Moers Zum Tod von Pfarrer i. R. Martin Gres

Moers · Pfarrer i. R. Martin Gres ist am Sonntag, 15. Februar 2026, nach schwerer Krankheit gestorben.

Martin Gres im Jahr 2022 vor der Ev. Christuskirche in Scherpenberg

„Mit Martin Gres verlieren wir einen lieben und verlässlichen Kollegen und Freund“, sagt Matthias Immer, Synodalassessor des Kirchenkreises Moers, der den Supterintendent derzeit vertritt. „Ich habe ihn immer als unterstützend und ermutigend erlebt. Scherpenberger durch und durch hat er durch seinen Dienst auch die Gemeinschaft des Kirchenkreises getragen und geprägt. Getragen von der Hoffnung unseres Glaubens wissen wir ihn aufgehoben in Gottes Liebe.“

Der Begriff Pfarrer in Ruhestand täuscht. Noch bis zuletzt hatte er zugesagt, Gottesdienstfeiern zu leiten, obwohl er bereits im Jahr 2020 in den Ruhestand gegangen und im Jahr 2022 von all seinen pfarramtlichen Pflichten entbunden worden war. „Sein Ruhestand war für viele ein Einschnitt – und doch blieb er unserer Gemeinde verbunden: als Nachbar, Freund und ‚Pfarrer in Rufweite‘“, schreibt die Ev. Kirchengemeinde Moers-Scherpenberg in ihrem Nachruf.

Martin Gres wurde 1955 in Essen geboren. Kirche war für ihn von Kindheit an Heimat: Er engagierte sich als Kindergottesdiensthelfer, im Jugendausschuss, im Chor und vertrat in den Ferien den Küster. Nach dem Theologiestudium in Bochum, Tübingen und Bonn und dem Vikariat in Kettwig kam er 1983 als Pfarrer im Hilfsdienst nach Schwafheim. Wenig später folgte er dem Ruf nach Moers-Scherpenberg, wo er über viele Jahre wirkte und die Gemeinde prägte.

Die Gemeinschaft, die Kirche für ihn bedeutete, lebte er in Scherpenberg. Das Feiern der Gottesdienste stand für ihn im Mittelpunkt seines Dienstes – ebenso die Seelsorge für Kranke, ältere Menschen und Menschen in schwierigen Lebenslagen. Und andererseits war er dankbar, dass auch ihn die Gemeinde nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1993 trug. Er setzte sich für den interreligiösen Dialog ein, besuchte mit Schulklassen Moscheen, lud muslimische Kinder in die Kirche ein und förderte den Austausch. Freizeiten, Gemeindeveranstaltungen sowie die Frauen- und Männerarbeit begleitete er mit großem Engagement.

„Durch die lange Dauer meines Dienstes in dieser Gemeinde habe ich an vielen persönlichen Entwicklungen teilhaben können“, resümierte Gres kurz vor seiner Entpflichtung die Jahre in der Gemeinde. „Einige der Kinder, die ich getauft habe, wurden selber Eltern, deren Kinder ich wieder getauft habe. Manchen Konfirmandinnen und Konfirmanden, denen ich die Grundlagen des Glaubens nahegebracht habe, habe ich später den Segen für ihre Ehe zugesprochen. Und viele, die ich in den Jahren beerdigte, kannte ich gut.“

Jetzt ist er endgültig gegangen. Für die Gemeinde bedeutet das: „Wir verlieren unseren ehemaligen Pfarrer und Seelsorger, den guten Prediger, verlässlichen Kollegen und Unterstützer der Ökumene, den Freund und Weggefährten, den Tischnachbarn beim Mittagstisch, den Chorsänger, den Menschen, der sich an Gemeinschaft, Geselligkeit und Genuss erfreute.“

Die ev. Christuskirche der ev. Kirchengemeinde Moers-Scherpenberg Homberger Straße 350 ist die kommenden Tage bis Sonntag zu erweiterten Zeiten geöffnet, um Trauernden die Möglichkeit zu geben, sich in das Kondolenzbuch einzutragen, eine Kerze anzuzünden oder in Gedanken bei Martin Gres zu verweilen. Mittwoch: 12.30 Uhr bis 19.30 Uhr, Donnerstag und Freitag: 12.30 Uhr bis 19.00 Uhr, Samstag 10 Uhr bis 14 Uhr, Sonntag: 9.30 bis 11 Uhr. Der Gottesdienst am Sonntag, 22. Februar, wird auf 17 Uhr verlegt.