Mit großem Interesse haben wir den Artikel zur veränderten Kita-Situation in Willich im Extra-Tipp gelesen. Die dort geschilderten Entwicklungen sorgen bei vielen Familien weiterhin für erhebliche Verunsicherung und werfen wichtige Fragen zur zukünftigen Ausrichtung der Kinderbetreuung vor allem im Willicher Norden und Nordosten auf. Die Stadtverwaltung gibt an, dass zwei Kita Neubauprojekte aufgrund der Haushaltslage der Stadt Willich und generell rückläufiger Kita-Anmeldungen nicht zu rechtfertigen seien. Das einzig verbleibende städtische Neubauprojekt sei das Mehrgenerationenprojekt Reinershof, in welches die Kita Alperof zukünftig integriert werden soll.
Am 4. März wurden die Elternvertreter von der zuständigen Betriebsleitung der Stadtverwaltung über ebendiese Entwicklungen informiert. Im Gespräch ließ man verlauten, ein Investor sei in das Projekt involviert. Hier stellt sich nun die Frage, woher die finanziellen Mittel für den Neubau des Mehrgenerationenprojektes stammen. Wenn ein Investor im Spiel ist, ist es dann ein von der Stadt finanziertes Projekt oder nicht? Bestünde so eventuell die Möglichkeit, Investitionen für einen Neubau der Kita Alperhof am Standort Pasteurstraße innerhalb der Mehrjahresplanung vorzusehen?
Bereits am 6. März haben sich die Elternvertreter sowie der Vorstand des Fördervereins der Kita Alperhof mit einem offenen Brief an den Bürgermeister gewandt, um auf die Konsequenzen des Standortwechsels der Kita Alperhof aus dem Quartier heraus für den Willicher Norden und Nordosten aufmerksam zu machen und in einen konstruktiven Dialog zu treten. Bedauerlicherweise ist bislang keine Rückmeldung erfolgt. Dieses Ausbleiben eines Austauschs wird von vielen betroffenen Familien als enttäuschend empfunden.
Deshalb sehen wir uns veranlasst, uns nun in einem zweiten offenen Brief direkt an Herrn Pakusch zu wenden. Ziel ist es insbesondere, die Seitens der Stadt getroffenen Aussagen – etwa zu angeblich zumutbaren Wegen zu Kindertagesstätten – aus Sicht der betroffenen Familien einzuordnen und realistisch zu beleuchten. Für viele Eltern stellen längere Wege nicht nur eine organisatorische Herausforderung dar, sondern bedeuten auch eine erhebliche Belastung im täglichen Ablauf. In Bezug auf die Erreichbarkeit des Reinershof führen Stadtverwaltung und Politik immer wieder die angeblich gute Busverbindung zwischen beispielsweise der Willicher Heide und dem Reinershof an. Die Existenz einer solchen Busverbindung soll nicht in Frage gestellt werden, allerdings die Praktikabilität. Man stelle sich dazu einen mit Schulkindern gefüllten Bus um 7.30 Uhr morgens vor, in den man mit Kleinkind und eventuell noch jüngerem Kind in Buggy oder Kinderwagen einsteigen und auch wieder aussteigen soll.
Die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel in den Bereichen Streithöfe, Fellerhöfe, Hoxhöfe, Votzhöfe etc. möchten wir an dieser Stelle gar nicht erst erörtern.
In diesem Sinne hat die Elternschaft der Kita Alperhof die Aktion „Kleine Füße - kurze Wege“ ins Leben gerufen, um die Bedeutung einer wohnortnahen Kindertagesbetreuung zu veranschaulichen:
- weniger Stress und mehr Verlässlichkeit im Alltag
- weniger Pendeln sorgt für mehr Betreuung und mehr gemeinsame Momente
- Zugang zu frühkindlicher Bildung für alle
Die Elternvertreter sowie der Vorstand des Fördervereins der Kita Alperhof laden Herrn Pakusch ausdrücklich zu einem offenen und konstruktiven Austausch ein. Wir sind überzeugt, dass nur durch einen direkten Dialog tragfähige Lösungen gefunden werden können, die den Bedürfnissen der Kinder und Familien im Willicher Norden und Nordosten gerecht werden.
Corinna Schulze, Elternvertretung der Kita Alperhof