Über „Mutti Reloaded“ und „Selfies“

Meerbusch · 35.700 Euro Einnahmen stehen 26.600 Euro Ausgaben gegenüber: „Mr. Kabarett“ Bert Müllejans läuft diese Tage mit einem dicken Lächeln über Meerbuschs Straßen. Die Kleinkunst- und Kabaretttage sind aktuell ein voller Erfolg.

 Im Wasserturm gibt es ein chronisches Problem: Die Gastspiele des Improvisationstheaters „Springmaus“ sind immer ausverkauft. So auch die Vorstellung am 11. Dezember. Meerbuscher lieben die Truppe halt.

Im Wasserturm gibt es ein chronisches Problem: Die Gastspiele des Improvisationstheaters „Springmaus“ sind immer ausverkauft. So auch die Vorstellung am 11. Dezember. Meerbuscher lieben die Truppe halt.

Foto: Stadt Meerbusch

Und der Abo-Verkauf fürs erste Halbjahr 2016 steht demnächst an.

Wenn Bert Müllejans eine erste Bilanz der jetzt auslaufenden Herbst-Winter-Serie der Meerbuscher Kleinkunst- und Kabaretttage zieht, huscht ein zufriedenes Lächeln über sein Gesicht. In der Tat kann Müllejans, der seit über 20 Jahren in der Kulturverwaltung der Stadt treffsicher die Jahresprogramme zusammenstellt, rundum zufrieden sein. 488 von 500 Abonnements für die Serie wurden verkauft. Zu acht von insgesamt zwölf Veranstaltungen kamen bereits jetzt 3.400 Besucher ins Forum Wasserturm an der Rheinstraße in Lank-Latum. 35.700 Euro Einnahmen verbuchte die Stadt, im Gegenzug waren für Künstlergagen und Hotelkosten 26.600 Euro fällig.

Und die Zeichen fürs erste Halbjahr 2016 – der Vorverkauf beginnt am 16. November – stehen auch schon gut. „Wir haben diesmal 500 Abos im Angebot, rund 300 davon sind schon vorbestellt“, so Bert Müllejans. Für die neue Serie verspricht er wunderbar unterhaltsame, aber auch nachdenklich stimmende Abende. Den Anfang macht Margie Kinsky mit zwei Vorstellungen am 20. und 21. Januar, jeweils 20 Uhr. Nach gut 25 Jahren im Ensemble der „Springmäuse“ startete sie im Jahr 2010 ihr erstes Solo-Programm „Kinsky legt los!“. Der bundesweite Erfolg bescherte ihr Auftritte in zahlreichen TV-Sendungen wie „Kölner Treff“, „Markus Lanz“ oder „Frank Elstners Menschen der Woche“. Jetzt kommt sie mit ihrem neuen Programm „Ich bin so wild auf deinen Erdbeerpudding“ zum zweiten Mal solo nach Meerbusch.

Die Nächste im Bunde, Tina Teubner, kennt die Wasserturm-Bühne in Lank schon gut. „Männer brauchen Grenzen“, so die These der Komikerin. Am 17. und 18. Februar erklärt die Wahlkölnerin warum. Stimmenimitator Reiner Kröhnert, dessen riesige Parodie-Palette von Daniela Katzenberger über Franz Beckenbauer bis hin zu Bundespräsident Joachim Gauck reicht, hat diesmal die Kanzlerin selbst ins Visier genommen. Titel der beiden Gastspiele am 2. und 3. März: „Mutti Reloaded“.

Sprachlich auf Höchstniveau bewegt sich auch Mathias Tretter, der am 6. und 7. April einmal mehr seine Visitenkarte im Forum Wasserturm abgibt. Der Titel seines Programms beschäftigt sich nämlich nicht mit dem unsäglichen Trend des kollektiven Selbstfotografierens per Smartphone, sondern ist schlicht der Name von Tretters Französischer Bulldogge. Mehr dazu gibt’s im kommenden Frühjahr in Lank zu hören und zu sehen.

Ein Kabarettist der alten Schule ist Henning Venske, der nur zu gern den Mächtigen und vermeintlich Einflussreichen die Leviten liest. Am 11. und 12. Mai gastiert das Nordlicht, das in seiner Karriere zahllose Satiren, Parodien und über 20 Bücher geschrieben hat, in Meerbusch. Titel des Abends: „Es war mir ein Vergnügen“. Den Kreis schließt der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2015 in der Sparte Kabarett, Christoph Sieber, mit seinem neuen Programm „Hoffnungslos optimistisch“. Der Schwabe, laufend TV-präsent in Klassikern wie „Neues aus der Anstalt“, „Satire Gipfel“ oder „Mitternachtsspitzen“, setzt am 1. und 2. Juni auch in Meerbusch zum kabarettistischen Rundumschlag an..

Wie immer hat Bert Müllejans auch diesmal ein dickes Paket an Zusatzveranstaltungen außerhalb des Abonnements geschnürt. Sechs Begegnungen der „Kabarett-Bundesliga“, „Jazz im Wasserturm mit dem Daniel-Goldkuhle-Trio (4. Dezember) oder auch das chronisch ausverkaufte Gastspiel des Improvisationstheaters „Springmaus“ (11. Dezember) gibt’s als Zugabe.

(Report Anzeigenblatt)