Bezahlbarer Führerschein - zu welchem Preis in Sachen Sicherheit? Diskussion um Führerscheinreform

Mönchengladbach · Ein bezahlbarer Führerschein – aber zu welchem Preis für Qualität und Sicherheit? Genau dieses Spannungsfeld hat die Diskussionsveranstaltung zur geplanten Führerscheinreform, organisiert von der Jungen Union und der CDU Mönchengladbach geprägt. In der Ferienfahrschule Tüzün in Rheydt gab es praktische Einblicke in den Ausbildungs-Alltag, lebhafte Debatten und gemeinsame Kompromissvorschläge.

Fahrschul-Inhaber Ibrahim Tüzün (3. v. re.) mit Vertretern der CDU und JU bei der Veranstaltung zur Führerscheinreform.

Foto: Carmen Pillen

Führerscheinreform – wie lassen sich Sicherheit, Qualität und Bezahlbarkeit miteinander vereinbaren? Um diese Frage drehte sich die Diskussion.

Einigkeit bestand darüber, dass das Ziel der Reform richtig ist: eine qualitativ hochwertige Ausbildung und Sicherheit im Straßenverkehr. Gleichzeitig wurde intensiv darüber diskutiert, wie diese Ziele erreicht werden können, ohne den Führerschein weiter zu verteuern. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings informierte digital aus Berlin zugeschaltet über die Vorschläge aus dem Bundesverkehrsministerium, die aktuell beraten werden.

Fahrschulbetreiber und CDU-Mitglied Ibrahim Tüzün machte deutlich, dass Reformen notwendig und richtig seien – aber für ihn gelte der Leitsatz: „Sicherheit ist keine Option, sondern die Grenze dessen, was wir verantworten können.“ In der Branche werde daher der Vorschlag zur sogenannten Laienausbildung und die vollständige Gleichsetzung von digitalem und Präsenzunterricht sehr kritisch gesehen.

Auch der JU-Vorsitzende Alexander Lodes machte deutlich, dass er bei den praktischen Fahrstunden auch künftig auf ausgebildete Fahrlehrer setze. Fahr-Simulatoren könnten eine Ergänzung sein, aber eher für die ersten Erfahrungen am Anfang. Bei der Laien-Ausbildung sei er auch schon aus Versicherungsgründen sehr skeptisch.

Gemeinsam wurde besprochen, wie inhaltliche Themen und Rahmenbedingungen der Führerscheinausbildung auf ihre tatsächliche Notwendigkeit überprüft werden können, um so Zeit, Geld und Ressourcen zu planen. In der theoretischen Ausbildung gebe es mittlerweile zu viele Themengebiete. Statt konfrontativ zu diskutieren, ob die theoretische Ausbildung weiter in Präsenz vor Ort oder verstärkt digital stattfinden solle, wurden hier Kompromisslösungen vorgeschlagen. „Weniger relevante Themen könnten reduziert oder gestrichen werden, um den Fokus stärker auf das wirklich Entscheidende im Straßenverkehr zu legen. Bei manchen Themen macht es Sinn, sie gemeinsam zu besprechen. Andere Inhalte lassen sich auch online gut verstehen – hier kommt es auf eine intelligente Mischung an“, so die beiden Landtagsabgeordneten Vanessa Odermatt und Jochen Klenner.

Moderatorin Sophia Okonkwo aus dem Geschäftsführenden Vorstand der CDU fasste zusammen: „Sicherheit und Bezahlbarkeit dürfen kein Gegensatz sein. Vielmehr braucht es eine ausgewogene Reform, die auf Praxistauglichkeit setzt, neue Wege zulässt und gleichzeitig unnötige Belastungen vermeidet.“

Die CDU und die Junge Union Mönchengladbach ziehen daher ein positives Fazit: Ein konstruktiver Abend mit klaren Impulsen für eine Reform, die Sicherheit stärkt und Mobilität bezahlbar hält.