Viele Jahre war Klaus Winkelmann am Städtischen Meerbusch-Gymnasium in Strümp tätig. Er koordinierte die Oberstufe, spielte mit großer Begeisterung Fußball im Lehrerteam beim Oberstufen-Cup und hatte immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Als er im Alter von 64 Jahren, kurz vor seiner Pensionierung, starb, riss dies eine große Lücke bei Schülern und Kollegen. Schon damals entstand die Idee, Winkelmann mit einem Erinnerungsbaum zu gedenken, jedoch sorgte der Ausbruch der Corona-Pandemie dafür, dass hieraus nichts wurde. Vorerst allerdings nur, denn nun – fast sieben Jahre nach dem Tod des Lehrers – wurde der Plan dann doch noch in die Tat umgesetzt.
Man habe auch den Umstand, dass aktuell der letzte Jahrgang, den Winkelmann noch erlebt hat, auf das Abitur zugeht, als Anlass genommen, die Pflanzung des Erinnerungsbaumes jetzt zu realisieren, sagt Janis Hülder. Der Mitinitiator der Aktion hat 2008 sein Abitur am SMG gemacht und Winkelmann ebenfalls sehr geschätzt, auch wenn er nie bei ihm Unterricht gehabt, sondern ihn vor allem als Oberstufenkoordinator und im täglichen Kontakt auf den Schulfluren erlebt habe. Wie Winkelmann seinerzeit spielt Hülder regelmäßig noch im Lehrerteam beim Oberstufen-Cup Fußball. Den Kontakt zur Schule hat der gebürtige Meerbuscher, der vor kurzem in seine alte Heimat zurückgezogen ist, immer gehalten.
Dass es jetzt geklappt hat mit der Pflanzung, sei, wie Hülder berichtet, dem Ineinandergreifen vieler Hände zu verdanken: Der Förderverein des SMG habe die Spenden abgewickelt, während Ute Meurer und Ulrich Franzen, die beide am SMG unterrichten und Klaus Winkelmann noch als Kollegen kannten, die Vorbereitungen auf dem Schulgelände übernommen haben. Zuerst musste ein geeigneter Standort gefunden werden – hierbei hat die Stadt Meerbusch unterstützt. Dann haben die beiden Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülern das Pflanzloch ausgehoben. „So wurde schon eine Brücke des Erinnerns in die aktuelle Generation von Schülerinnen und Schülern gebaut“, sagt Hülder. Aus der Elternschaft des SMG – konkret von der Firma Stahl- und Metallbau Jürgens aus Lank – wurde die Stele gestiftet, die an Klaus Winkelmann erinnert. Großer Dank gebühre außerdem der Baumschule Schubert in Strümp, die den Erinnerungsbaum – eine Wildkirsche – gespendet hat. Hülder: „Ich spiele mit dem Inhaber Thomas Schubert beim SSV Strümp zusammen Fußball und als ich ihn fragte, ob er unsere Gedenkaktion unterstützen würde, hat er sofort zugesagt.“ Wie die ganze Pflanzaktion abgelaufen ist, sei beispielhaft für das gute Miteinander am SMG und in Meerbusch insgesamt, so Hülder, und es zeige, dass das Schulmotto ,Schule miteinander gestalten‘ in Strümp wirklich gelebt werde.
Zur Pflanzung des kleinen Baumes waren neben Schülern, Lehrerkollegen und weiteren Wegbegleitern auch Klaus Winkelmanns Witwe Martina und sein Sohn Paul gekommen. Beide zeigten sich sehr gerührt und dankbar für die „kleine Geste, die extrem viel bedeutet“, wie es Paul Winkelmann in seiner Ansprache formulierte.
Als Standort für den Erinnerungsbaum wurde ein Plätzchen am Rande der Sportplätze am SMG gewählt. Hier soll die Wildkirsche auch mit Blick auf die anstehenden Bauarbeiten am Gymnasium möglichst geschützt stehen. Nach der Pflanzung hat auch die Stadt Meerbusch noch einmal ihre Hilfe angeboten und für einen Bewässerungssack gesorgt. „Ohne die Unterstützung von so vielen Seiten aus Schulgemeinde und Stadtgesellschaft, wäre es wohl bei einer schönen Idee geblieben. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass unsere Aktion von so vielen Seiten unterstützt wurde“, zieht Janis Hülder ein hochzufriedenes Fazit.