Sondersitzung des Rates der Stadt Tönisvorst mit Verabschiedung von Uwe Leuchtenberg Demokratie lebt vom Engagement

Tönisvorst · „Nach bestem Wissen und Können - auf Grundlage des Grundgesetzes - sowie der Verfassung des Landes und zum Wohle der Gemeinde“ - mit diesen Worten, die vielen Ratsmitgliedern der Stadt Tönisvorst aus ihrer eigenen Vereidigung vertraut sind, eröffnete Bürgermeister Kevin Schagen eine Sondersitzung des Tönisvorster Rates, in der herausragende Persönlichkeiten für ihr langjähriges Engagement geehrt wurden.

Foto: Stadt Tönisvorst

Im Mittelpunkt standen die Verleihung des Ehrenrings an Rolf Seegers, die Verabschiedung des ehemaligen Bürgermeisters Uwe Leuchtenberg, die Würdigung ausscheidender Ratsmitglieder sowie die Ernennung von Uwe Leuchtenberg und Dr. Heinz Michael Horst zu Stadtältesten.

Rolf Seegers, der sich über 26 Jahre, 2 Monate und 10 Tage als Ratsmitglied für Tönisvorst engagierte, erhielt den Ehrenring der Stadt. In seiner Laudatio betonte der ehemalige Bürgermeister Uwe Leuchtenberg Seegers „besonnene, ruhige und sozial verantwortungsvolle“ Haltung, die er sowohl in seinem Berufsleben als auch in zahlreichen Gremien – vom Rechnungsprüfungsausschuss bis zur Gesellschafterversammlung der Antoniuszentrum GmbH – unter Beweis stellte. „Der Ehrenring ist ein Symbol für Vertrauen und Wertschätzung“, so Leuchtenberg. Seegers Einsatz für die Bürgerschaft und seine strategische Weichenstellung für die Zukunftsfähigkeit der Stadt wurden als prägend gewürdigt. Ebenso richtete Leuchtenberg den Dank an Ehefrau und Familie: „Ohne, dass die eigene Ehefrau und Familie das mitträgt, ist ein solches Amt nicht möglich“, so Leuchtenberg.

Es folgte die Verabschiedung von Bürgermeister Uwe Leuchtenberg. Bürgermeister Schagen hob den „unermüdlichen Einsatz als Möglichmacher und Demokrat mit Herz“ seines Vorgängers hervor, der in herausfordernden Zeiten das Amt geführt habe. Trotz knapper Kassen und komplexer Herausforderungen – von der Pandemie bis zur Flüchtlingsunterbringung – sei Leuchtenberg stets nah an den Menschen geblieben und habe auf Lösungen gesetzt, die „möglichst viele mitnehmen“.

Sieben der insgesamt zwölf ausscheidenden Ratsmitglieder waren der Einladung gefolgt: Hans Joachim van den Heuvel (11 Jahre, u.a. Kultur, Bau, Umwelt), Michael Lambertz (11 Jahre, u.a. Rechnungsprüfung, Soziales), Alina Leuchtenberg (12 Jahre, u.a. Jugend, Bildung, Klima), Hannelore Louy (20 Jahre, u.a. Jugendhilfe, Bildung), Josef Packbier (11 Jahre, u.a. Sicherheit, Stadtplanung), Sven Pricken (3 Jahre, u.a. Vielfalt, soziale Gerechtigkeit) und Christian Rütten (16 Jahre, u.a. Umwelt, Wirtschaft).

Demokratie sei kein abstraktes Konzept, das sich nur in den großen Hallen der Bundespolitik entfalte, so Bürgermeister Schagen. Sie lebe vor allem dort, wo Menschen direkt betroffen seien: „In unseren Rathäusern, in den Sitzungen der kommunalen Parlamente. Hier wird nicht über ferne Gesetze diskutiert, sondern über das tägliche Leben in unserer Stadt. Über all das, was unser Zusammenleben prägt. Jeder von Ihnen hat auf seine Weise dazu beigetragen.“ Dabei erfordere dieses Amt nicht nur Wissen, sondern auch ein Gewissen. „Denn die Entscheidungen, die sie treffen, sind nicht immer einfach. Sie verlangen Abwägung, Mut und die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu fragen: Was ist das Richtige? Was dient dem Gemeinwohl? Was ist verantwortbar, auch wenn es nicht die einfachste Lösung ist?“. Er dankte Ihnen für ihr „freiwilliges, oft spätabendliches Engagement“, das die demokratische Arbeit der Stadt trage.

Als besondere Würdigung wurden Uwe Leuchtenberg und Dr. Heinz Michael Horst zu Stadtältesten ernannt. Dr. Horst, mit 31 Jahren Ratszugehörigkeit, prägte als Fraktionsvorsitzender, Rechnungsprüfungsausschuss-Vorsitzender und in zahlreichen Gremien die Stadtentwicklung. „Ihr Wirken war geprägt von Fachkompetenz, dem Durchdringen komplexer Themen und einer beeindruckenden Bandbreite an Ämtern und Funktionen“, so Bürgermeister Schagen. Dabei ging der Einsatz weit über die reine Ratsarbeit hinaus: „Sie haben als Aufsichtsratsmitglied, Beiratsmitglied und in vielen anderen Funktionen gezeigt, dass Ihnen die Entwicklung unserer Stadt am Herzen liegt“, so Schagen.

Leuchtenberg habe mit 36 Jahren Ratszugehörigkeit in den 90er Jahren bereits maßgeblich die Reform der Seniorensozialarbeit mitgestaltet und das Seniorenbüro mitgegründet – ein Projekt, das bis heute wirke. „Hinzu kamen viele Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender der Antoniuszentrum GmbH, wo Sie Verantwortung für die medizinische Versorgung unserer Stadt trugen“. Später habe er als Bürgermeister gewissermaßen als ,Ratsmitglied Plus‘, die Geschicke des Hauses geleitet. „Ihre Arbeit in den verschiedenen Ausschüssen und Gremien zeigt, wie vielseitig und engagiert Sie sich für unsere Stadt einsetzen“, so Bürgermeister Schagen in seiner Laudatio.

„Ob Ehrenring, Verabschiedung oder die Ernennung zum Stadtältesten – all diese Würdigungen haben eines gemeinsam: Sie stehen für Menschen, die sich für Tönisvorst eingesetzt haben. Menschen, die Zeit, Kraft und oft auch Geduld investiert haben. Menschen, denen wir heute einfach sagen möchten: Danke“, so Bürgermeister Schagen abschließend.