„Was ist los mit meinem Partner?“ Diese Frage kann schnell aufkommen, wenn man immer mehr „Schusseligkeiten“ beim Gegenüber feststellt. Oder man bemerkt es bei sich selbst. „Es ist in beiden Fällen durchaus legitim, das abklären zu lassen“, sagt Psychologin Elisa Latos. Ihr sei wichtig, dass die Gedächtnisambulanz der LVR-Klinik Viersen ein „niederschwelliges Angebot“ ist. „Es reicht eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt“, erklärt sie.
Aufgrund des steigenden Bedarfs und der größeren Kapazität ist die Gedächtnisambulanz kürzlich vom Gerontopsychiatrischen Zentrum in Viersen auf das LVR-Klinikgelände in Süchteln gezogen. Den ersten Termin hat man in der Regel bei der Leitenden Oberärztin Gesine Mörger. Sie erklärt: „Unter anderem stehen dann eine Anamnese und neurologische Untersuchungen, wie z.B. das Testen von Reflexen, im Fokus.“ Der zweite Termin nach der ausführlichen ärztlichen Abklärung besteht dann aus einem rund zweistündigen Gespräch mit der Psychologin zur neuropsychologischen Einschätzung. Außerdem findet ein Abschlussgespräch statt. In diesem wird zum einen die Diagnose besprochen. Des Weiteren steht vor allem die Strategie der möglichen nächsten Schritte und Behandlungsmöglichkeiten auf dem Plan.
Wichtig sei, dass am Ende nicht jeder pauschal mit der Diagnose „Alzheimer“ oder „Demenz“ die Terminserie beendet. Hinter Einbußen des Gedächtnisses können sich, so Gesine Mörger, ganz andere Erkrankungen verbergen: „Das können u.a. Durchblutungsstörungen des Gehirns oder eine Depression sein.“
Neben der Diagnose ist auch eine Sozialberatung ein wichtiger Aspekt. Hier geht es darum, notwendige Unterstützung zu organisieren oder auch einen Pflegegrad zu beantragen. Chefarzt Dr. Timm Strotmann-Tack sagt: „Wichtig ist, dass die Zugehörigen mit eingebunden werden. Das soziale Netzwerk spielt eine wichtige Rolle.“
Mit einem Termin in der Gedächtnisambulanz geht niemand eine Verpflichtung ein. Vielmehr ist sie ein erster Stützpfeiler und Orientierungsgeber – eben das „niederschwellige Angebot“, das es laut Selbstverständnis sein soll.
Termine vereinbaren kann man telefonisch unter 02162/ 89748-110 oder via Mail an [email protected]. Notwendig ist eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt.