Denn mit einer jährlichen Stromproduktion von rund 38 Millionen Kilowattstunden hat der geplante Windpark ein erhebliches Potenzial: Er soll den Bedarf von etwa 13.000 Haushalten decken – rund 46 Prozent des Stromverbrauchs in Neukirchen-Vluyn. Zusammen mit bestehenden Projekten wie dem Solarpark Mühlenfeld könnte die Stadt damit perspektivisch und rechnerisch vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden. „Aus Sicht des Klimaschutzes ist es ein starkes Signal“, sagt Heiner Lütjen, der das Projekt bei der Enni entwickelt. Die Idee für den Windpark auf einem Areal südlich der A40 reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Seitdem hat die Enni das Vorhaben mehrfach geprüft und nun den umfangreichen Genehmigungsprozess – unter anderem mit Umwelt- und Naturgutachten – erfolgreich abgeschlossen. Geplant sind demnach drei Windenergieanlagen. Die größte erreicht eine Nabenhöhe von 118 Metern und eine Gesamthöhe von 199 Metern. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 25 Millionen Euro. Zudem ist vorgesehen, Bürgerinnen und Bürger finanziell zu beteiligen.
Nachdem der rechtliche Rahmen steht, nimmt die Enni nun die wirtschaftliche Tragfähigkeit in den Blick. Ob das Projekt letztlich realisiert werden kann, ist derzeit noch offen und hängt maßgeblich von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Entscheidend wird dabei die EEG-Vergütung sein. Im Herbst will das Unternehmen an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen, um sich eine Förderung über 20 Jahre zu sichern. Erst auf Grundlage eines Zuschlags und einer positiven Wirtschaftlichkeitsbetrachtung kann über die Umsetzung des Windparks entschieden werden. Sollte kein Zuschlag erfolgen, würde sich das Projekt weiter verzögern oder möglicherweise nicht umgesetzt werden. Im Idealfall könnte der Windpark im Jahr 2028 ans Netz gehen.
Für die Enni wäre der Standort in Niep der dritte Windpark in der Region. Der Windpark Repelen produziert seit 2015 jährlich rund acht Millionen Kilowattstunden Strom für etwa 2.700 Haushalte. Auf der Halde Kohlenhuck, wo die Enni das Projekt gemeinsam mit Partnern betreibt, werden seit 2017 rund 32 Millionen Kilowattstunden jährlich erzeugt – ausreichend für bis zu 11.000 Haushalte. Die Genehmigung für den Windpark Niep wird in Kürze öffentlich ausgelegt.