Neuer Spannungsroman Ein DDR-Thema und ein Mordfall

Viersen · Die Viersener Autorin Silja Rima hat ihr viertes Buch herausgebracht. Ihr Spannungsroman „Schließfach 1974 – Der einzige Beweis“ erscheint am 20. März.

Autorin Silja Rima mt ihrem neuen Buch.

Foto: Silja Rima

Nach ihrer dreiteiligen Roman-Reihe über drei Freundinnen hat sich Silja Rima nun an einem neuen Genre, dem Spannungsroman versucht. „Ursprünglich sollte dieser Roman ein Krimi werden, aber dann bin ich auf ein Thema aus der ehemaligen DDR gestoßen, dass mich nicht mehr losgelassen hat“, erklärt die Viersener Autorin. Es war Rima zu wichtig, um es nur in die Ermittlungen in einem Mordfall einzubauen. Daher fließen erst in den zweiten Teil des Buches, der der Auftakt der Reihe um ein Ermittler-Duo sein soll, Krimi-Elemente ein.

„Ich habe die Dokumentation ’Entrissen – die verschwundenen Babys der DDR’ im Fernsehen gesehen, die über Eltern berichtet, denen kurz nach der Geburt mitgeteilt wurde, ihr Kind sei verstorben. In einigen Fällen traten wohl später Widersprüche in den Akten auf“, erklärt die studierte Pädagogin, die selbst in der DDR aufgewachsen ist. „Mich haben diese Berichte besonders betroffen gemacht.“

Für ihr Buch hat die Viersenerin, die unter Pseudonym schreibt, viel recherchiert, Bücher gelesen, Dokumentationen geschaut und Archivmaterial durchforstet. „Es war mir wichtig, mich in die Menschen hineinzufühlen, die diese Dinge durchgemacht haben. Ich habe 21 Jahre in diesem Staat gelebt und beim Schreiben noch einmal das Lebensgefühl von damals gespürt.“ Die kleine Plattenbauwohnung, die Rima im Buch beschreibt, kenne sie persönlich. Und auch das schöne Städtchen Radebeul, weil sie dort studiert habe.

„Mein Ziel ist nicht, jemanden zu verurteilen, sondern hinzusehen: auf das, was war – und auf das, was vielleicht war, ohne heute noch eindeutig beweisbar zu sein“, sagt Rima. Außerdem wolle sie darauf aufmerksam machen, dass die Ereignisse von damals bis heute nachwirken.

„Schließfach 1974 – Der einzige Beweis“: Anna und Katrin – geboren in der DDR: zwei Frauen, deren Schicksale grundverschieden sind und sich doch ähneln. Seit ihrer ersten Begegnung 1977 sind sie durch ein schmerzhaftes Geflecht aus Schuld und Ohnmacht verbunden. Jahrzehnte später begegnen sie sich in Düsseldorf zufällig wieder. Dieses Wiedersehen setzt eine Lawine in Gang. Und eine der beiden Frauen wird wenig später leblos aufgefunden. Bei der Aufklärung des Todesfalls gelangen Informationen ans Licht, die auf verstörende Machenschaften der Staatssicherheit hindeuten – Unrecht, das für immer im Dunkeln bleiben sollte. Der einzige Beweis: eine achtunddreißig Jahre alte Krankenhausakte. Im Düsseldorf der Gegenwart prallen die Rätsel von heute auf die Geheimnisse von gestern.

Es gibt eine Premieren-Lesung am Freitag, 20. März, 19 Uhr, im Sautenhof in Willich-Anrath (Karten 15 Euro). Infos: www.silja-rima.de.

„Schließfach 1974“ (18,99 Euro, ISBN 978-3-8194-7065-3) ist erhältlich im Buchhandel und im Internet.