Lossprechung der Metall-Innung Niederrhein Krefeld-Viersen-Neuss Nächste Ziele: Hufschmiede und Ölplattform

Stadt Willich · „Herzlichen Glückwunsch!“ Mit diesen Worten aus dem Mund von Willichs Bürgermeister Christian Pakusch ist die diesjährige Lossprechung der Metall-Innung Niederrhein Krefeld-Viersen-Neuss auf denkbar passende Weise eröffnet worden.

Schweißnaht fürs Leben: Die jungen Metallbauer feierten mit der Metall-Innung Niederrhein den Erhalt ihrer Gesellenbriefe.

Foto: Kreishandwerkerschaft

Im großen Saal der Anrather Gaststätte Schmitz-Mönk hatten sich die – ausschließlich männlichen – Fast-Gesellen mit Verwandten und Freunden versammelt. Ebenso wie die Ausbildungsbetriebe und die Schul-Vertreterinnen und -Vertreter wurden sie herzlich von Obermeister Klaus Caris begrüßt.

Die Festrede hielt mit Stefan Schumeckers nicht nur der Bürgermeister der Gemeinde Grefrath, sondern auch ein Mann, der selbst mit dem Handwerk bestens vertraut ist. Vor seinem Architekturstudium hatte der Diplom-Ingenieur eine Maurerlehre absolviert. In seiner launigen Ansprache nahm er unter anderem augenzwinkernd die „grausamen“ Tagesberichte während der Azubi-Zeit aufs Korn und gestand, dass er „ein wenig neidisch“ auf die jungen Gäste sei – wegen ihrer erlernten Schweiß-Fähigkeiten. Für ihren Abschluss fand Schumeckers ein schönes Bild: „Sie haben eine starke Schweißnaht für Ihr weiteres Leben gelegt.“ Er sei überzeugt davon, „dass Sie auf dieser Grundlage gut aufbauen können“. Die Gesellschaft, die Städte und Gemeinden bräuchten Menschen mit solchen Fähigkeiten.

Vor der feierlichen Erhebung in den Gesellenstand nannte Obermeister Caris noch die Zahlen, Daten, Fakten zur Prüfung im Winter 2025/2026: Nach dreieinhalbjähriger Ausbildung waren 15 angehende Fachkräfte angetreten. Zwei hatten die Prüfung bereits im Sommer absolviert. Drei Teilnehmer hatten mit der Note gut bestanden, acht mit befriedigend und sechs mit ausreichend. „Bei ,nicht bestanden‘ steht zum Glück eine Null“, so Caris lächelnd.

Besonders geehrt wurden die drei Besten: Im Sommer hatte Conor Mac Con Iomaire (Kull GmbH in Kempen) mit 83,56 Punkten abgeschlossen. Als berufliches Vorbild nennt der 23-Jährige mit irischen Wurzeln seinen Vater. „Ich möchte nun erstmal weitere Erfahrungen sammeln und eventuell in einem Jahr den Meistertitel ansteuern“, so der Kempener. Ebenfalls aus dem Betrieb Kull kommt der Zweitplatzierte: Jan Felix Zaremba hat 85,3 Punkte geschafft. Der 22-Jährige, schon immer ein „leidenschaftlicher Schrauber“, wie er sagt, peilt nun den „Internationalen Schweißfachmann“ an. „Vielleicht lande ich irgendwann auf einer Ölplattform. Das kann ich mir durchaus vorstellen“, so Zaremba.

Bester Prüfling des Jahres darf sich Moritz Gerhards nennen. Seine Ausbildung bei der Meertz & Schmitter Metallbau GmbH in Viersen krönte er mit 88,5 Punkten. Damit sei er „haarscharf an der Note 1 vorbei geschlittert“, so der Obermeister. Doch der junge Mann aus Viersen-Boisheim freute sich auch so sichtlich – und erhielt einen Gutschein der Sparkasse Krefeld als weitere Anerkennung. Dem professionellen Umgang mit Metall will der 21-Jährige treu bleiben: Er hat bereits die nächste Ausbildung zum Hufschmied in Nettetal begonnen. „Ich komme vom Land und bin mit Pferden aufgewachsen“, erklärt er seine Berufswahl.