Michael Patrick „Paddy“ Kelly - am 26. Juli im SparkassenPark - exklusives Interview „Bei Konzerten sind alle happy, es gibt nur Gewinner“

2023 war er schon mal im SparkassenPark in Mönchengladbach. Am 26. Juli kommt er wieder: Michael Patrick Kelly. Extra-Tipp-Redakteurin Petra Käding hat mit „Paddy“ geplaudert.

Am 26. Juli kommt er mit „Traces“ in den SparkassenPark: Michael Patrick Kelly.

Foto: Marvin Stroeter

Paddy, 2023 warst Du schon einmal hier im SparkassenPark – was ist Dir in Erinnerung geblieben?

Michael Patrick Kelly: Ich erinnere mich an eine super Stimmung im Publikum, bestes Wetter und einige emotionale Momente. Es gibt tatsächlich Konzertorte, die ich mit so einem guten Gefühl und besonderen Bildern verbinde, dass man sich einfach nur freut, wenn man dort noch mal auftreten darf. It was so nice, so we’re gonna do it twice.

Die Songs von Deinem Album „B•O•A•T•S“ basieren auf wahren Geschichten. Wie ist es bei dem aktuellen Album „Traces“?

Für mich als Songwriter ist das wahre Leben die Quelle der Inspiration. Meine eigene Biografie, aber auch die Geschichten von Menschen, denen ich begegnet bin, die mich tief berührt haben. Es gibt zum Beispiel „K.H.A.“ (Keep Hope Alive), ein Lied, das ich nach einem langen Gespräch mit einem Polizisten aus San Francisco geschrieben habe, der mehr als 200 Menschen davon abgehalten hat, ihr Leben an der Golden Gate Bridge zu beenden. Oder „Calcutta Angel“ über meine Zeit als Helfer in einem Sterbehaus in Kalkutta. Das Album „Traces“ steht im Storytelling in einer Linie mit seinem Vorgängeralbum. Ich würde sagen, es ist in einigen Songtexten noch tiefgründiger, spiritueller, mutiger.

„Traces“ bedeutet „Spuren“. Um welche Spuren geht es?

Es geht um die Frage, was uns zu dem macht, was wir sind. Am Tag, als mein Vater starb, trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Viele Menschen treten in Dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren.“ Das hat bei mir den Gedanken angestoßen, wer oder was in meinem Leben Spuren hinterlassen hat und welche Spuren ich hinterlassen möchte.

Wenn etwas Spuren hinterlassen hat, klingt das eher negativ, nach Verletzungen usw. – gibt es auch gute Spuren?

Definitiv. Alles, was in Liebe getan wird, hinterlässt eine positive Prägung. Deshalb ist es für mich auch entscheidend, dass die Kunst, die ich mache, anderen etwas Gutes bringt. Wenn Menschen mir erzählen, dass ein Song von mir sie durch eine schwere Krise getragen hat, dass sie zu einem Lied von mir geheiratet oder einen lieben Menschen beerdigt haben, wenn Sportler erzählen, dass sie sich aus Songs von mir Motivation für den Wettkampf holen, dann macht mich das zutiefst dankbar, weil es zeigt, dass Musik weit mehr als Unterhaltung ist.

Was sind Deine persönlichen Top-3-Songs auf dem Album?

Schwer zu sagen. Mir liegen alle Songs von Traces am Herzen, deshalb performen wir auf der Tournee auch fast das komplette Album live. „Symphony of Peace“, „Love found us“, und „The Day my Daddy died“ sind aktuell meine Favoriten.

Mit „The day my daddy died“ hast Du einen sehr emotionalen Song mit Deinen Geschwistern aufgenommen, bei „The Voice Kids“ nach 20 Jahren erstmals wieder „An Angel“ gesungen. Für eine Kelly-Family-Reunion bist Du aber nicht zu haben...?

Ich schaue dankbar und gerne in meine Vergangenheit zurück, aber ich lebe im Jetzt und bewege mich als Künstler vorwärts. Kreativität braucht Freiraum, um das, was Deine Seele bewegt, in Form zu bringen. Gleichzeitig gibt es Momente, in denen ich mich freue, die alten Songs zu singen. Vor kurzem habe ich zwei Konzerte auf der Loreley gespielt, und dort gemeinsam mit zwei meiner Schwestern gesungen. Das war sehr emotional. Eine Reunion als Band ist nicht geplant, aber: never say never.

Und welche Songs von früher dürfen nicht fehlen, wenn Du auf die Bühne gehst?

Ich werde den ein oder anderen Song aus den 90ern mit auf der Setliste haben, das bleibt ein bisschen eine Überraschung. Es ist so schön, dass mein Publikum mittlerweile mehrere Generationen umfasst. Da sind Kleinkinder, Teenager, Twens, die mit ihren Eltern, Omas und Opas eine gute Zeit haben und eine Wahnsinnsstimmung machen.

Wer oder was inspiriert Dich als Songwriter?

Unter Songwritern gibt es den Spruch, „ein guter Song besteht aus drei Akkorden und der Wahrheit“. Nach diesem Prinzip versuche ich Songs zu schreiben. Durch eine ehrliche Beschreibung eines Gefühls oder Erlebnisses in Form von handgemachter Musik, die aus dem Herzen kommt. Ohne KI-Tools. Viel entsteht aus dem Zusammenkommen mit Menschen und ihren Lebensgeschichten.

Rockst Du wieder beim ersten Song los oder ist das Konzert diesmal anders angelegt?

Ich werde kein Spielverderber sein, und das Opening verraten. (Lacht.) Das müsst Ihr abwarten. Meine Konzerte gehen zwei bis drei Stunden lang. Mit allen Radiohits, Balladen, tanzbaren Party-Momenten, aber auch rockigen Songs. Musik hat die besondere Power, Menschen zu verbinden, die sich gar nicht kennen. Da werden aus tausenden von Menschen in wenigen Stunden in gewisser Weise Freunde durch ein positives Wir-Erlebnis. Selbst im Sport, jetzt während der WM, ist immer die Hälfte der Zuschauer enttäuscht, wenn ihre Mannschaft verliert. Bei Konzerten sind alle happy, es gibt nur Gewinner.

2023 hast Du die „Peace-Glocke“ aus Kriegsschrott geschlagen – als Botschaft für den Frieden. 2026 schreit die Weltlage fast nach einer Wiederholung, oder? Hast Du etwas geplant?

Die PeaceBell ist bei all meinen Konzerten dabei. Das ist ein unbeschreiblicher Moment, wenn diese Glocke, die 1 Tonne wiegt, auf die Bühne heruntergelassen wird, und mit dem Klöppel, einem G3-Gewehr, angeschlagen wird. Wenn tausende Menschen das Feiern unterbrechen und eine Minute absolute Stille über unseren Köpfen steht, dann ist das für mich jedes Mal ein krasser Gänsehaut-Moment. Im Anschluss gibt es dann die Friedenshymne „Symphony of Peace“, die ich gemeinsam mit dem Weltstar-Tenor Jonas Kaufmann singe.

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