In der ersten Septemberwoche steht für rund 2 700 Kinder (Stand 29. Juli: 2 681) in Mönchengladbach ein ganz besonderer Tag bevor: An den 37 städtischen Grundschulen beginnt für sie die Schulzeit. Die Zahl der Einschulungen liegt damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Zu Beginn des Schuljahres 2026/2027 werden 103 Eingangsklassen eingerichtet. 155 Kinder wurden vom Schulbesuch zurückgestellt, 31 Kinder werden vorzeitig eingeschult. Ende Juni waren noch 27 schulpflichtige Kinder mit Wohnsitz in Mönchengladbach nicht an einer Grundschule angemeldet. 48 Kinder mit Wohnsitz in Gladbach besuchen eine Schule außerhalb des Stadtgebiets oder eine nicht städtische Grundschule. Gleichzeitig werden elf Kinder, die nicht in Gladbach gemeldet sind, zum Schuljahresbeginn eine städtische Grundschule besuchen. Die Gesamtzahl der Grundschüler bleibt auf hohem Niveau (seit 22 Jahren gehen erstmals wieder mehr als 11 000 Kinder in die Grundschule: 11 037 gegenüber 10 867 im Schuljahr davor). Dadurch bleibt die räumliche Auslastung der Schulen groß.
„Die Schaffung und der Erhalt von ausreichend gutem Schulraum ist und bleibt für uns ein zentrales Thema. Die Stadt wächst. Kapazitäten, die in der Vergangenheit aufgrund sinkender Schülerzahlen abgebaut wurden, müssen wir nun mit viel Aufwand wieder herstellen. Hinzu kommt der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung. Wir müssen in die Gebäude investieren und tun dies bereits an etlichen Standorten“, erläutert der Leiter des Fachbereichs Schule und Sport, Dr. Sascha Derichs.
Am Grundschulstandort Venn, der ab dem Schuljahr 2026/2027 den Namen Martinschule trägt, wird zur Einrichtung von vier Eingangsklassen ein Klassencontainer aufgestellt. In den Folgejahren soll der Standort dauerhaft erweitert werden, sodass künftig grundsätzlich vier Eingangsklassen pro Schuljahr eingerichtet werden können.
Die Personalsituation bleibt – wie bereits im vergangenen Schuljahr – angespannt. Dennoch können alle Grundschulen die vorgeschriebene Mindeststundentafel durch ausgeschriebene und besetzte Vertretungsstellen sowie durch Abordnungen und Versetzungen sicherstellen. An allen Grundschulen unterrichten weiterhin Seiteneinsteiger. Dazu zählen Lehrkräfte mit einer anderen Lehramtsbefähigung sowie Personen mit einem Hochschulabschluss in einem anderen Fach oder mit einschlägigen pädagogischen Qualifikationen.
Zum Schuljahr 2026/2027 wird der erste Jahrgang mit einem Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung eingeschult. Dies bringt einen enormen Zuwachs an OGS-Plätzen mit sich. Die Verwaltung rechnet mit rund 1 300 neu geschaffenen OGS-Plätzen. Auch die KGS Annaschule, die bislang noch keinen Offenen Ganztag angeboten hat, richtet zum neuen Schuljahr rund 108 OGS-Plätze ein. Im Schuljahr 2026/2027 stehen rund 6 000 OGS-Plätze an städtischen Grundschulen sowie weitere 140 Plätze an den beiden Förderzentren zur Verfügung (Stichtag 1. März: 5 991 Plätze).
Auch der Ausbau des rhythmisierten Ganztags, bei dem Unterricht und Ganztagsangebote eng miteinander verzahnt sind, wird fortgesetzt. An der GGS Heyden wird erstmals im dritten Jahrgang eine Ganztagsklasse eingerichtet. Bereits vollständig umgesetzt ist dieses Modell an den Grundschulen Mülfort-Dohr, Waisenhausstraße, der Evangelischen Grundschule Pahlkestraße sowie der Katholischen Grundschule Untereicken. Dort gibt es im Schuljahr 2026/2027 in allen Jahrgängen jeweils eine rhythmisierte Ganztagsklasse.
„Der Rechtsanspruch hat uns – wie viele andere Kommunen auch – vor große Herausforderungen gestellt. Ich freue mich sehr, dass wir diese gemeinsam bewältigen konnten und auch künftig gut aufgestellt sind, um den weiteren Ausbau fortzuführen“, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs.
Zum Schuljahresbeginn wechseln voraussichtlich 2 470 Schüler in die fünften Klassen der weiterführenden Schulen. Im Vorjahr waren es rund 2 381 Kinder. Die Gesamtzahl Schüler, die eine weiterführende Schule in Gladbach besuchen, war 2025/2026 16 700, im kommenden Schuljahr werden es voraussichtlich rund 17 300 sein. Ursache dafür sind zum einen die größeren Grundschuljahrgänge, die nun auf die weiterführenden Schulen wechseln. Zum anderen gibt es an den Gymnasien aufgrund der Rückkehr von G8 zu G9 keinen regulären Abiturjahrgang. Dadurch verlassen deutlich weniger Schüler die Schulen, während neue fünfte Klassen aufgenommen werden. Die Gesamtschülerzahl steigt dadurch weiter an. Dieser Trend wird sich voraussichtlich in den nächsten Jahren fortsetzen.
Zum Schuljahresbeginn nimmt außerdem die siebte Gesamtschule der Stadt ihren Betrieb auf. An der Gesamtschule Breite Straße werden am 2. September zunächst 108 Schülerinnen und Schüler in einem vollständig ausgestatteten Interimsgebäude ihren ersten Schultag erleben.