrer Lieblings-Spielplätze in Gladbach ist der im Geropark. „Eine richtige Oase. Wie das hier schon riecht, die vielen Bäume...“, erklärt sie. „Und diese kleinen Spielinseln, die über den Park verteilt sind, da das Klettergerüst, dort die tolle hohe Schaukel, überall Sitzgelegenheiten...

Was man hier auch gut sieht: dass verschiedene Altersklassen abgedeckt werden. Hier vorne diese Mini-Sitzecke für Kleinkinder oder diese kleine Treppe, das ist alles so niedrig, dass die Kleinsten mitspielen können. Etwas weiter sieht man Jugendliche Fußball spielen, da vorne ist ein Skatelement. Gleichzeitig hat das so einen Erholungsfaktor hier, dass ich das richtig, richtig toll finde!“

Einen Verbesserungsvorschlag hat die Spielplatz-Testerin, die auch zusammen mit einer Freundin in Heinsberg den Verein Die Spielplatz Bande e.V. gegründet und einen inklusiven Spielplatz gebaut hat, aber auch: „Die Nestschaukel an sich ist ja inklusiv, aber wenn die wie hier von Sand umgeben ist, kommen beeinträchtigte Kinder nicht hin. Sie müsste näher am Weg sein und über Hartgummiboden auch z. B. mit dem Rollstuhl zu erreichen.“

Einen Gladbacher Spielplatz kann Claudia Franzen gerade im Sommer nicht empfehlen: den im Volksgarten. „Keine Bäume drumherum, kein Schatten!“

An einen anderen erinnert sie sich dafür umso lieber. „Der Spielplatz Beller Mühle hatte so tolle Spielgeräte, die wir noch nicht kannten, so ein Klettergerüst mit einem Pendel zum Beispiel. Und danach waren wir noch am See, wo die Nutrias ans Ufer kamen – wir hatten den tollsten Tag!“

Was der Spielplatz-Testerin ein großes Anliegen ist: „Es gibt so viele tolle kostenlose Angebote in der Region – schnappt Euch Eure Familie, geht raus. Mit meiner Tochter auf Entdeckungstour gehen, ist für mich die schönste Zeit!“

Claudia Franzen ist ehrenamtlich als Spielplatz-Testerin unterwegs. Mit den Einnahmen für die Map und der Unterstützung durch die Kreissparkasse Heinsberg werden die Gestaltungs- und Produktionskosten gedeckt. Weniger als 2 Euro pro verkauftem Exemplar fließen in die Spritkosten. Mehr Info unter www.die-spielplatz-testerin.de

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