Underberg aus Rheinberg Seit 180 Jahren immer derselbe - weiter geht’s!

Rheinberg · Underberg feiert 180 Jahre – und das nicht nur, weil das 175-jährige Firmenjubiläum der Coronapandemie zum Opfer gefallen ist.

Die Unternehmensspitze: Hubertine Underberg-Ruder, Co-Vorstand Thomas Mempel, CEO Michael Söhlke und Ludwig Ruder am 180. Underberg-Geburtstag im Kräutergarten hinter dem Stammhaus - in dem übrigens keine Kräuter der Underberg-Mischung wachsen, von der wiederum man nur weiß, dass Süßholz dabei ist, weil’s auf der legendären Strohpapierverpackung der legendären Portionsfläschchen steht ...

Foto: Semper idem Underberg AG/Ruhr-Universität Bochum;Tim Kramer

Am 17. Juni 1846 heiratet Hubert Underberg in Rheinberg seinen „Business Angel“ Catharina Albrecht und gründet am selben Tag die Firma H. Underberg-Albrecht (bis heute steht HUA auf den Flaschenkapseln). Boonekamp war da schon ein Erfolgsgetränk in den Hafenkneipen Hollands und Belgiens, schmeckte aber überall anders, Underbergs Boonekamp of Maagbitter wird dagegen auf Basis der immer gleichen, selbstverständlich geheimen Kräutermischung hergestellt. Semper idem, immer derselbe - der Leitspruch, das HUA-Zeichen und der Name Underberg werden 1894 zum Patent angemeldet. Weil Wirte aber trotzdem gerne mal panschen und strecken, führt Emil Underberg I. 1949 gegen erhebliche Widerstände die ikonischen 20-Milliliter-Portionsflaschen ein, als einzige Flaschengröße und optimale „Portion Wohlbefinden“ - große Pullen gibt’s nur noch vom versprengten Onkel aus Brasilien ... 43, 44, 45, 46: Die Zahlen beschreiben Underberg quasi vollständig. Kräuter aus 43 Ländern, 44 Volumenprozent Alkohol, 45 Grad als optimaler Trinkwinkel, 46 Gründungsjahr.

Blick in die Underberg-Abfüllung vor der Einführung der legendären Portionsfläschchen und noch in Rheinberg. Heute werden sämtliche Kleinflaschen des weitverzweigten Unternehmens bei der Tochter Asbach in Rüdesheim abgefüllt.

Und jetzt die Nummer zwei: Seit 2024 gibt es mit dem „Underberg Espresso Herbtini“ erstmals ein zweites Produkt, das den Namen der Familie und der Kernmarke des mittlerweile weitverzweigten Unternehmens tragen darf. Verantwortlich dafür sind vor allem der Duisburger Michael Söhlke, der nach Stationen beim Familienkonzern Haniel und dessen diversen Töchtern 2020 zu Underberg stieß und seit 2025 als CEO fungiert, und Ludwig Ruder, promovierter Molekularbiologe, Sohn von Hubertine Underberg-Ruder, als Vertreter der sechsten Generation der Familie seit 2024 im Aufsichtsrat, seit 2025 - neben seiner Mutter, seinen Großeltern Emil und Christiane Underberg sowie drei katholischen Geistlichen - Geheimnisträger. Die Rezeptur wird regelmäßig bei Mutter in der Küche abgefragt und bleibt natürlich weiter dieselbe. Ansonsten aber gibt es jetzt „keine Themen mehr, die wir nicht anfassen“, sagt er. Es muss halt nur passen, wie Hubertine Underberg-Ruder am Beispiel Espresso erklärt: Auch der sei „klein, wirksam und intensiv - da gibt es einen logischen Kitt!“