Vortrag im AKH Viersen Divertikulitis verstehen

Kreis Viersen · Divertikulitis gehört zu den häufigen Erkrankungen des Darms und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Prof. Dr. Nadja Lehwald-Tywuschik ist Chefärztin der Klinik für Viszeral- und Allgemeinchirurgie des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) Viersen.

Foto: AKH Viersen/Kaspar Müller-Bringmann

Eine Divertikulitis ist eine Entzündung von kleinen Ausstülpungen der Darmschleimhaut, sogenannten Divertikeln. Typische Symptome sind plötzliche Bauchschmerzen meist im linken Unterbauch, Fieber und Verdauungsprobleme. Die Divertikel entstehen vor allem im Dickdarm und sind in westlichen Industrieländern sehr weit verbreitet, besonders mit zunehmendem Alter.

Prof. Dr. Nadja Lehwald-Tywuschik, Chefärztin der Viszeral- und Allgemeinchirurgie im Allgemeinen Krankenhaus Viersen, spricht in ihrem Vortrag „Der Dickdarm in Not – Divertikulitis verständlich erklärt“ über Ursachen, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und Prävention.

Die genauen Auslöser sind medizinisch nicht abschließend geklärt. Eine Entzündung entsteht jedoch, wenn sich in den Divertikel Stuhl oder Nahrungsreste festsetzen. Dies begünstigt eine bakterielle Besiedelung, die lokale Mikrozirkulation im Gewebe wird gestört und es kommt zu einer Entzündung. Chronische Verstopfung oder Bindegewebsschwäche im Alter zählen ebenso zu den Ursachen. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und ein hoher Konsum von rotem Fleisch begünstigen ebenfalls die Entzündungsanfälligkeit des Gewebes.

Die möglichen Therapieformen richten sich nach dem Krankheitsverlauf und dem Schweregrad der Erkrankung. Prof. Lehwald unterscheidet eine unkomplizierte von einer komplizierten Divertikulitis. Die genauen Definitionen werden im Vortrag erläutert, ebenso wann eine medikamentöse Therapie oder eine Operation vonnöten sind. Einer gesunden, ballaststoffreichen Ernährung kommt bei der Prävention eine große Bedeutung zu.