Hafendenkmal Stadt Duisburg übernimmt Hubbrücke

Homberg · Eigentlich wollten RAG und INEOS die denkmalgeschützte Hubbrücke über den Rheinpreußenhafen saniert an die Stadt Duisburg übergeben. Jetzt geht das Bauwerk erst in städtischen Besitz, dann wird saniert ...

 Die Hubbrücke am Rheinpreußenhafen; im Hintergrund die Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Homberg und Ruhrort.

Die Hubbrücke am Rheinpreußenhafen; im Hintergrund die Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Homberg und Ruhrort.

In seiner Sitzung am 18. September hat der Rat der Stadt Duisburg beschlossen, die denkmalgeschützte Hubbrücke über den Rheinpreußen-hafen ins Eigentum der Stadt zu übernehmen. Die Eigentümer RAG und INEOS zahlen hierfür einen Ablösebetrag an die Stadt. Die historische Brücke soll später in städtischer Verantwortung vollständig saniert werden - unter dem Vorbehalt einer Bewilligung von Fördermitteln.

Der Rat folgte damit einer Empfehlung der Fachverwaltung, nach der eine Sanierung gemäß dem im September 2020 mit den Eigentümern geschlossenen Vertrag zwischenzeitlich mit deutlichen Mehrkosten verbunden wäre. Diese Mehrkosten hätte zu weiten Teilen die Stadt zu tragen. Beigeordneter Martin Linne machte deutlich, dass man bei Vertragsabschluss im Jahr 2020 durchaus davon ausgehen konnte, mit den damals gutachterlich ermittelten Kosten auskommen zu können. Diese Perspektive habe sich aber durch die nach Vertragsabschluss von den Eigentümern vorgenommene erneute Überprüfung der Brücke zerschlagen. Es habe sich herausgestellt, dass sich das Schadensbild der Brücke inzwischen verschlechtert hat und wegen der aktuellen Preissteigerungen auch deutlich höhere Sanierungskosten verursacht werden.

Eine intensive Prüfung hat nun ergeben, dass eine nachhaltige und dauerhafte Lösung nur in einer aufwendigeren Gesamtsanierung der Brücke liegen kann. Hierzu wurde zwischenzeitlich bereits ein Sanierungskonzept erarbeitet. Die Kosten für eine solche Gesamtsanierung werden auf etwa 4 Millionen Euro geschätzt.

Da die Eigentümer aber auch deutlich gemacht haben, für über den Vertrag hinausgehende Maßnahmen nicht als projektführende Organisation zur Verfügung zu stehen, ist eine solche Gesamtsanierung nur unter Federführung der Stadt möglich. Die Eigentümer werden sich aber mit dem vertraglich festgelegten Finanzierungsbeitrag beteiligen. Vorsorglich hat die Verwaltung auch feinen Antrag auf Fördermittel aus dem Programm „KulturInvest 2023“ gestellt. Es dürfte also noch etwas Zeit vergehen, bis die Brücke wieder genutzt werden kann.