Das ist ja puppenlustig!

Nettetal · Zehntausende Besucher sahen ihn bei der WDR-Bühnenshow „Lachen Live“, mit der er mehr als fünf Jahre in ganz NRW unterwegs war. Im Januar gastiert René Steinberg nach Nettetal.

René Steinberg, vielen von uns bekannt als Tatortpräsentator mit Til, Herbert und Udo stellt sein neues Programm in der Werner-Jaeger-Halle vor.

René Steinberg, vielen von uns bekannt als Tatortpräsentator mit Til, Herbert und Udo stellt sein neues Programm in der Werner-Jaeger-Halle vor.

Foto: Sebastian Mölleken

„Gebt dem Unsinn das Kommando!“ So heißt das neue Programm von René Steinberg. Und damit kommt er am Donnerstag, 14. Januar, um 20 Uhr in die Werner-Jaeger-Halle nach Lobberich.

René Steinberg ist vielen Menschen rein stimmlich bekannt. Denn er macht seit über 15 Jahren Satire, Glossen und Comedy im Radio – unter anderem „die von der Leyens“, den Tatort mit Til, Herbert und Udo bei WDR 2 oder die „Beklopptheiten der Woche“ bei WDR 5.

In Nettetal wurde er mit seinem fulminanten Auftritt bei der Nettetaler Comedy Nacht 2013 bekannt. Mit seinem ersten Soloprogramm gewann er ab 2012 aus dem Stand mehrere Kleinkunstpreise. Nun legt Steinberg mit seinem neuen Programm heftig nach und beweist, dass er seinen ganz eigenen Stil ausgebaut hat: Schnell, fröhlich, puppenlustig und mit einem Witz versehen, der sich erst auf dem zweiten Blick auch mal als beißender Spott entlarvt. An einem Abend mit Steinberg soll es ordentlich rund gehen. Aber „mit Schmackes!“, wie man bei ihm im Ruhrgebiet sagt. Denn „rund“ geht es bei vielen nur, weil sie im Hamsterrad feststecken – gefangen im Optimierungswahn, bei dem sich Beziehungen „lohnen“ müssen, da man sich Probleme „sparen“ will. Doch Lebensfreude und Selbstbestimmung werden dabei wegrationalisiert. Der Homo Kapitalensis soll bestellen, nicht denken.

Dem will Steinberg etwas entgegensetzen: Einen bunten, quirligen, sprudelnd-lustigen Abend, der eine vergessene Kraft beleben soll: den Unsinn. Die Kraft der Poesie und die kreative Macht, die von schrägen Ideen, absurden Sichtweisen und aberwitzigen Gedanken ausgeht. Der gelernte Literaturwissenschaftler ahnt: Momos graue Herren haben zwar fast gewonnen, Alice ist nicht mehr im Wunderland, sondern im vorschulischen Wirtschaftschinesisch-Kurs und Shakespeares Puck musste als Ich-AG in die Insolvenz. Aber Hoffnung besteht, solange wir noch erkennen, wie bekloppt es ist, dass ein ordentliches Nickerchen nur noch als leistungsorientiertes „Powernapping“ akzeptiert wird.

So zeigt Steinberg mit seinem großen Arsenal an Spielformen und mit noch größerer Spielfreude, dass die durchoptimierte Welt ausgelacht gehört. Denn es geht nicht rund – die Welt dreht durch. Und als Komiker unter den Kabarettisten weiß er: Lachen ist die beste Art, dem Gegner die Zähne zu zeigen.

(Report Anzeigenblatt)