Bilanz 2022 Volksbank: Jetzt wird geduzt

Kreis Viersen · Der Vorstand der Volksbank Viersen stellte jetzt die Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 vor und zeigte sich zufrieden mit der dynamischen Entwicklung.

 Die Vorstände der Volksbank Viersen, Michael Willemse (l.) und Jürgen Cleven, gestalten aktiv die Zukunft der Bank.

Die Vorstände der Volksbank Viersen, Michael Willemse (l.) und Jürgen Cleven, gestalten aktiv die Zukunft der Bank.

Foto: Voba/Voba Viersen

. „Wir sind mit viel Optimismus in das vergangene Jahr gestartet und dann kam der Ukraine-Krieg, der Anstieg der Inflationsrate und diese allgemeine Verunsicherung zieht sich wie ein roter Faden auch durch unser Geschäft“, sagt Jürgen Cleven, Vorstand der Volksbank Viersen. Trotzdem entwickele sich die Bank in allen Bereichen dynamisch. „Wir bleiben weiterhin ein stabiler Partner für Privatkunden und Mittelstand“, ergänzt er.

Auf 1,1 Milliarden Euro ist im Geschäftsjahr 2022 die Bilanzsumme gewachsen, ein Plus von 3,9 Prozent. Der noch im ersten Halbjahr vorhandene Baufinanzierungs-Boom sorgte für einen Anstieg (+4 Prozent) des Kreditvolumens auf 644,1 Millionen Euro. „729 Baufinanzierungen mit einem Volumen von 104 Millionen. Euro wurden an unsere Kunden vergeben, das ist sehr viel“, führt Jürgen Cleven aus. Über die Hälfte des Kreditvolumens resultiert aus dem gewerblichen Kreditgeschäft. 

Die Volksbank Viersen erhöhte 2022 die Kundeneinlagen um sechs Prozent auf 869,9 Millionen Euro, erzielte im Wertpapiergeschäft ein Nettowachstum von 84,5 Millionen Euro und verwaltet einen Wertpapierbestand von 613 Millionen Euro. „Unsere Berater verstehen sich als Lotsen im Informationsdschungel, führen viele Beratungsgespräche, um eine maßgeschneiderte Anlagestruktur mit hoher Qualität zu entwickeln“, berichtet Cleven.

Vorstand Michael Willemse führt weiter aus: „Mit unserer Ertragslage sind wir sehr zufrieden, sie bewegt sich auf einem stabilen Niveau.“ Die Zinsentwicklung trägt dazu bei, dass der Zinsüberschuss in Höhe von 17,9 Millionen Euro leicht rückläufig ist. Das Provisionsergebnis stieg auf 10,4 Millionen Euro an.

Die Volksbank investiert in neue Arbeitswelten, um den künftigen Herausforderungen gerecht zu werden. So wurde auch die Geschäftsstelle in Viersen umgebaut und modernisiert. „Hier wurde auch eine Veränderung der Beratungskonzeptionen umgesetzt – mit posititiver Resonanz.“

Der Bilanzgewinn liegt mit 1,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. „Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, dass die Vertreterversammlung am 10. Mai eine Dividende in Höhe von vier Prozent für die Geschäftsguthaben der Mitglieder beschließt“, kündigt Willemse an.

„Zum Jahresstart 2023 stellen wir ein Wachstum bei den Kundeneinlagen als auch im Kreditbereich fest“, berichtet Cleven erfreut.  Weiteren Rückenwind für das Baufinanzierungsgeschäft sieht die Volksbank in dem Angebot „Wohneigentumsförderung für Familien“, welches die Bundesregierung ab 1. Juni 2023 über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen von zinsgünstigen Krediten zur Verfügung stellt.

Durch den Einzug neuer Technologien wird Arbeit vernetzter, digitaler und flexibler. „Wir haben zwei neue Innovationsmanager eingestellt, die zukünftig die Innovationsprozesse umsetzen und unsere Mitarbeiter bei den digitalen Herausforderungen begleiten“, sagt Willemse. Im Jahr 2023 liegt der Schwerpunkt auf der Umsetzung des Projektes „way2digitalwork – Einführung von Microsoft 365“. Spaß an der Arbeit, erleichterte Kommunikation, Zeitvorteil und Nachhaltigkeit zählt Willemse einige Aspekte dazu auf.

Im Rahmen von New Work modernisiert die Bank bereits seit 2017 ihre Arbeitsplätze, deren Technik und Design für eine neue Form der Zusammenarbeit steht. Der Kleidungsstil wurde bereits zeitgemäß angepasst. Auch Cleven und Willemse tragen keine Krawatten zum Gespräch. Dazu gehöre aber auch die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Faktoren wie Potenzialentfaltung der Mitarbeiter, Work-Life-Balance, flexible Arbeitsgestaltung, kurze Dienstwege sowie das Einbeziehen der Mitarbeiter in Entscheidungen.

„Um hierarchiebedingte Distanzen abzubauen, setzen wir darauf, dass ein starkes ‘Wir‘ beim ‘Du‘ anfängt – vom Vorstand bis zum Auszubildenden“, führt Willemse aus. So wurde Ende 2022 die Duz-Kultur eingeführt, was sehr positiv angenommen werde.