Ist es ein Traum, eine Zeitschleife oder doch der tiefe Fall ins Kaninchenloch, der wie im Märchen von „Alice im Wunderland“ als magischer Eingang in eine andere Welt fungiert? Die Frage bleibt im Kurzfilm „Fruchtlos“ offen. Wie bei Adam und Eva oder doch bei Schneewittchen hat der junge Anrather Filmemacher Henri van Hattinga Voß einen verführerisch köstlichen Apfel in den Mittelpunkt seines Filmes gestellt. Dabei ist es nicht der Apfel selbst, sondern dieser nur Auslöser für den (Traum)Fall der hübschen, jungen Schauspielerin Salomé Overbeck. „Es ist definitiv ein surrealer Film und am Ende kann der Zuschauer selbst entscheiden - was es nun ist, Zeitschleife oder ein endloser Fall der Protagonistin“, erklärt der 17-Jährige seinen Film.
Dabei ist es nicht das erste Mal, dass er sich mit einem Filmprojekt bei einem Filmfestival beworben hat. Bereits im Sommer 2024 konnte er mit einem Freund beim Bundes.Festival.Film den Deutschen Jugendfilmpreis in seiner Altersklasse gewinnen.
„Das Filmemachen hat mich seit dem nicht mehr losgelassen - wobei es immer noch ein Hobby ist“, sagt der Schüler des Lise-Meitner-Gymnasium. Die Idee für seinen Film „Fruchtlos“ hatte er eher spontan im letzten Sommer. „Dass der Inhalt mit dem Apfel und der Protagonistin, die dann in eine andere Welt fällt, tatsächlich ein wenig an ‚Alice im Wunderland‘ erinnert, liegt vermutlich daran, dass ich zu dieser Zeit auch in einem Krefelder Theaterstück ‚Alice im Wunderland‘ mitgespielt habe“, erklärt der Anrather weiter. Nur habe Alice eben in einen Pilz und nicht in einen Apfel gebissen.
Hattinger Voß katapultiert in seinem Film die Schauspielerin aus einer bunten, farbenfrohen, sonnigen Welt, in eine triste Welt ohne Farben, wo sie nur ihrem Eigenen ich begegnet. Die Verwirrung steht ihr buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Inmitten dieser Tristesse eine Tür, die sie dann wieder in die farbenfrohe Welt führt. An einem saftig grünen Baum hängt ein Apfel - das Spiel beginnt von vorne. So zumindest hat es den Anschein. Der Film lebt vor allem von Farben und ruhigem Ton. Dialoge gibt es nicht.
„Gedreht haben wir in Anrath auf den Feldern, die Schwarz-Weiß-Aufnahmen wurden in Krefeld gemacht“, so Henri van Hattinga Voß weiter.
Mit seinem Film hatte er sich im September letzten Jahres dann auch beim Newcomer Filmfestival in Unna beworben und wurde in der Kategorie „Kurzfilm“ nominiert. „Für einen Preis hat es am Ende leider nicht gereicht, doch von der Jury habe ich eine lobende Erwähnung erhalten“, erklärt der 17-jährige weiter. „Das bedeutet mir schon sehr viel, zumal mir gesagt wurde, dass der Film surreal Emotionen gut festgehalten hätte.“
Für den Anrather Ansporn genug, an seinem Traum vom Filmemacher festzuhalten. „Auf dem Filmfestival gab es Mentoren, die einem auch Tipps gegeben haben. Da konnte ich viel lernen.“
Zukünftig möchte sich der Anrather im Bereich Film weiterbilden und sieht auch seinen beruflichen Werdegang im Bereich Filme machen.