Mönchengladbacher Marcel Kauven tritt bei WM in London an Bereit für die „Deadly Dozen“

Mönchengladbach · Es ist der Hype in Sachen Kraftraining: Hybrid Races – „Challenges“, die harte Übungen und Sprints kombinieren und in denen Sportler bei Wettbewerben vor Publikum antreten. Einer davon ist Marcel Kauven. Der 36-jährige Gladbacher hat sich für die Deadly Dozen World Championships qualifiziert, die am 5. und 6. September in London stattfinden. Der Extra-Tipp hat ihn getroffen.

Noch 13 (6) Tage bis zu den Deadly Dozen World Championchips – Marcel Kauven ist gut im Training. Foto: privat

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Mit einer ärztlichen Verordnung hat alles angefangen. „Mit 17 fehlte es mir an stützender Muskulatur, daher sollte ich mit Krafttraining anfangen“, erzählt Marcel Kauven. „In den letzten 17 Jahren war ich viel im Laufsport unterwegs und habe ergänzend Krafttraining gemacht. Vor vier Jahren habe ich dann mit einem Freund einen Hyrox im Double (Anm. der Red.: Wettkampf zu zweit mit 8 x 1 km Laufen und 8 Workout-Stationen, die sich die Partner teilen) gemacht. Danach gab‘s dann immer mal die Idee, in einer Single Competition anzutreten, um herauszufinden, wie gut ich allein sein kann.“

Tatsächlich absolviert hat der gebürtige Dorthausener, der jetzt in Venn wohnt, sein erstes „Single Race“ aber erst vor drei Monaten (2 x Deadly Dozen, 1x Gymrace). „Beim letzten Deadly Dozen konnte ich unter 60 Minuten finishen und habe gemerkt, dass ich nicht ganz so schlecht im Hybrid Racing bin...“

Mit einer Einladung zur Deadly Dozen WM in London hat Kauven aber nicht gerechnet. „Nach dem ersten Deadly Dozen lag plötzlich eine Mail in meinem Postfach und mir wurde zur WM-Qualifikation gratuliert. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass es überhaupt eine WM gibt.“

Zur Deadly Dozen WM werden Athletinnen und Athleten aufgrund ihrer Leistungen und Platzierungen in der globalen Rangliste (Global Leaderboard) aus Qualifikationsrennen eingeladen. Rund 1 000 Athleten gehen an den Start. Pro Geschlecht gibt es zehn Altersklassen, außerdem Wettbewerbe mit Zweierteams.

Dass die Deadly Dozen WM kein Spaziergang ist, sagen schon der Name und das Motto „Bigger. Better. Deadlier“. 12 hammerharte Disziplinen, die meisten mit Gewichten (Kurz- und Kugelhanteln etwa) und so martialisch klingenden Namen wie „Deadlift“, „Bear Crawl“ und „Devil Press“ gilt es zu bewältigen – und dazwischen knackige 400-Meter-Läufe. Und das mit so wenig Pausen wie möglich, denn am Ende zählt die Gesamtzeit.

Neben Kraft und Ausdauer ist eine saubere Ausführung der Übungen das A und O – denn wenn man sie falsch macht, kann das ungesund ausgehen.

Kauvens Stärke, also Übungen, die er „unbroken“ (ohne Pause) hinbekommt, sind „Farmer´s Carry“ (s. mittleres Foto), Deadlift (Kreuzheben) und „Front Carry“ (Gewicht wird auf Brust-/Schulterhöhe getragen). „Nachholbedarf“, gibt er zu, „habe ich definitiv bei den ‚Push Presses‘ und auch der ‚Bear Crawl“ (im Vierfüßlerstand mit entgegengesetztem Arm und Fuß vorwärtsbewegen) gegen Ende des Rennens kann fürchterlich anstrengend sein...“

Um sich fit zu machen für die Deadly Dozen trainiert Kauven drei-, viermal die Woche auf einer Sportanlage mit Laufbahn, wie in Hardt oder im Grenzlandstadion. „So kann ich die Wettkämpfe am besten simulieren, indem ich Workouts und Läufe kombiniere. Spezielle Kraftübungen mache ich im Gym, in der Sporthalle Hehn oder daheim. Dazu kommen reine Laufeinheiten und auch mal Yoga. In der Regel trainiere ich täglich.“

Durchhänger und Cheat Days, an denen er auch mal ungesund isst, gibt es bei Kauven eher nicht. „Ganz selten habe ich mal keine Lust aufs Training. Dann denke ich an die nächste Challenge und dann klappt das schon!“

Sein erklärtes Ziel bei der ganzen „Plackerei“: „Ganz klar eine neue Bestzeit abliefern!“, sagt er. „Dann wäre ich der glücklichste Mensch überhaupt. Vielleicht gehe ich danach zurück in den Laufsport und probiere mal einen Backyard Ultra...“

Eine ruhige Kugel schieben wird auch das nicht. Der Backyard Ultra ist ein extremer Ultramarathon, bei dem die Teilnehmer stündlich 6,706 km (4,167 Meilen) laufen – so lange im stündlichen Rhythmus, bis nur noch einer übrig bleibt.

Der Extra-Tipp sagt: Respekt – und viel Erfolg bei der Deadly Dozen WM!

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