Keiner ist da, keiner ruft an, keiner kommt vorbei – und so mobil wie früher ist man auch nicht mehr. Ist im fortgeschrittenen Alter der Radius hauptsächlich auf die eigenen vier Wände beschränkt, gehen soziale Kontakte, Teilhabe am öffentlichen Leben und oft auch die Selbstständigkeit verloren. Dagegen wollen Mitglieder der Senioren-Union etwas unternehmen und haben für den Stadtteil Rheindahlen einen Besuchsdienst ins Leben gerufen. „Nach Vereinbarung besuchen wir unsere älteren Mitbürger zu Hause, um ihnen ein paar Stunden Gesellschaft zu leisten“, erklären die engagierten Mitglieder.
Dabei geht es nicht um haushaltsnahe Dienstleistungen, sondern um nette Gespräche bei einer Tasse Kaffee, Karten spielen, etwas vorlesen etc. „Wir möchten wissen, wo älteren Menschen der Schuh drückt und ihnen das Gefühl vermitteln, ihr seid nicht alleine. Wir kommen zu euch“, heißt es von der Gruppe weiter.
Die Idee zu diesem Besuchsdienst entstand, als eine ältere Dame plötzlich nicht mehr in die Rheindahlener AWO-Begegnungsstätte kam, wo sie sonst Stammgast war. Im Gespräch mit der Tochter stellte sich heraus, dass die Frau dazu gesundheitlich nicht mehr in der Lage war. Gleichzeitig bat die Tochter darum, ob man die Mutter nicht einmal besuchen könne, sie würde sich sicher sehr darüber freuen.
Bisher haben sich 16 Mitglieder der Senioren-Union gefunden, die den Besuchsdienst für Rheindahlen übernehmen möchten – nach Absprache und mindestens immer zu zweit. „Wir wollen auf keinen Fall, dass unangenehme Situationen entstehen, weil man alleine mit einem fremden Menschen zu Hause ist.“ Bei Interesse können sich die Senioren selber melden, aber natürlich auch Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn etc. „Anruf genügt, wir kommen vorbei!“, versprechen die Mitglieder des neuen Besuchsdienstes.
Kontakt: Bitte unter 0163/90 38 776 melden.