In Deutschland leben etwa 400 000 Menschen mit Parkinson, der zweithäufigsten neurodegenerativen Erkrankung nach Alzheimer. Ursache ist das Absterben von Gehirnzellen, die an der Produktion und Speicherung von Dopamin beteiligt sind, einem wichtigen Botenstoff für die Steuerung von Bewegungsabläufen. Der Dopaminmangel führt unter anderem zu Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Die Folgen der bis heute nicht heilbaren Erkrankung betreffen alle Lebensbereiche und werfen bei Betroffenen und Angehörigen viele praktische und emotionale Fragen auf. Expertinnen und Experten der Parkinson Stiftung stehen anlässlich des Welt-Parkinson-Tags am Lesertelefon Rede und Antwort.
Eine Parkinson-Diagnose verändert die Lebensperspektive grundlegend. Ungewissheit und Ängste sind besonders zu Beginn groß: Eine Zukunft mit dieser Erkrankung – wie soll die aussehen? Zunächst einmal hilft es, sich einen Überblick über die Erkrankung, ihre Behandlungsmöglichkeiten und den möglichen Verlauf zu verschaffen. Wer gut informiert ist, fühlt sich der Krankheit weniger ausgeliefert und kann bessere Therapieentscheidungen in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt treffen. Da Parkinson individuell sehr unterschiedlich verläuft, ist eine aufmerksame Beobachtung wichtig, um auf Nebenwirkungen oder Veränderungen schnell zu reagieren. Wichtig zu wissen ist, dass es auch bei fortgeschrittener Erkrankung Therapieoptionen gibt.
Neben den unmittelbaren körperlichen Folgen der Erkrankung macht den Betroffenen die emotionale und psychische Belastung zu schaffen. Gespräche mit Partnern, Familie oder Freunden fallen oft schwer. Ängste um Beruf, Selbstständigkeit und finanzielle Absicherung kommen hinzu. Bis zu 40 Prozent der Erkrankten entwickeln depressive Verstimmungen, weshalb die psychische Betreuung heute fester Bestandteil der Therapie ist. Gleichzeitig stellen Beratungsangebote und Patientenorganisationen sicher, dass Erkrankte und ihre Angehörigen Unterstützungsangebote wahrnehmen und sich mit anderen Betroffenen austauschen können.
Wie entwickelt sich die Krankheit? Welche Behandlungen und Nebenwirkungen gibt es? Kann ich weiterhin arbeiten? Wie wirkt sich Parkinson auf die Partnerschaft aus? Wie gehe ich mit Ängsten um? Muss ich meinen Arbeitgeber informieren? Was ist rechtlich und finanziell zu regeln? Wie bleibe ich möglichst lange selbstständig? Diese und weitere Fragen beantworten die Expertinnen und Experten der Parkinson Stiftung in der Telefonsprechstunde.