Lässt man die sogenannten Ermächtigungsübertragungen aus 2024 von 18,7 Millionen Euro außer Acht und betrachtet ausschließlich das Wirtschaftsjahr 2025, reduziert sich der Negativbetrag auf 151,3 Millionen Euro. Der Planansatz 2025 hatte noch ein Minus von 46,4 Millionen Euro ausgewiesen.
Angesichts der finanziellen Belastungen hatte die Verwaltung die Bewirtschaftung des städtischen Haushalts bereits im vergangenen Jahr verschärft. Seitdem unterliegen unter anderem die Ausgaben aller Verwaltungsbereiche der Prüfung der Kämmerei. Und als personalwirtschaftliche Maßnahme gilt eine sechsmonatige Wiederbesetzungssperre für freiwerdende Stellen. Außerdem baut die Verwaltung rund 100 Stellen mit sogenanntem kw-Vermerk (künftig wegfallend) sukzessive ab. „Die finanziellen Verbesserungen durch diese Sparanstrengungen insgesamt werden aber zu einem großen Teil durch Kostensteigerungen aufgezehrt“, erklärt Stadtkämmerer Ulrich Cyprian. „Zusätzlich tragen insbesondere die deutlich gestiegenen Transferaufwendungen dazu bei, dass sich das voraussichtliche Ergebnis gegenüber der Planung merklich verschlechtert hat.“
Das Grundproblem bleibe „die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen“, so der Krefelder Stadtkämmerer. Deren Defizite haben sich bundesweit innerhalb von nur zwei Jahren verfünffacht und betrugen im vergangenen Jahr bereits 31 Milliarden Euro. Selbst die Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes, die in den sogenannten „NRW-Plan“ einfließen, änderten nichts an der grundsätzlichen Situation. „Wir legen wie angekündigt den Fokus auf das Verfahren zur Aufstellung des Haushalts 2026 mit der Einbringung im Stadtrat am 29. April“, erklärt Ulrich Cyprian.
Relevant für die Steigerung des negativen Jahresergebnisses sind unter anderem Mehraufwendungen bei den Personal- und Versorgungsaufwendungen von 46,1 Millionen Euro, Wenigererträge bei den Schlüsselzuweisungen von 42,5 Millionen Euro, Mehraufwendungen bei den Hilfen zur Erziehung von 22,8 Millionen Euro, Wenigererträge beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer von 4,6 Millionen Euro, Wenigererträge bei den Grundstücksverkäufen von 4,5 Millionen Euro, Wenigererträge bei der Grundsteuer B von 4,2 Millionen und bei der Gewerbesteuer von 3,8 Millionen Euro, Wenigererträge bei den Rettungsdienstgebühren von 4,2 Millionen und Mehraufwendungen für die Landschaftsumlage in Höhe von 2,5 Millionen Euro.
Auf der anderen Seite haben sich Verbesserungen ergeben durch Mehrerträge unter anderem aus der Auflösung von Personalrückstellungen von 16,7 Millionen Euro, Wenigeraufwendungen bei der Kindertagespflege von 6,3 Millionen Euro, Mehrerträge aus der Auflösung einer Rückstellung für FLüAG-Zahlungen von 6,1 Millionen Euro, Mehrerträge bei den Leistungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Höhe von 5,1 Millionen Euro und Wenigeraufwendungen bei den Kosten der Unterkunft von 3,7 Millionen Euro.
Das tatsächliche Ergebnis für das Haushaltsjahr 2025 kann sich sowohl im Ertrags- als auch im Aufwandsbereich mit den laufenden Arbeiten der Finanzverwaltung zum Beispiel durch Rückstellungen, Abschreibungen, Wertberichtigungen und Ausbuchungen noch verändern