In Moers und Neukirchen-Vluyn bietet Metropolradruhr laut RVR zusammen mehr als 120 Räder an insgesamt 32 Stationen an. Die 25 Stationen auf Moerser Stadtgebiet sind bereits in Betrieb; ab Ende August stehen dann auch in Neukirchen-Vluyn Räder an insgesamt sieben Orten zur Verfügung.
„Ich fahr sehr gerne Rad“, sagte Moers‘ Bürgermeisterin Julia Zupancic beim Pressetermin am Mittwoch vor dem Moerser Bahnhof. „Man entdeckt Städte am besten, wenn man Fahrrad fährt.“ In Moers seien schon erste Räder ausgeliehen worden. Zupancic freut es besonders, dass Ausleihe, Fahrten und Rückgaben auch über die Stadtgrenzen hinaus möglich sind. „Das ist toll, dass wir mit dem Metropolrad jetzt auch eine Verbindung nach Duisburg haben und bald auch nach Neukirchen-Vluyn.“
„Für uns als ländliche Region ist das eine gute Sache, den öffentlichen Nahverkehr noch einmal mit einer echten Alternative auszustatten“, so Neukirchen-Vluyns Bürgermeister Dirk Schauenberg. Er lobt außerdem das sensationelle Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein Euro kostet das Rad pro Stunde, Tagesmiete bei Vorabvereinbarung fünf, sonst zehn Euro. Erforderlich ist nur ein Kundenkonto bzw. die App des Metropolradanbieters Donkey Republic. Mit der App bzw. per Bluetooth entsperrt man dann vor Ort das Rad und verschließt es auch wieder, sowohl unterwegs bei Fahrtpausen als auch abschließend, wenn man es an eine der Metropolradstationen zurückgebracht hat.
Lässt man das Rad irgendwo stehen, wird eine Buße von 30 Euro fällig, lässt man das Rad mehr als 50 Kilometer entfernt von der nächsten Station stehen, gilt das Rad sogar als Verlust und muss ersetzt werden. Diese Maßnahmen führen allerdings auch dazu, dass Metropolradräder anders als E-Scooter eher nicht im Rhein landen und auch nur selten störend herumstehen oder -liegen.
2010, im Kulturhauptstadtjahr, begann in zehn Ruhrgebietsstädten mit einem der ersten regionalen Leihrad-Projekte in Europa die Erfolgsgeschichte von Metropolradruhr. Duisburg war von Anfang an dabei und auch schon auf Platz eins bei den Ausleihen. Der Sprung auf die linke Rheinseite gelang aber erst 2020 und ging coronabedingt ein bisschen unter. Es geht aber unverdrossen weiter. Im April dieses Jahres hat der dänische Bike-Sharing-Spezialist Donkey Republic den Betrieb der Ruhrgebietsräder übernommen. Und der RVR-Beigeordnete Stefan Kuczera kündigte an, bis Ende September würden rund 5.700 neue Acht-Gang-Räder in den dann insgesamt 25 teilnehmenden Kommunen verfügbar sein. Stichwort Städtekennenlernen: Ab September sind auch alle Städte im Kreis Recklinghausen dabei.