Eine Lungenentzündung, ein Harnwegsinfekt oder eine entzündete Wunde können ganz unterschiedliche Beschwerden verursachen. Gemeinsam ist ihnen, dass Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in den Körper eingedrungen sind und das Immunsystem darauf reagiert. Mediziner sprechen dann von einer Infektion. In den meisten Fällen gelingt es dem Körper, diese zu überwinden: je nach Erkrankung auch mit medizinischer Unterstützung.
Gefährlich wird es, wenn die Reaktion des Körpers auf die Infektion außer Kontrolle gerät. Die körpereigene Abwehr schädigt dann nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch eigenes Gewebe und lebenswichtige Organe. Diese lebensbedrohliche Reaktion nennt man Sepsis. Sie ist ein medizinischer Notfall und muss so schnell wie möglich behandelt werden.
„Viele Menschen kennen Sepsis noch unter dem Begriff Blutvergiftung und verbinden sie vor allem mit einer entzündeten Wunde. Tatsächlich kann aber grundsätzlich jede Infektion eine Sepsis auslösen“, erklärt Dirk Lammert, Pressesprecher der Apotheken in Mönchengladbach. „Ein entscheidendes Warnsignal ist, wenn sich der Gesundheitszustand bei einer Infektion plötzlich deutlich verschlechtert.“
1. An den Kopf fassen: Ist die Person plötzlich verwirrt, desorientiert oder ungewöhnlich teilnahmslos?
Das kann darauf hindeuten, dass das Gehirn durch die schwere Reaktion des Körpers beeinträchtigt wird.
2. Hand auf die Brust legen: Fällt das Atmen schwer, besteht Atemnot oder wird ungewöhnlich schnell geatmet? Dies kann zeigen, dass der Körper stark belastet ist.
3. Hand aufs Herz legen: Rast der Puls, wird der Person schwindelig oder treten Kreislaufprobleme auf? Bei einer Sepsis kann der Blutdruck stark absinken und der Kreislauf instabil werden.
4. Den Körper fühlen: Fühlt sich die Person plötzlich außergewöhnlich krank oder hat sie ungewöhnlich starke Schmerzen? Das Gefühl, „noch nie so krank gewesen zu sein“, kann ein wichtiges Warnsignal sein.
„Besonders ernst nehmen sollte man das Gefühl, plötzlich außergewöhnlich schwer krank zu sein. Vor allem, wenn Atemnot, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme auftreten“, betont Apotheker Lammert.
Bei Verdacht auf eine Sepsis oder einem anderen lebensbedrohlichen Zustand gilt: Sofort den Notruf 112 wählen und den möglichen Sepsisverdacht nennen.
Ein ausreichender Impfschutz kann helfen, Infektionen vorzubeugen. Apotheken beraten dazu, welche Impfungen sinnvoll sein können, und bieten bestimmte Schutzimpfungen an.
Weitere Informationen sowie Entscheidungshilfen für Erwachsene und Kinder bietet die Initiative #DeutschlandErkenntSepsis.