Gesundheit, Energie, Versicherung... Was ist neu im Jahr 2026?

Niederrhein (co) · Natürlich gibt es im neuen Jahr 2026 wieder neue Regeln und Gesetze für die Verbraucher. Ob zum Thema Gesundheit, Energie, Versicherung: Der Extra-Tipp hat die wichtigsten Änderungen, die 2026 in Kraft treten, zusammengefasst.

Neue Regeln im Internet: Unter anderem müssen KI-generierte Inhalte gekennzeichnet werden. Außerdem wird der Widerrufs-Button eingeführt.

Foto: Pixabay/kaboompics

Viele strengere Regeln sollen die Menschen schützen. Bei einigen anderen Änderungen müssen die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. „Das neue Jahr bringt aus Verbrauchersicht einige klare Verbesserungen. Auch wenn wir uns bei mancher Regelung mehr gewünscht hätten – insgesamt stärken die Neuerungen in vielen Punkten den Verbraucherschutz“, sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Wir geben einen Überblick, was sich konkret ändert.

Mindestlohn: Anfang des Jahres steigt der Mindestlohn von 12,82 auf 13,90 Euro. Parallel dazu steigt für Minijobber die Verdienstgrenze von 556 auf 603 Euro pro Monat.

Aktivrente: Wer sein gesetzliches Renteneintrittsalter erreicht hat und eine Vollrente bezieht, kann seit 1. Januar monatlich 2 000 Euro aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steuerfrei hinzuverdienen.

Höhere Sozialbeiträge: Arbeitnehmer mit höheren Einkommen müssen seit 1. Januar mehr Sozialabgaben leisten. Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen in der Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung. Auch viele Privat-Krankenversicherer erhöhen die Beiträge. Rund 60 Prozent der privat Krankenversicherten müssen durchschnittlich 13 Prozent mehr zahlen.

Bürgergeld: Die Pläne sehen ab Frühjahr 2026 schärfere Sanktionen vor, wenn Termine im Jobcenter nicht eingehalten und eine angebotene Arbeit nicht angenommen werden. Zudem soll das Bürgergeld künftig Grundsicherung heißen.

Kindergeld: Ab Januar 2026 steigt das Kindergeld: Familien erhalten 259 Euro pro Kind.

Kfz-Versicherung: Die Prämien für Auto- und Motorradversicherungen legen weiter zu. Abhängig vom Umfang des Versicherungsschutzes ist von Erhöhungen um sieben Prozent auszugehen.

Höhere Pendlerpauschale: Zum 1. Januar wurde die Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer auf 38 Cent erhöht.

Energiekosten: Teurer werden sehr wahrscheinlich Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Grund ist eine neue Regelung, die zum Klimaschutz beitragen soll: Ein Teil der CO2-Zertifikate, die vorher zum Festpreis gehandelt wurden, kommt auf den freien Markt und werden innerhalb bestimmter Grenzen versteigert. Beim Gas steigen in den meisten Regionen die Netzentgelte, dafür fällt aber die „Gasspeicherumlage“ weg. Für den Strompreis gilt Ähnliches: Zum einen sinken bundesweit die Netzentgelte durch einen staatlichen Zuschuss, zum anderen steigen die Umlagen.

Solardachpflicht: Seit 1. Januar gilt in NRW die letzte Stufe der Solardachpflicht. Dächer von Bestandsgebäuden müssen dann bei einer Dachsanierung auch mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden.

Lungenkrebs-Früherkennung: Ab April 2026 wird es für Raucher die Möglichkeit einer kostenfreien Lungenkrebs-Früherkennung geben. Betroffene (50 bis 75 Jahre) können eine CT-Untersuchung erhalten.

Nahrungsergänzung: Eingeführt werden Höchstmengen für risikoreiche Nährstoffe (wie z.B. bestimmte Vitamine, Selen, Eisen).

Honig: Ab 14. Juni müssen die Ursprungsländer je nach Gewichtsanteil auf dem Etikett von Honiggläsern ausgewiesen werden.

Käfighaltung: Ab 2026 ist Käfighaltung von Legehennen in Deutschland verboten. Innerhalb der EU ist die Käfighaltung jedoch weiter erlaubt. Verbraucher können Eier mit dem Code „0“ kaufen (Bio-Eier) oder auf Tierwohl-Siegel achten, um Käfig-Eier zu meiden.

Digital-Apps: Gesundheits-Apps und andere digitale Hilfsmittel sollen Betroffene und pflegende Angehörige unterstützen: Produkte, die einen Prüfprozess erfolgreich durchlaufen haben, können ab 2026 auf Rezept verordnet werden.

Widerufs-Button: Ab 19. Juni 2026 ist für Online-Anbieter ein Widerrufsbutton Pflicht – damit wird es für Kunden einfacher, einen im Internet geschlossenen Vertrag per Klick zu widerrufen.

KI-Kennzeichnung: Mit künstlicher Intelligenz (KI) generierte Inhalte wie Texte, Bilder, Audioangebote und Videos müssen ab 2. August als solche gekennzeichnet werden. Das soll für mehr Transparenz sorgen und vor Täuschung schützen.

Kreditrichtlinien: Ab 20. November gibt es neue EU-Schutznormen für Verbraucherkredite. Schon bei Kleinkrediten unter 200 Euro und bei Krediten mit Laufzeiten unter drei Monaten ist eine strengere Kreditwürdigkeitsprüfung Pflicht.

EU-Gewährleistungslabel: Ein einheitliches EU-Label ab 27. September soll mehr Transparenz bei Produktinformationen bringen.

Neue EU-Richtlinien stärken ab 31. Juli auch das Recht auf Reparatur von Elektrogeräten, indem Händler mehr Infos bereitstellen müssen.

Greenwashing: Vor irreführenden Nachhaltigkeitsaussagen sollen die Verbraucher ab 27. September durch strengere EU-Richtlinien geschützt werden. Unternehmen müssen ihre Umweltaussagen künftig belegen und sie mit überprüfbaren Daten untermauern können.

Trinkwasser-Grenzwerte: Ab 12. Januar gelten strengere Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser. PFAS sind praktisch in der Umwelt, der Nahrungskette und im menschlichen Körper nicht abbaubar.

Batterie-Rückgabe: Neu eingeführt wird ab 2026 eine bessere Rückgabemöglichkeit für E-Bike- und Scooter-Batterien in Wertstoffhöfen und im Fachhandel.

Rücknahme von E-Zigaretten: Wer E-Zigaretten verkauft, muss ab spätestens 30. Juni ausgediente Geräte zurücknehmen – unabhängig von einem Neukauf. (Ohne Gewähr auf Vollständigkeit)

Mehr Infos zum Thema „Neue Regeln“ gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/2026

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