An der Wiedereröffnung nahm auch Regierungspräsident Thomas Schürmann teil, der insbesondere die Bedeutung des Denkmals für die Region sowie das Engagement aller Beteiligten hervorhob. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Maßnahme mit rund 112.000 Euro gefördert.
„Denkmäler wie die Kapelle Ziegelheide sind weit mehr als historische Bauwerke. Sie sind sichtbare Ankerpunkte unserer regionalen Identität und Orte, die Geschichte erlebbar machen“, betonte Schürmann. „Hier ist es gelungen, die historische Substanz zu bewahren und zugleich einen Ort zu sichern, der auch künftig aktiv genutzt wird.“ Die Kapelle wurde 1876 von Bürgerinnen und Bürgern in Eigenleistung errichtet und später zur Kriegergedächtniskapelle umgewandelt. Seit 1970 befindet sie sich im Besitz der Stadt Kempen. Über Jahrzehnte hat sie sich als Ort des Gedenkens und der Einkehr fest im Bewusstsein der Stadtgesellschaft verankert.
In den vergangenen Jahren zeigten sich jedoch bauliche Mängel. In der Außenwand waren große Risse entstanden, welche die Stabilität des gesamten Gebäudes gefährdeten. Zudem war der Innenraum durch Ruß verschmutzt, wodurch dieser ebenfalls renoviert werden musste. Erst nachdem das Holzgewölbe geöffnet und das dahinterliegende Dachgerüst untersucht wurde, ließ sich die Ursache der Risse eindeutig feststellen. Es wurde mit den vorhandenen Informationen ein Konzept zur Wiederherstellung entwickelt, um die Kapelle unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes dauerhaft zu sichern.
„Sanierungen im Bestand verlaufen selten geradlinig – gerade im Denkmalschutz erfordert jede neue Erkenntnis sorgfältige Abwägungen“, so Schürmann. „Umso bemerkenswerter ist das Ergebnis, das durch die enge und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich geworden ist.“
Mit dem Abschluss der denkmalgerechten Instandsetzung ist die Kapelle baulich langfristig gesichert und steht künftig wieder für verschiedene Nutzungen offen.
„Denkmalschutz bedeutet immer auch, die Wurzeln einer Gemeinschaft zu bewahren“, erklärte Schürmann. „Die Kapelle zeigt eindrucksvoll, wie historisches Erbe erhalten und zugleich in die Gegenwart überführt werden kann. Das stärkt nicht nur das Stadtbild, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“