Praxistag Kulturelle Bildung im Ganztag Ein guter ganzer Tag für Kinder

Mönchengladbach · Wie kann kulturelle Bildung fester Bestandteil des Ganztags werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich mehr als 80 Teilnehmende beim Praxistag „Kulturelle Bildung im Ganztag“ in der Stadtbibliothek Mönchengladbach. Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen, Offenen Ganztagsschulen, Kultureinrichtungen, Vereinen, Verwaltung und freier Kulturszene kamen zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Kooperationen anzustoßen.

Netzwerken - einer der wesentlichen Punkte des Praxistags Kulturelle Bildung.

Foto: Stadt MG/Jo Holz

Die Veranstaltung wurde vom Regionalen Bildungsbüro und dem Kulturbüro der Stadt Mönchengladbach gemeinsam mit der Beratungsstelle „Kultur macht stark“ NRW organisiert. Im Mittelpunkt standen die Chancen, die der Ausbau des Ganztags für kreative Bildungsangebote bietet. Denn mit dem schrittweisen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung wächst nicht nur der Bedarf an Betreuungsplätzen, sondern auch die Aufgabe, den Ganztag qualitativ weiterzuentwickeln.

„Kulturelle Bildung ist kein ‚Add-on‘, kein nettes Extra. Sie ist ein zentraler Bestandteil eines guten, gelingenden Ganztags. Sie eröffnet Räume für Kreativität, stärkt Selbstwirksamkeit und ermöglicht Teilhabe – unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialem Hintergrund“, betonte die Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport, Christiane Schüßler-Nordmann in ihrem Grußwort.

Die Stimmung während des Praxistages war durchweg positiv. In Workshops, Diskussionsrunden und Netzwerkformaten wurden Ideen ausgetauscht, Kontakte geknüpft und erste Pläne für gemeinsame Projekte entwickelt. Teilnehmende aus den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales kamen auf vielfältige Weise miteinander ins Gespräch und nutzten die Gelegenheit, voneinander zu lernen und gemeinsame Perspektiven für den Ganztag zu entwickeln.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Impuls der Brüder-Grimm-Schule aus Mülheim an der Ruhr. Das Familiengrundschulzentrum gilt als Vorreiter bei der systematischen Verankerung kultureller Bildung im Schulalltag und stellte vor, wie kreative Angebote dort zu einem festen Bestandteil eines „guten ganzen Tages“ geworden sind. Im Gedächtnis vieler Teilnehmender blieb dabei ein einfacher, aber prägnanter Rat der Schulleiterin Vera Glunz: „Einfach machen!“

Auch Schüßler-Nordmann griff diesen Gedanken auf: „Was wir für die Kinder wollen, ist ein guter ganzer Tag – mehr als verlässliche Betreuung und gute Unterrichtsqualität. Wir meinen einen Lebensraum für Kinder, einen Ort, an dem sie sich ausprobieren, ausdrücken und ihre Persönlichkeit entwickeln können.“

Neben dem Erfahrungsaustausch standen auch ganz praktische Fragen im Fokus. Vorgestellt wurden Fördermöglichkeiten durch das Bundesprogramm „Kultur macht stark“, erfolgreiche Praxisbeispiele aus anderen Kommunen sowie Projekte aus Mönchengladbach. Dabei wurde deutlich, welches Potenzial in der Zusammenarbeit von Schulen, Kultureinrichtungen, Vereinen und weiteren Partnern steckt.

Der Praxistag machte deutlich: In Mönchengladbach besteht großes Interesse daran, Kultur, Bildung und Ganztag noch enger miteinander zu verknüpfen. Die zahlreichen Gespräche, neu geknüpften Kontakte und ersten Projektideen lieferten dafür einen vielversprechenden Ausgangspunkt.