Neujahrskonzert und nächstes philharmonisches Konzert Feliz año nuevo!

Duisburg · Mitreißend, lang, aber kurzweilig war das Neujahrskonzert der Duisburger Philharmoniker mit der kubanischen Pianistin und umwerfenden Moderatorin Marialy Pacheco - es hätte noch Stunden so weitergehen können. Es geht aber auch so gut weiter.

 Am Flügel wie am Mikrofon eine Wucht: Marialy Pacheco

Am Flügel wie am Mikrofon eine Wucht: Marialy Pacheco

Foto: Marie Laforge

„Cuban Philharmonic Night“ statt „Wiener Walzer“ - die „mezcla musical“ zum Jahresauftakt ging auf. Da trotz der sofort in die Beine gehenden Salsarhythmen vorsichtshalber die „philharmonische“ Bestuhlung in der Mercatorhalle beibehalten worden war, hätte man ruhig Rum und Zigarren reichen können ...

Es fehlte aber wirklich nichts. Im ersten Teil waren nur die Streicher der Duisburger Philharmoniker dabei und rollten den samtigen Teppich aus für Marialy Pacheco und ihre Band, allen voran den supergeschmeidigen Solobass von Omar Rodriguez Calvo und das extrem elegant-entspannte Schlagzeug von Miguel Altamar. Bernardo Perez Campos‘ sanfte Perkussions fügten sich gut ein. Olvido Ruiz Castellanos war die Sängerin mit dem Gold der Neuen Welt in der Kehle, Trompeter Lorenzo Ludemann glänzte solistisch wie auch im zweiten Teil im Zusammenspiel mit der Philharmoniker-Trompetengruppe. Und alles so hervorragend mikrofoniert und abgemischt, dass die Tonanlage der Einfachheit auch bei „Gershwin in Hollywood“, als anch der Pause erstmal nur die Philharmoniker in voller Besetzung spielten, angeschaltet blieb. Die Krönung des Abends war aber eindeutig Marialy Pacheco, auf deren Kompositionen und Arrangements kubanischer Traditionals das Programm fußte, die gleich mit der ersten Moderation Publikum und Philharmoniker umarmte und dann nicht mehr losließ und die dann bei der letzten, ungeplanten Zugabe unter Beweis stellte, dass sie als Pianistin auch ganz alleine einen Konzertsaal füllen, zum Tanzen bringen, mitreißen kann.

Im Zeichen der Freundschaft

Anu Tali

Anu Tali

Foto: Kaupo Kikkas

Mit Wahlverwandschaften im Zeichen der Freundschaft geht es weiter im ersten philharmonischen Konzert der neuen Saison am Mittwoch und Donnerstag, 18. und 19. Januar, jeweils um 19.30 Uhr in der Mercatorhalle. Wahlverwandtschaften sind nicht nur treibende Kräfte in der Chemie, sondern können auch in der Musik spannende Effekte und Verbindungen auslösen: Zwischen Harmonien, aber auch innerhalb von zwischenmenschlichen Beziehungen. Neben Edward Elgars berühmten „Enigma-Variationen“, bei denen der britische Komponist Freunde und deren Charakteristika in Musik gesetzt hat, hat Johannes Brahms ein „Versöhnungswerk“ für seinen Freund und Geiger Joseph Joachim geschrieben: Nachdem sich die beiden über Jahre entfremdet hatten, wollte Brahms die Beziehung wieder ins Lot bringen und komponierte das Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102. Die Versöhnung glückte! Solisten in Duisburg sind die Geigerin Candida Thompson und Cellistin Harriet Krijgh. Dirigentin Anu Tali hat außerdem die beiden Kompositionen „Tormiloits“ (Stürme) und „Passion“ von Erkki-Sven Tüür im Gepäck. In seiner Musik verbindet der estnische Komponist barocke Formsprache mit Techniken der amerikanischen Minimal Musik und des Rock. Anu Tali gehört zu einer neuen Generation von Dirigentinnen, die beständig auf der Suche sind nach neuen Interpretationsansätzen. Sie war die erste Frau, die die Duisburger Philharmoniker dirigiert hat, 2008 war das; auch damals sowie bei ihrer Rückkehr 2012 standen Werke von Erkki-Sven Tüür auf dem Programm.

Karten gibt es über die Theaterkasse Duisburg Opernplatz (Neckarstraße 1, 47051 Duisburg), Telefon 0203 283 62 100, per E-Mail an karten@theater-duisburg.de sowie online unter www.duisburger-philharmoniker.de