Zu diesem Zeitpunkt stand fest: Mit einer Mehrheit von fast zwei Dritteln der Stimmen haben die Bürger dafür votiert, dass sich Krefeld an der Olympiabewerbung der Region Rhein-Ruhr für die Jahre 2036, 2040 und 2044 beteiligt.
Nach Auszählung der 50 Stimmbezirke sprachen sich laut vorläufigem Endergebnis 64,41 Prozent für eine Teilnahme aus, 35,59 Prozent dagegen.
„Das klare Ja der Menschen zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Krefeld macht mich froh und ein bisschen stolz“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer, der die Auszählung am Sonntagabend mit zahlreichen Gästen im Rathausfoyer live verfolgte.
„Wir sind eine Sportstadt, waren schon oft gute Gastgeber für nationale und internationale Events. Diese Grundhaltung zeigt sich auch im Ergebnis der Abstimmung. Der Traum von Olympia lebt weiter – und Krefeld ist dabei.“ Die Wahlbeteiligung beim ersten Ratsbürgerentscheid der Stadtgeschichte lag bei 27,73 Prozent.
Auch in den anderen beteiligten Städten fiel das Ergebnis des Ratsbürgerentscheids positiv aus, lediglich Herten verpasste das notwendige Quorum. In Köln zeichnete sich am späten Abend ebenfalls eine Mehrheit ab.
Rund vier Millionen Menschen waren in 17 Städten der Region Rhein-Ruhr zur Abstimmung aufgerufen – mehr als in jeder anderen deutschen Bewerberstadt.
„Diese breite Zustimmung der Bevölkerung kann für uns zum echten Pfund werden“, sagte Stadtdirektor und Sportdezernent Markus Schön, der Krefeld bei der zentralen Veranstaltung des Wahlabends in Köln vertrat. „Nirgendwo sonst haben so viele Menschen aktiv Ja gesagt zu Olympischen und Paralympischen Spielen in ihrer Region. Und nirgends sonst könnten so viele Menschen die Spiele live in den Sportstätten verfolgen. Allein das macht unser Konzept überzeugend.“
Seit dem offiziellen Kampagnenstart im Januar hatte die Staatskanzlei NRW gemeinsam mit den beteiligten Kommunen offensiv für „Unsere Städte. Unsere Spiele“ geworben.
Mit Köln als international bekannter „Leading City“ will man als komplette Region ins Rennen gehen – und wirbt unter anderem mit 14 Millionen Tickets, kurzen Wegen und einem konsequenten Bekenntnis zur Nachhaltigkeit mit 100 Prozent bestehenden und temporären Sportstätten.
Ob dieses Konzept auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) überzeugt und sich die Region Rhein-Ruhr gegen die Mitbewerber Berlin, Hamburg und München durchsetzen kann, erweist sich Ende September. Dann wird entschieden, mit welcher der vier Bewerbungen Deutschland international ins Rennen geht.
Im Krefelder Rathausfoyer herrschte nach dem erfolgreichen Verlauf des Bürgerentscheids ausgelassene Stimmung. Die Medaillengewinner Anne Poleska und Steffen Driesen sowie die junge Ruderin Victoria Mertens hatten die Auszählung der Stimmen live verfolgt.
„Liebe Victoria“, sprach Frank Meyer die Nachwuchssportlerin direkt an, „ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du eines Tages als unsere Olympiahoffnung an den Start gehen kannst und die Menschen aus Krefeld dann nur über den Rhein fahren müssen, um dich in Duisburg um Medaillen kämpfen zu sehen. Der heutige Tag kann für dich und viele andere junge Sportlerinnen und Sportler eine Menge Rückenwind geben, dieses große Ziel zu erreichen.“
Der Oberbürgermeister bedankte sich auch beim Stadtsportbund, den Vereinen, dem Team der Verwaltung und „allen bekannten Persönlichkeiten des Krefelder Sports, die sich in den vergangenen Monaten bei dieser Bewerbung mit reingehängt haben“.
Das Endergebnis stand gegen 20.50 Uhr fest. Rund 400 Wahlhelfer hatten im Berufskolleg Vera Beckers für eine reibungslose Auszählung der abgegebenen 48.639 Stimmen gesorgt.
Das notwendige Quorum – die Zahl der Ja-Stimmen musste mindestens zehn Prozent der gesamten Wahlberechtigten ausmachen – wurde somit klar erreicht. Die Zahl der Ja-Stimmen im vorläufigen Endergebnis lag am Ende bei 31.258.
Sollten die Olympischen und Paralympischen Spiele an Rhein und Ruhr Realität werden, wäre Krefeld mit Taekwondo und Rollstuhlrugby in der Yayla-Arena vertreten.
„Wir würden erleben, wie in unserer Stadt olympische Medaillen vergeben werden – das ist eine großartige Vorstellung“, erklärte Oliver Klostermann, Leiter des Fachbereichs Sport und Sportförderung. „Das Ergebnis der Abstimmung ist auch der tollen Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung und in der Krefelder Sportlandschaft zu verdanken. Der Stadtsportbund und die Vereine haben gut mitgezogen. Diese Energie sollten wir jetzt mitnehmen in die kommenden Monate, wenn es ums Ganze geht.“