Steigende Temperaturen, Dürrephasen und Starkregen – auch Mönchengladbach spürt die Folgen des Klimawandels deutlich. Stadtbäume spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung, binden Feinstaub, speichern Wasser und schaffen Orte, an denen man gerne verweilt. Bereits heute stehen im Stadtgebiet rund 75 000 Stadtbäume, darunter 32 000 Straßenbäume, und mehr als 57 Hektar Baumgruppen, die entscheidend zur Luftqualität und Lebensqualität beitragen. Mit dem neuen Stadtbaumkonzept sollen die bestehenden Bestände gesichert und weiterentwickelt werden.
„Das Konzept gibt uns eine fundierte Grundlage für die künftige Planung und Pflege“, erklärt mags-Vorstand Jens Hostenbach. „Mit der Pflanzung klimaresilienter Stadtbäume setzen wir eine zentrale Maßnahme des Handlungskonzept Hitze um, das die Stadt Mönchengladbach im Rahmen ihrer Strategie zur Klimafolgenanpassung entwickelt hat.“
Im Rahmen der Konzeptentwicklung werden rund 10 000 Baumscheiben mit Standortdaten in einer Datenbank erfasst. In sogenannten Defiziträumen – also Stadtbereichen mit wenig Grün und höherer Wärmebelastung – sollen künftig neue Standorte entstehen. Bewertet werden diese unter anderem nach Bevölkerungsdichte, Umweltgerechtigkeit, Stadtklima und vorhandener Infrastruktur.
Parallel zur Konzeptentwicklung entstehen 100 neue Baumquartiere in ausgewählten Straßenabschnitten. Dabei setzt mags auf innovative Bauweisen: Baumgruben mit Retentionsräumen nach dem Schwammstadtprinzip oder überbaubare Baumstandorte in Parkflächen sorgen dafür, dass Bäume auch in dicht bebauten Stadtteilen langfristig gesund wachsen können. Auch die Beteiligung der Anwohnenden ist fester Bestandteil des Projekts – sie sollen frühzeitig informiert und eingebunden werden. „Jeder neue Baum ist ein Gewinn für das Stadtklima“, so Hostenbach. „Das Stadtbaumkonzept ist ein wichtiger Schritt hin zu einer klimaresilienten und lebenswerten Stadt.“
Rund 1,1 Millionen Euro sollen in die Entwicklung eines Stadtbaumkonzepts und in 100 nachhaltige Baumquartiere fließen. Möglich macht das eine Förderzusage im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) der Bundesregierung. Die Förderquote liegt bei 80 Prozent, sodass rund 880 000 Euro durch Bundesmittel gedeckt werden. Der Eigenanteil beträgt etwa 220 000 Euro.