Ausstellende sind die Bildhauerin und Zeichnerin Petra Siering und die nicht-gegenständliche Malerin und Zeichnerin Ines Hock. Beide Frauen präsentieren ihre Werke gemeinsam mit den künstlerischen Positionen der nächsten Generation – Skulpturen und Zeichnungen von Mira Siering und Malereien von Niklas Hock.
Die Ausstellung eröffnet Perspektiven – offene und verborgene Beziehungen, Wahlverwandtschaften und echte Verwandtschaften. Sie werden im Ausstellungskontext neu definiert. Generationsübergreifend wird das Spannungsfeld zwischen Bildhauerei bei Petra und Mira Siering und raumbezogener Malerei bei Ines und Niklas Hock erkundet.
Petra Sierings Arbeit basiert auf einem Zusammenspiel von Positiv- und Negativform, Volumen und Zwischenraum, Plastizität und zweidimensionaler Ansicht. Ihre in Köln lebende Tochter Mira schloss ihr Studium an der HBK Braunschweig 2021 als Meisterschülerin von Thomas Rentmeister ab. Ihre Formfindung kreist um Übergänge und Transformationen. Skulpturale Körper entstehen durch die Abformung landschaftlicher Strukturen und solcher, die Menschen geprägt haben. Die Werke entfalten sich im Zusammenspiel von Material, Form und deren Veränderung.
Ines Hock schafft feingliedrige, horizontale Liniengeflechte. Diese entwickeln sich in einem Zustand zwischen Sichtbarkeit und Auflösung. Die Zeichnungen entfalten meditative Ruhe. Die Gemälde konzentrieren sich auf die sinnliche Wirklichkeit der Farben und deren Beziehungen zueinander. Niklas Hock hat seinen Abschluss 2024 bei Frances Scholz an der HBK Braunschweig gemacht. Er lebt in Berlin. In seinen Bildern erforscht er Vergänglichkeit und Zerfall. Sie bringt er durch die malerische Erkundung spezifischer Materialeigenschaften zum Ausdruck.
Allen vier Positionen ist ein präzises, zugleich offenes Formbewusstsein gemein, das sich im Dialog von Linie, Fläche, Farbfläche, Körper und Raum entfaltet. Zeichnung wird als Denkraum verstanden – als ein Ort, an dem die Arbeiten auf das Prozesshafte und Offene verweisen, sich immer wieder neu formulieren und der Festschreibung entziehen. Es ist der Austausch zwischen Vergänglichkeit und Erneuerung.