Krimiautorin Jutta Chrisanth veröffentlicht Weihnachtsgeschichten Weihnachten ohne Elche?

Mönchengladbach · Wenn die Mönchengladbacher Krimiautorin Jutta Chrisanth Weihnachtsgeschichten schreibt, dann sind es keine rührseligen, aber auch keine bösen à la „Grinch“. Ihr Lesebuch „Weihnachten ohne Elche“ enthält vielmehr lustige, fantasievolle, teils absurde Geschichten rund um das Weihnachtsfest. Woher Jutta Chrisanth ihre Ideen hat und was sie mit Weihnachten verbindet, verrät sie im Extra-Tipp

Weihnachten mal anders: Autorin Jutta Chrisanth und ihr beschwipster Weihnachtselch.

Weihnachten mal anders: Autorin Jutta Chrisanth und ihr beschwipster Weihnachtselch.

Foto: privat

Der Nikolaus kauft die Geschenke bei Rewe und weiß nicht, ob er für die Treuepunkte 3 200 WMF-Bestecksets oder 7 800 Bratpfannen nehmen soll. Ein Ehepaar lässt seinen Tannenbaum, weil er nicht nadelt, bis nach Karneval stehen, um dann festzustellen: Es ist ein Plastikbaum. Ein anderes Paar streitet darüber, ob das blonde Kind im roten Mantel vor der Tür das Christkind ist – oder ein Reklamekind der SPD. Immerhin, es besitzt eine Schlittenbeförderungszulassungsbescheinigung...

Jutta Chrisanth hat 1001 Ideen, sich Weihnachten auf eine etwas andere Art zu nähern. Da kümmert sich das Christkind vorrangig um seine Frisur, Weihnachtsmänner stehen sich vorm Amt die Füße platt, weil Weihnachtsmänner nicht mehr „in“ sind, und Hans Muff bekommt Konkurrenz von Johanna Muff, die von der Gleichstellungsbeauftragten zum Nikolaus geschickt wird.

Wo die ganzen Geschichten herkommen? Aus 30 Jahren kreativem Schreiben. Denn Jutta Chrisanth hat mit 35 die ersten Schreibwerkstätten besucht, mit 48 zusammen mit Anja Puhane das „Duo Criminale“ gegründet und mit 60 ihren ersten Krimi in Romanlänge geschrieben. Über all die Jahre hat sie so viele Geschichten gesammelt, dass sie Bände damit füllen kann. Und das tut sie auch, zum Beispiel mit „Mordadella Italiana. Morden am Lago di Garda“ oder „Ostfriesland schaurig-schön“, Ein Lesebuch für Inselliebhaber mit allerlei Humor. „Weihnachten ohne Elche“ ist bereits ihr zweites Weihnachts-Lesebuch nach „Schon wieder Weihnachten?!“ Ob sie etwas gegen Weihnachten hat? Nein, im Gegenteil: Jutta Chrisanth mag Weihnachten, schätzt den „wunderbaren Erinnerungsschatz“, den sie an ihre Kinderweihnacht hat, pflegt seit 20 Jahren die Tradition eines Adventskaffees mit Freundinnen, bei dem man sich Geschichten vorliest und Bratäpfel isst, und sie verschickt jedes Jahr eine satirische Weihnachtsgeschichte an Menschen, die ihr am Herzen liegen. In diesem Jahr ist sie – bereits zum vierten Mal – Angela Merkel gewidmet, die in ihrer Geschichte auf Wolke G21 anzutreffen ist, auf einem ausgedienten Weihnachtsmann-Plüschsessel, „weil sie so gern sitzt oder besser gesagt aussitzt.“

Auf was Jutta Chrisanth sich dieses Weihnachten am meisten freut? 

„Auf die Stille in der Nacht. Ich gehe dann immer in den Garten, schaue in den Himmel und hoffe, dass ich die Sterne sehe. Heiligabend liegt immer etwas ganz Besonderes in der Luft.“